Café Löffel als Anlaufpunkt
: In Lahr brauchen immer mehr Obdachlose Hilfe

Der Freundeskreis des Café Löffel hat eine positive Bilanz seiner Arbeit gezogen. Die Sozialeinrichtung des Diakonischen Werks ist eine Anlaufstelle für Menschen in Not.
Von
Daniela Nußbaum-Jacob
Lahr
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Der neue Vorstand des Freundeskreises (hinten, von links): Birgit Hügel, Bernd Klug, Jochen Dietz, Ehrenmitglied Michael Jacob, (vorne, von links): Daniela Nußbaum-Jacob, Norbert Kreuter, Ulrike Heusler und Heinz Walter.

privat

Die Bedeutung des Café Löffel in Lahr für Menschen in Not wurde bei der Hauptversammlung des Freundeskreises in der Tramplerstraße deutlich. Sozialarbeiterin Birgit Hügel, die seit 1999 in dieser Einrichtung des Diakonischen Werkes arbeitet, berichtete über eine zunehmende Zahl an Besuchern des Café Löffels durch immer mehr Wohnungslose und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie dankte dem Freundeskreis, der seit 2011 eine sehr wichtige Unterstützung für diese Menschen leiste.

Wie vielfältig die Hilfe des 95 Mitglieder zählenden Freundeskreises für das Café Löffel ist, machte dessen Vorsitzender Jochen Dietz in seinem Jahresbericht deutlich. Dank der Mitgliedsbeiträge sowie zahlreicher Spenden von Privatpersonen und Firmen habe der Freundeskreis schon vor vielen Jahren mehrere Fonds eingerichtet, mit denen Menschen in Not unterstützt werden. Diese Hilfen – beispielsweise für den Kauf von Brillen oder warmen Winterschuhen, eine Fahrt zu einem Arztbesuch oder einen Gutschein für einen Friseurbesuch –könnten mit den Mitteln aus den Fonds durch die Sozialarbeiterin schnell und unbürokratisch erfolgen.

Familie Koher spendiert Einkaufsgutscheine

Gerne angenommen werden auch die Einkaufsgutscheine, die von der Familie Kohler von Edeka gespendet wurden, und das Projekt Besser Essen für die Versorgung mit einem frisch gekochten Mittagessen im Café Löffel, das der Freundeskreis unterstützt.

Der Vorsitzende berichtete auch über eine gute Zusammenarbeit mit dem Verein „Pflasterstube“ aus Offenburg, dessen Helfer für eine medizinische Betreuung der Besucher im Café Löffel vorbeikommen und dafür vom Freundeskreis eine Spende für Verbandsmaterial erhalten. Ein Highlight für die Besucher sei 2024 a ein Ausflug an den Kaiserstuhl gewesen, der vom Freundeskreis initiiert und finanziert wurde. Mit dabei waren auch einige ehrenamtlich Mitarbeiter, die teilweise schon seit vielen Jahren im Café Löffel helfen und ohne die nach den Worten von Sozialarbeiterin Birgit Hügel der Betrieb dieser Tagesstätte nicht möglich wäre.

Es kommen auch immer mehr junge Leute ohne Job

Für viele Menschen sei das Café Löffel die letzte Anlaufstelle in Lahr. „Hier trifft sich ein internationaler Querschnitt der Bevölkerung, Jung und Alt“, stellte die Sozialarbeiterin fest. Neben älteren Menschen, deren kleine Rente für den Alltag nicht ausreicht, oder alleinerziehenden Müttern gebe es jetzt auch wieder eine steigende Zahl von Obdachlosen, die hier um Hilfe bitten, weil es in der Stadt für sie keinen bezahlbaren Wohnraum gebe. Es kämen auch immer mehr junge Leute, die arbeitslos sind, aber auch immer mehr psychisch Kranke.

„Die Besucher sind sehr dankbar, für die Hilfe, die sie hier bekommen, und helfen sich auch gegenseitig“, erläuterte sie. „Wir sind hier wie eine große Familie.“ Gut sei die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie der Arbeitsgemeinschaft Gefährdetenhilfe oder der Drogenberatung.

Jochen Dietz dankte Birgit Hügel für ihre wertvolle Arbeit und Vorstandsmitglied Bernd Klug ergänzte, dass die Sozialarbeiterin mit ihrer warmherzigen Art zur Motivation der ehrenamtlichen Helfer und der guten Atmosphäre im Café Löffel viel beitrage.

Über eine positive Kassenlage des Freundeskreises dank zahlreicher Spenden informierte Dietz, der auch die geplanten Ausgaben für 2026 erläuterte. Diese wurden bei der Mitgliederversammlung einstimmig genehmigt.

Ulrike Haeusler, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes in Lahr, berichtete erfreut über Zusagen der Stadt und des Ortenaukreises für die finanzielle Unterstützung des Café Löffel in diesem und dem nächsten Jahr.

Freude gab es in der Mitgliederversammlung auch über die Bereitschaft von Heinz Walter aus Neuried, im Vorstand des Freundeskreises mitzuarbeiten. Er wurde einstimmig als neues Vorstandsmitglied gewählt.

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