Bundesweiter Wettbewerb in Ettenheim: 40 Parkinson-Betroffene feiern Erfolge an der Tischtennisplatte

40 Parkinson-Betroffene kamen nach Ettenheim, um am sogenannten Stada-Cup teilzunehmen.
Ping-Pong-ParkinsonIn regelmäßigen Abständen finden bundesweit sogenannte Stada-Cups (benannt nach dem Pharmakonzern und Sponsor „Stada“) statt. Das sind Wettbewerbe des sportlichen Netzwerks „Ping-Pong-Parkinson“ (PPP), bei denen sich Parkinson-Betroffene im Tischtennis messen können. Rund anderthalb Jahre nach Gründung des PPP-Stützpunktes Altdorf fand auch in der Barockstadt – genauer gesagt in der Herbert-König-Halle – ein Stada-Cup statt.
In Ettenheim nahmen insgesamt 40 Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz teil, heißt es in einer Mitteilung des Netzwerks. Die deutschen Teilnehmer aus Düsseldorf, Trier, Aalen, Ingolstadt und Konstanz nahmen lange Anreisen in Kauf, um an diesem Turnier teilzunehmen. Eine Gruppe aus der Schweiz reiste mit vier Teilnehmern an. Es kamen auch zahlreiche Menschen aus der Region, darunter aus Oberkirch, Freiburg, Wehr, Hüfingen und Steinach. Voraussetzung für das Turnier war die Diagnose „Parkinson“. Alter, Geschlecht und Tischtenniserfahrung spielten dabei keine Rolle, heißt es weiter.
Vom Anfänger bis hin zum Profi war alles dabei
Sowohl Anfänger als auch hoch qualifizierte Tischtennisspieler traten gegeneinander an. Vom Stützpunkt Altdorf waren es neun Teilnehmer. Davon war Wolfram Mutz der älteste des Turnieres. Der 82-Jährige belegte den 27. Platz. Auf den ersten Platz schaffte es Holger Teppe aus Hagen, der mit zwölf Stunden Zuganreise wohl am längsten unterwegs war. Platz zwei ging an Heiko Seebacher aus Zell, der erst in diesem Jahr die Diagnose Parkinson gestellt bekam und mit seinem ebenso tischtennisbegeisterten Sohn Luca angereist war, so das Netzwerk weiter. Den dritten Platz belegte Patrick Erdrich aus Willstätt, der sich bereits beim diesjährigen PPP German Open in Nordhorn die Goldmedaille sicherte.
Zur Eröffnung sprach Bürgermeister Bruno Metz ein Grußwort und wünschte dem Turnier einen guten Verlauf und allen viel Spaß. Die Turnierleitung übernahm Juliane Hurst, Vorstandsmitglied des TTC Altdorf. Die Unterstützung des Vereins, der seit diesem Jahr zusammen mit PPP kooperiert, war enorm, heißt es in der Mitteilung weiter.
Teilnehmer duellierten sich an 14 Tischtennisplatten
Insgesamt 14 Tischtennisplatten mussten von Altdorf nach Ettenheim in die Herbert-König-Halle und wieder zurück transportiert werden. Außerdem mussten unzählige Spielfeldumrandungen organisiert werden, die vom TTC Ringsheim zur Verfügung gestellt wurden.
Andrea Schmidt, PPP Stützpunktleiterin in Altdorf, Regionsleiterin und Veranstalterin des Turnieres, zeigte sich über den Verlauf mehr als zufrieden: „Als ich vor anderthalb Jahren den Stützpunkt gründete, hätte ich niemals gedacht, dass in unserer Region das Interesse am Tischtennis spielen bei Menschen mit Parkinson so groß ist.“
Info – Die Krankheit
Parkinson ist eine langsam fortschreitende Nervenkrankheit. Laut der Deutschen Gesellschaft für Parkinson führt sie unter anderem zu steifen Muskeln, verlangsamten Bewegungen und unkontrollierbarem Zittern. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.parkinson-gesellschaft.de.