Bei „Bares für Rares“
: So haben die Lahrer Ute und Arno Balk ihren Auftritt in der ZDF-Sendung erlebt

Das Ehepaar bot 60 Quadratmeter Fliesen zum Kauf an. Auch wenn es am Ende nicht für einen Deal reichte, blicken sie begeistert auf den Dreh mit Horst Lichter zurück.
Von
Pascal Lienhard
Lahr
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Das Ehepaar Ute und Arno Balk aus Lahr hat bei den Dreharbeiten zu „Bares für Rares“ in Andernach den Moderator Horst Lichter (links) kennen gelernt.

ZDF/Eugen Shkolnikov

Das Konzept von „Bares für Rares“ dürfte den meisten bekannt sein: In der von Fernsehkoch Horst Lichter moderierten Show präsentieren Teilnehmer Kuriositäten und Antiquitäten. Nach einer Bewertung durch Experten bieten sie die Stücke mehreren Händlern zum Verkauf an. Die XXL-Show, die am Mittwoch im ZDF lief, wurde auf dem Gut Nettehammer bei Andernach in Rheinland-Pfalz gedreht – mit dabei waren Ute und Arno Balk aus Lahr.

Das Ehepaar ist vielen in der Stadt bekannt: Es betreibt das Sportstudio Balk Medisport, Arno Balk war früher Kunstturner in der Bundesliga. Angeboten haben sie bei „Bares für Rares“ ein Konvolut aus mehr als drei Tonnen schweren Fliesen des Unternehmens Villeroy & Boch. „Das hatten wir in der Anzahl und Schönheit noch nie“, freut sich Lichter in der Show. Dabei hatten die Balks nur rund neun von 60 Quadratmetern im Gepäck.

Fliesen lagerten rund 40 Jahre in einem Keller

Ute Balk hat die Fliesen von ihrem Vater geschenkt bekommen, der vor drei Jahren gestorben ist. Er hatte sich vor Jahren ein Fachwerkhaus gekauft, in dem er möglichst originalgetreue Baustoffe verwenden wollte. Als ein Herrenhaus bei Frankfurt vor dem Abriss stand, sicherte er sich die dort verbauten Fliesen. „Der Abrissbagger stand schon vor der Tür“ sagt Ute Balk im LZ-Gespräch mit einem Lachen. Während ihres Studiums befreite sie die Rückseiten der Fliesen von Mörtel. Doch landeten sie letztlich für 40 Jahre in einem Keller in Mainz.

Balks Vater war es auch, der Ute und ihrem Mann auf „Bares für Rares“ brachte. Er habe die Show regelmäßig geschaut. „Inzwischen schauen wir sie selbst gerne“, so Ute Balk. Ihr Mann fügt lachend hinzu, dass die Sendung auch nachmittags im Fitnessstudio läuft.

Nach dem Tod von Ute Balks Vater sei dann die Idee entstanden, sich bei mit den Fliesen bei „Bares für Rares“ zu bewerben. Im Frühjahr 2024 schickten sie die Bewerbung ab. „Wir haben uns gute Chancen ausgerechnet, die Stücke haben einen echten Seltenheitswert“, so Ute Balk. Das Ehepaar erhielt die Zusage – eigentlich für die bekannte Nachmittagsausgabe. Doch kurz vor dem Dreh im November 2024 meldete sich das ZDF – und hakte nach, ob für die Balks auch eine Teilnahme an der XXL-Ausgabe möglich sei. Die Lahrer sagten zu, gedreht wurde die „Sommershow“ Anfang Mai. „Es war ganz schön kalt“, sagt Ute Balk.

Beim Dreh herrschte beste Stimmung.

Foto: ZDF/Eugen Shkolnikov

In der Show war es an Kunsthistorikerin Bianca Berding, den Wert der Fliesen einzuschätzen. „Einfach nur schön“, war ihr erstes Fazit zu den um 1880 geschaffenen Stücken. Deren Zustand sei noch heute sehr gut. Allerdings gebe es einen kleineren Posten an beschädigten Fliesen. Ein Manko sei zudem, dass drei von vier Eckfliesen fehlen.

Mit ihrem Wunschpreis überraschten die Balks die Zuschauer: eine sechsstellige Summe hätten sie gerne für die Sammlung gehabt. Im LZ-Gespräch erklärt Ute Balk, wie sie auf die Summe kam, die wohl bei vielen für Stirnrunzeln sorgte: 1989 habe ihr Vater die Fliesen im Keramikmuseum in Mettlach schätzen lassen. Dort wurde der Preis pro Stück auf 50 bis 60 D-Mark geschätzt – und 2000 von ihnen sind intakt. Das habe sie in der Show erklärt, allerdings sei das dem Schnitt zum Opfer gefallen.

