Blutspuren im Sulzer Wald: Einbrecher suchen Blockhaus heim – und verletzen sich schwer

Eine Fensterscheibe wurde mit einem Holzblock eingeworfen. Die Täter haben sich offenbar an den Glasscherben verletzt – davon zeugt das Blut am Rahmen.
Blockhaus-VereinGerade hat das schmucke Holzhaus am Sulzer Waldrand seinen finalen Segen erhalten, da müssen Verein und Stadt einen heftigen Nackenschlag hinnehmen: In der Nacht auf Freitag haben Unbekannte die Schutzhütte heimgesucht – und ein regelrechtes Chaos hinterlassen.
„Mit einem Holzblock wurde eine Fensterscheibe des Lagerraums eingeworfen, dann stiegen sie ein und schauten sich wohl noch Brauchbarem um“, berichtet Simon Becherer vom Blockhaus-Verein, der sich um den Betrieb und die Pflege des Gebäudes kümmert. Die Beute: drei bis vier Kästen Bier. Der Schaden ist – wie so oft in solchen Fällen – deutlich höher als der Wert des Diebesguts. Becherer geht von 2000 bis 3000 Euro aus. Das Fenster sei erstmal notdürftig mit zwei Brettern verbarrikadiert worden. „Es ist eine Sauerei.“ Buchstäblich, aber vor allem im übertragenen Sinne.
Polizei sichert Spuren
Am Freitagnachmittag war die Polizei im Sulzbachtal, um den Tatort zu begutachten und Spuren zu sichern, konkret: Blutspuren. Diese fanden sich sowohl am Fensterrahmen als auch an mehreren Stellen auf dem Boden. Offenbar haben der oder die Einbrecher ihr nächtliches Treiben nicht unbeschadet überstanden. „Die Beamten gehen davon aus, dass die Täter schon zuvor getrunken hatten, was zu dem starken Blutverlust beigetragen hat“, berichtet Bechereres Vereinskollege Simon Schwarz.
DNA in der Datenbank?
Die Hoffnungen, den Übeltätern habhaft zu werden, ruhen darauf, dass deren DNA bereits in der Datenbank der Polizei hinterlegt ist. „Ansonsten, hat man uns klargemacht, dürfte es schwierig werden, da irgendetwas zu erreichen“, sagt Schwarz. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon 07821/2770 mit dem Polizeirevier Lahr in Verbindung zu setzen.
Reparatur wird einige Wochen dauern
Bei der Stadt Lahr als Eigentümerin des Blockhauses herrschen „Frust und Wut“, wie der Erste Bürgermeister Guido Schöneboom gegenüber der LZ erklärt. „Freiwillige stecken so viel Engagement und Herzblut in eine gute Sache und dann kommen ein paar Unbelehrbare und machen diese Arbeit kaputt, das tut weh und macht traurig.“
Man werde sich gemeinsam mit dem Blockhaus-Verein um die Schadensregulierung kümmern, verspricht Schöneboom. Becherer schätzt, dass die Reparaturen einige Wochen in Anspruch nehmen werden.