„Der Zauberer von Oz“ sorgt für Begeisterung
: So lief die Premiere der Freilichtspiele Seelbach 2024

Rund 50 Darsteller rockten bei der Premiere des „Zauberers von Oz“ im Seelbacher Klostergarten die Freilichtbühne. Die Idee, den Klassiker als modernes Märchen zu inszenieren, kam beim Publikum sehr gut an. Vor ausverkauften Rängen sorgten die Schauspieler für viele rührende und urkomische Momente.
Von
Endrik Baublies
Seelbach
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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

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  • „Der Zauberer von Oz“ sorgte für Begeisterung bei den Zuschauern der Seelbacher Freilichtspiele.

    Endrik Baublies
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Wie es die Zuschauer, darunter sehr viele Wiederholungstäter, sicher erwartet haben, hat Katja Thost-Hauser den Kinderbuchklassiker modernisiert. Sie folgte in den Grundzügen der Vorlage, der gleichnamigen Erzählung von Lyman Frank Baum aus dem Jahr 1900. Einiges ist bei der Inszenierung etwas anders und einige Szenen weichen zur Gänze von der Vorlage ab.

Das eigentliche Thema, das älteste Prinzip in der Literaturgeschichte – die Suche –, hat sie behutsam abgeändert. Das eigentliche Motiv ist aber gut genug erkennbar geblieben. Thost-Hauser ist es sehr gut gelungen, die Geschichte an das Ensemble anzupassen, was den Reiz der Theateraufführungen im Seelbacher Klostergarten ausmacht. Es ist die Mischung aus Darstellern der Umgebung und Schauspielern, in diesem Fall aus Wien, aus München und Frankfurt sowie aus Glasgow.

Jede der fünf Hauptfiguren geht auf seine ganz persönliche Suche

Die Hauptfigur Dorothy (Shania Bohey) wird durch einen Wirbelsturm in das Land Oz versetzt. In der Fassung der Freilichtspiele findet sie vier Gefährten, mit denen sie zusammen eine Reihe von Abenteuern bestehen muss, um an das Ziel der jeweils individuellen Suche zu gelangen: Das sind der Hund Toto (Sämi Faißt), Crow (David Lindermeier), Leo (Britta Petersen) und Tin (Christian Peter Hauser). Es gab vor dem Wirbelsturm vier Hexen, jede passte zu einer der vier Himmelsrichtungen. Da die Hexe des Ostens als Kollateralschaden auf der Bühne Opfer der Landung Dorothys wurde, freuen sich die Munchkins, dass die böse Hexe, ihre Beherrscherin, nicht mehr ist. Auf der Bühne gehört der Auftritt dieser Gruppe zu den absurden Höhepunkten im gesamten Stück. Was nicht heißt, dass die Munchkins durch eine Affenbande oder die Winkis nicht noch getoppt werden konnten.

Insgesamt sind es gerade diese Szenen, die den Reiz aller Inszenierungen in Seelbach seit Jahren ausmachen: Viele Darsteller in kleineren Rollen als Gruppe wollen entweder Angst und Schrecken verbreiten und erreichen das Gegenteil, wie das bei den Affen der Fall ist. Oder, wie es die Munchkins exerzieren: Ihre Freude ist geist- und nervtötend – mindestens. Es ist immer erfrischend, wenn das Leben auf der Bühne außer Rand und Band gerät.

Am Ende der Suche tritt das Quintett dem Zauber aus Oz gegenüber. Hier folgt die Regie der Vorlage. Der Zauberer tritt in verschiedenen Gestalten aus. In der Inszenierung teilen sich Kristina Fehse und Angus Bhattacharya (beide aus Glasgow) die Sprechrolle. Der Clou ist, dass Fehse zuerst mit einer übertrieben künstlichen Sprache auffällt. Der Gegensatz zur Sprache Bhattacharyas ist nicht gespielt. Der Schotte hat die deutschen Texte einstudiert, ohne selbst die Sprache zu beherrschen. Auch das ist ein ganz besonderer Reiz. Dieses doppelte Spiel klärt sich erst auf, wenn Bhattacharya die „Puppe“ Fehse einmal aufzieht. Diese Doppelung – der Zauberer wird zudem noch von dem Duo Nadja Krahl und Berthold Mäntele mit den Stimmen von Fehse und Bhattacharya gezeigt – ist eine gelungene Überraschung am Ende.

Der Zauberer von Oz, darin sind Theater in Seelbach und Erzählung gleich, ist eine Geschichte von Schein und Sein. Das Quintett der Hauptfiguren ist nicht das, was sie zu sein scheinen. Erst am Ende – da ist der Zauberer entzaubert – finden die fünf den richtigen Weg. Dass da noch einmal Hexerei im Spiel ist? Geschenkt!

Die Rolle des Schmetterling löst sich erst am Ende auf

Eine Besonderheit ist die Rolle, die Lia Franke fast bis zum Ende stumm spielt. Sie taucht als irrlichternder Schmetterling zuerst in der grauen Stadt auf, wo Dorothy vom Sturm verschlagen wird. Sie begleitet das gesamte Stück als eine Art Chor (wie er im antiken Theater zuerst aufgetreten ist). Ihre Rolle klärt sich erst ganz am Ende auf. Mit „Over the rainbow“, aus der erfolgreichen Verfilmung des Stoffs im Jahr 1939, verabschiedet sich das Ensemble. Die letzte Zeile singt Lia Franke: „Why, oh why can’t I?“ Der Schmetterling hat das Chaos, den Wirbelsturm, mit einem einzigen Flügelschlag ausgelöst. Am Ende weist er den Suchenden den richtigen Weg zu ihrem Ziel.

Neben den vielen Rollen sind Tanz und Gesang bei den Freilichtspielen gerade bei dieser Art Stück unabdingbar. Die Choreografie, seit Jahren in den Händen von Sylvia Franke, ist ebenfalls sehr gelungen.

Weitere Aufführungen

„Der Zauberer von Oz“ wird erneut am Mittwoch, 11. September, im Seelbacher Klostergarten aufgeführt. Weitere Vorstellungen gibt es am Freitag, 13. September, Samstag, 14. September und als Finale am Sonntag, 15. September. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 18 Uhr. Es gibt noch einige wenige Karten. Die Premiere am Samstagabend war ausverkauft.

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