Die Enttäuschung hielt nicht lange an

Fachfrau Berding war die sechsstellige Summe dann doch zu hoch. Sie kam auf 51 000 bis 56 000 Euro. „Der Preis wäre für uns vollkommen okay gewesen“, berichtet Ute Balk. „Ich habe zwar viel Arbeit reingesteckt, aber sie haben mich ja nichts gekostet.“

Doch sollte daraus nichts werden. Das erste Angebot von Kunsthändler Wolfgang Pauritsch lag bei 3000 Euro – der jedoch betonte, noch nie mit solchen Stücken gehandelt zu haben. Ein weiteres Gebot waren 5000 Euro. Für die Balks war das zu wenig. Als die Händler die Einschätzung Berdings erfuhren, wirkten sie stark irritiert, niemand wollte so viel investieren. „Das heißt aber nicht, dass es das nicht wert ist“, gab Kunst- und Antiquitätenhändler Fabian Kahl den Lahrern mit auf den Weg.

Wie geht es den beiden mit dem Ausgang der Show? „Im ersten Moment waren wir natürlich schon enttäuscht“, sagt Ute Balk. Doch sei es für das Ehepaar die Krönung gewesen, dass der Auftritt ausgestrahlt worden sei – das sei im Voraus nicht sicher gewesen. Dass die Händler nichts mit ihrer Ware anfangen konnten, sei kein Problem. Man habe nun mit einem Millionenpublikum eine Reichweite erhalten. „Es wird sich sicher der eine oder andere finden, der die Fliesen gerne in seiner Burg, seinem Schloss oder seinem modernen Haus verwenden will“, glaubt Ute Balk. Zudem habe man eine professionelle Expertenmeinung erhalten, für die man sonst viel Geld bezahlen müsse.

Über den Dreh und das Team vor Ort haben die Lahrer nur Gutes zu berichten. „Es war ein wirklich schönes Erlebnis“, freut sich Ute Balk. „Alle waren unfassbar freundlich und aufmerksam.“ Gedauert habe der Dreh für sie nur anderthalb bis zwei Stunden. Man habe es ihnen wirklich leicht gemacht, vor der Kamera zu stehen. „Es war so, als würden wir uns mit Bekannten unterhalten“, erinnert sie sich. So seien die beiden auch nicht allzu nervös gewesen.

Viele Bekannte melden sich nach der Ausstrahlung bei dem Ehepaar

Arno Balk zeigt sich im LZ-Gespräch nicht zuletzt von Horst Lichter begeistert. Dessen Art sei nicht aufgesetzt. „Er ist genau so, wie er im Fernsehen ist“, berichtet der Lahrer. „Er ist ein echter Typ und hat mich wirklich für sich gewonnen.“ Doch auch sonst sei jeder im Team der Show super gewesen. Nach Ausstrahlung der Sendung wurden die Lahrer dann auch von vielen Freunden und Bekannten angerufen. „Das hat uns auch gefreut“, berichtet Arno Balk.

Um die Stücke ursprünglich von ihrer bisherigen Lagerungsstätte nach Lahr zu bringen, hat das Ehepaar sich Maßkartons anfertigen lassen. Die Kartons, in denen jeweils zwölf bis 13 der Steine aufbewahrt werden, wiegen nun 20 bis 25 Kilogramm. Nun könne man sie gut stapeln und auch auf Paletten verladen.

Sie ruhen derzeit an einem sicheren Ort und warten auf einen Interessenten. Und tatsächlich haben die Balks schon eine erste Anfrage erhalten – direkt am Tag nach der Ausstrahlung. „Es ist allerdings noch nichts sicher,“ sagt Ute Balk. Zu Hundert Prozent sicher sind sich die beiden hingegen über etwas anderes: Sie würden sich jederzeit wieder bei „Bares für Rares“ bewerben.

Erfolgreiche Sendung

„Bares für Rares“ läuft seit 2013. Bislang wurden rund 2000 Folgen produziert. Keine andere Show im Nachmittagsprogramm des ZDF hat so gute Einschaltquoten. 2018 gab es eine Goldene Kamera, 2019 den Deutschen Fernsehpreis. Wer die XXL-Ausgabe mit dem Lahrer Ehepaar verpasst hat, kann diese in der Mediathek des Senders nachschauen.

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