Beide Wachen in der Nacht besetzt: Lahrer Feuerwehr ist an Silvester auf alles vorbereitet

Die Lahrer Feuerwehr freut sich über kulinarische Unterstützung in der Silvesternacht: Kommandant Georg Schinke (Zweiter von links) nahm 100 Portionen Gulaschsuppe vom Lions-Club Lahr Schwarzwald entgegen – vertreten durch Präsidentin Petra Bredemeyer und Patrick Herdrich (Mitte). Auch der stellvertretende Feuerwehrkommandant Ralf Wieseke (Fünfter von rechts ) und seine Mannschaft freuen sich über die Spende.
StadtAuf der Lahrer Feuerwache steigt am Mittwochabend eine kleine Feier, aber es ist keine Silvesterparty wie jede andere. 20 Feuerwehrleute treffen sich gegen 19 Uhr, um gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen. Mit Teambuildingspielen vertreiben sie sich die Zeit, bis es ernst wird. Es gibt ein Büffet und Getränke, aber keinen Alkohol. Denn sie müssen einen klaren Kopf haben, wenn’s brennt.
Unterstützt wird die Wehr vom Lions-Club Lahr Schwarzwald: Er spendet 100 Portionen Gulaschsuppe für die Kameraden, die den Silvesterdienst übernehmen. Präsidentin Petra Bredemeyer und Patrick Herdrich, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des Lions-Clubs, besuchten hierzu laut einer Mitteilung die Feuerwehrwache in der Innenstadt, um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen. Dabei wurde auch bereits auf Silvester vorausgeblickt.
„Bis Mitternacht bleibt es oft ruhig – mit etwas Glück ist sogar ein gemeinsamer Orangensaft auf das neue Jahr möglich. Doch kurz nach Mitternacht beginnt die arbeitsintensivste Phase“, berichtete Kommandant Georg Schinke. „Unser Dank gilt all den Feuerwehrfrauen und -männern, die in der Silvesternacht – während andere feiern – für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sorgen. Diese Arbeit verdient höchste Anerkennung“, betonte Bredemeyer.
679 Mal ist die Lahrer Feuerwehr in diesem Jahr bereits ausgerückt (Stand Dienstag). Trotzdem sei es kein Problem gewesen, genug Freiwillige für den Dienst an Silvester zu finden, teilte in einem Gespräch mit unserer Redaktion der stellvertretende Kommandant Ralf Wieseke mit, der in der Nacht zu Donnerstag Einsatzleiter Dienst ist. Als Zugführer wird Manuel Erfurt fungieren.
In einer »normalen« Nacht wäre die Feuerwache nicht besetzt, da Notrufe in der Integrierten Leitstelle Offenburg angenommen werden. Die Einsatzzentrale im Kreis alarmiert dann die jeweils zuständigen Wehrleute per Funk. Bereits fünf bis sieben Minuten nach Eingang einer Brandmeldung bei der Integrierten Leitstelle rückt das erste Löschfahrzeug der Lahrer Feuerwehr aus.
Im Notfall brauchen die Kameraden nur 90 Sekunden, um auszurücken
In der Silvesternacht sind die Kameraden sogar noch schneller, da sie den Weg von ihren Wohnungen zum Gerätehaus nicht mehr zurücklegen müssen. Geht ein Alarm ein, eilen sie vom Schulungsraum im ersten Stock der Feuerwache die Treppe hinunter und über den Hof zum Gerätehaus, wo sie in ihre schon bereitliegende Schutzkleidung schlüpfen. Bereits in 90 Sekunden sei man abfahrbereit, teilt Wieseke mit.
Auch die neue Feuerwache West am Flugplatz ist Mittwochnacht übrigens besetzt, dort halten sich zwölf Wehrkameraden aus Langenwinkel, Hugsweier und Dingingen für mögliche Einsätze im Westen der Stadt bereit. Es ist das erste Mal, dass es in der im November 2023 eröffneten Wache West diesen Dienst an Silvester gibt.
Ob die Feuerwehrleute die Gelegenheit haben werden, sich zumindest untereinander ein »gutes Neues« zu wünschen und insgesamt eine halbwegs ruhige Nacht verbringen dürfen, können alle anderen Silvesterfeiernden in Lahr entscheidend beeinflussen: Wer vorsichtig mit Feuerwerk umgeht, wer seine Freude auf 2026 nicht bis zum Morgen herausschreit, hilft Feuerwehr und Polizei dabei, ein gutes neues Jahr zu beginnen.
Wieseke bittet alle Feiernden in Lahr darum, Feuerwerkskörper nicht leichtsinnig oder unsachgemäß zu nutzen, damit die Nacht möglichst ohne Verletzungen und Brände verläuft. Ein Brand drohe zum Beispiel dann, wenn Silvesterraketen nicht senkrecht abgeschossen werden oder vom Kurs abkommen.
Bei der Feuerwehr hat man indes erfreut registriert, dass für die Silvesternacht nur schwacher Wind vorausgesagt ist – das ist gut für die Brandbekämpfer, da er bei einem möglichen Feuer eine mögliche Rauchentwicklung kontrollierbarer macht das Risiko gefährlicher Ausbreitung durch Funkenflug minimiert.
An Silvester 2024 setzte eine Rakete eine Wohnung in Wylert in Brand
In der Silvesternacht 2024 hatte die Lahrer Feuerwehr alle Hände voll zu tun, die Kameraden mussten zu insgesamt elf Einsätzen ausrücken. Es galt zum Beispiel, mehrere Hecken- und Mülleimerbränden zu löschen. Der mit Abstand folgenschwerste Brand ereignete sich in Wylert, wo eine verirrte Feuerwerksrakete einen Balkon in Brand setzte. Das Feuer griff auf die dahinter liegende Wohnung über, die dann für Monate unbewohnbar war. Bei der Lahrer Feuerwehr hoffen alle, dass sich so ein verheerender Brand an diesem Jahreswechsel nicht wiederholt.
Rathausplatz als „Hotspot“
Die Teilnehmer der kleinen Feier auf der Feuerwache werden vor Mitternacht nach draußen gehen, einige werden auch den Schlauchturm besteigen. Den Feuerwehrleuten geht es aber nicht nur darum, das Feuerwerk über der Stadt sehen zu können, vielmehr wollen sie auch generell die Lage im Auge behalten. Vom Schlauchturm aus hat man etwa einen guten Blick auf den Rathausplatz, erfahrungsgemäß ein »Hotspot« der Silvesterknallerei in Lahr