Beste Stimmung in Innenstadt
: So wurde in Lahr am ersten Chrysanthema-Wochenende gefeiert

Mit der Krönung von Valerie II. ist die Blumenschau am Wochenende in ihre 26. Ausgabe gestartet.
Von
Endrik Baublies
Lahr
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­OB Markus Ibert krönte Valerie II. in Anwesenheit ihrer Begleiter Alexander (links) und Niklas Martin.

Baublies

Die diesjährige Blumenschau hat begonnen – auch wenn das Wochenende wettertechnisch eher durchwachsen war. Doch mit der Krönung der neuen Chrysanthemenhoheit am Samstag sowie dem verkaufsoffenen Sonntag samt Schlagerparty war in der Innenstadt so einiges los.

Valerie ist bereits die zweite Königin, die diesen Namen trägt. Sie freute sich zuerst, ganz schlicht „die Botschafterin einer Blume“ zu sein. Zudem beschrieb sie ihre Aufgabe auch so: Lahr sei – und das nicht nur während der Blumenschau – „bunt und vielfältig“. Die Königin freue sich daher, wenn alle Besucher diese Vielfalt, die Farben und alles, was die Stadt in den kommenden zwei Wochen zu bieten hat, genießen können. Daher wünschte sie allen, die gekommen sind und kommen werden, den entsprechenden „Respekt“. Und: „Gehen Sie aufeinander zu.“

Oberbürgermeister Markus Ibert, der bei der Krönung mittlerweile schon viel Routine hat, begrüßte alle Besucher. Der Marktplatz war zu diesem Zeitpunkt gut besucht – und das trotz der Wetterkapriolen. Während der Krönung hat es mal geregnet, mal schien die Sonne – zum Teil auch beides gleichzeitig.

Bürgermeister von Dole stellt einen Drachen auf dem Schlossplatz vor

Die diesjährige 26. Ausgabe der Chrysanthema ist bekanntermaßen die erste, die Fabian Roßmanith als neuer Leiter der Abteilung Grün und Umwelt mit etlichen Mitarbeitern gestaltet hat. Daher hatte Ibert auch recht, als er von „einer neuen Handschrift“ auf den Plätzen und den Straßen der Lahrer Innenstadt sprach.

Dazu gehört auch das Krokodil samt Kanalrohren an der Stadtmauer. Dabei geht es um einen unausrottbaren Mythos aus den USA. Dass Alligatoren die Kanalisation einer Metropole wie Miami behausen, wird vermutlich eine Legende sein. Aber vielleicht färbt das ja auf Lahr ab. Wie wäre es, wenn künftig das „unausrottbare Märchen“ eines Geheimganges von der Geroldseck zum Storchenturm dann auch einen Alligator als Hüter bekäme?

Die Azubis des Lahrer Bau- und Gartenbetriebs und Schüler der Malerfachschule haben derweil um den großen Baum auf dem Museumsplatz eine Hommage an die bekannte Sage des fliegenden Holländers aufgebaut. Jean-Baptiste Gagnoux, Bürgermeister der Lahrer Partnerstadt Dole, stellte auf dem Schlossplatz einen Drachen namens „Vouivre“ vor. Hier gestalten traditionell Gärtner aus Dole im französischen Jura sowie aus Erstein und Benfeld im Elsass die Beete. Andreii Naida, Bürgermeister aus Kalusch in der Ukraine, war sichtlich beeindruckt, was Lahr während des Herbstes zu bieten hat.

Viele Besucher genießen Ouvertüre der diesjährigen Chrysanthema sichtlich

Ob Moderator Markus Knoll, der die Krönungszeremonie am Samstagmittag gewohnt souverän moderiert hat, mit dieser Aussage recht hatte? „Die Gärtner sind genauso hübsch wie die Beete“, fand er. Die Drachen und die Alligatoren neben Abwasserrohren passen in jedem Fall unwidersprochen gut zu dem Motto „Sagenhaft“ in diesem Jahr. Die Arrangements sind liebevoll und aufwendig gestaltet.

Die vielen Besucher am Samstag und am Sonntag haben die Ouvertüre der „sagenhaften Chrysanthema 2025“ sichtlich genossen. Das etwas unbeständige Wetter spielte für den gewohnten Ansturm am Sonntag keine Rolle – am Mittag gab es noch einen Regenguss, am Nachmittag aber auch Sonnenschein. Sowohl auf dem Marktplatz als auch in der Marktstraße hätten weder Alligatoren noch Drachen ausreichend Platz gehabt. Die Schlagerparade auf dem Marktplatz mit Moderator Reiner Kirsten und der verkaufsoffene Sonntag lockten Scharen von Besuchern in die City.

Der Mantelsonntag

Die Idee eines verkaufsoffenen Sonntags im Lahrer Herbst ist viel älter als die Chrysanthema, die dieses Jahr zum 26. Mal veranstaltet wird. Wer aber weiß noch, dass der letzte Sonntag im Oktober vor der Blumenschau der sogenannte Mantelsonntag gewesen ist? Wie alt die Tradition ist, dass Bewohner der Umlandgemeinden den letzten Sonntag im Oktober in der Stadt Lahr nutzen können, um einen Mantel für den Winter zu kaufen, liegt allerdings im Dunkeln.

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