Ballon bleibt verschwunden
: Stratosphärenprojekt in Offenburg lief nicht nach Plan

Das Stratosphärenprojekt der Hochschule Offenburg war ein emotionales Auf und Ab. Auch wenn das Flugobjekt bei seiner Rückkehr zur Erde verloren ging, lernten die Studenten viel.
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(red/mw)
Offenburg
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Die Beteiligten des Hochschulprojekts beim Start des Stratosphärenballons

Die Beteiligten des Hochschulprojekts beim Start des Stratosphärenballons.

Hochschule Offenburg
  • Stratosphärenprojekt der Hochschule Offenburg: Ballonstart gelang, Kapsel blieb verschwunden.
  • GPS brach in etwa 12.000 Metern ab, später kamen kurzzeitig wieder Positionsdaten an.
  • Vermuteter Landeort lag in dichtem Wald bei Wasenweiler und Gottenheim – Suche ohne Erfolg.
  • Team suchte vier Tage mit Antennen, Richtmikrofonen und Drohnen, fand aber keine Kapsel.
  • Studierende sammelten Praxis in Planung, Mess- und Funktechnik sowie 3D-Druck trotz Verlust.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die vergangenen Wochen waren für die Beteiligten des Projekts „OG goes Stratosphere“ der Hochschule Offenburg ein Auf und Ab: Erst musste der geplante Stratosphärenflug ihres Ballons mehrfach verschoben werden. Später waren die Bedingungen ideal, der Ballonstart verlief reibungslos und alle Systeme arbeiteten einwandfrei. Dann brach jedoch die GPS-Übertragung plötzlich ab. Später wurden erneut Positionsdaten empfangen und ein wahrscheinlicher Landeort konnte bestimmt werden. Vor Ort war aufgrund des fast urwaldartigen Bewuchses trotz intensiver Suche aber nichts zu finden, schildert die Hochschule in einer Mitteilung.

Monatelang haben sich die Studenten darauf vorbereitet

Monatelang hatte das interdisziplinäre Team aus zehn Studenten so unterschiedlicher Studiengänge wie Maschinenbau, Umwelt und Wirtschaftspsychologie um Professor Dragos Saracsan den Stratosphärenflug vorbereitet. In letzter Minute wurde im 3D-Drucker noch ein Spiegel für die Ortungsantenne angefertigt, um den Signalempfang zu verbessern. Nach nur wenig Schlaf traf sich die Gruppe am frühen Morgen des 17. Juni schließlich am Flugplatz Kehl-Sundheim. Dort befüllte sie die Ballonhülle aus Latex mit circa 5900 Liter Helium und testete den Inhalt der Nutzlastkapsel ein letztes Mal: den Datenlogger, der GPS-Daten, Außen- und Innentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Höhe, Geschwindigkeit und Druck erfasst, die Kameras und die „Passagiere“ – Bakterien der Spezies „Bacillus spizizenii“, Hefezellen und Mungobohnensprossen (siehe Info).

In rund 12.000 Meter Höhe gibt es keine GPS-Daten mehr

Der Stratosphärenballon startete und stieg mit einer konstanten Geschwindigkeit. Alle Mess- und Kommunikationssysteme, einschließlich GPS und die LoRa-Funkantenne sendeten stabile Signale. Etwa eine Stunde später, in rund 12.000 Meter Höhe, dann der Schreck: Das GPS-Modul übermittelte plötzlich keine Positionsdaten mehr. Da sich der Ballon aber bis dahin exakt auf der vorausberechneten Flugroute bewegt hatte und die übrigen Signale stabil waren, entschloss sich das Team nach einigem Abwägen, ins errechnete Zielgebiet aufzubrechen. Und tatsächlich: Knapp drei Stunden später konnte man dort kurzzeitig wieder GPS-Daten empfangen, was die Berechnungen des Flugpfads bestätigte. Der Ballon hatte sich wie geplant in großer Höhe, bei niedrigerem Luftdruck, immer weiter ausgedehnt und war irgendwann geplatzt.

Kapsel war auf Erde gesunken

Die an ihm befestigte Kapsel war daraufhin an einem Fallschirm zur Erde gesunken. Der mit Hilfe der Daten ermittelte wahrscheinliche Landeort lag mitten in einem schwer zugänglichen Waldstück zwischen Wasenweiler und Gottenheim. Es folgten vier Tage Suche mit mehreren Antennen, Richtmikrofonen und sogar Drohnen. Mit der Ortungsantenne konnte das Suchgebiet auf einen Radius von 50 bis 75 Meter eingegrenzt werden. Dennoch blieben die Ballonreste und die 2,5 Kilo leichte Kapsel mit den Messgeräten unauffindbar.

Suche wurde eingestellt

„Dort stehen mehr als 30 Meter hohe Bäume dicht an dicht. Vermutlich hängen die Überreste des Ballons und die Kapsel in einem der Wipfel, sodass wir sie weder von oben noch von unten sehen können“, erklärte Dragos Saracsan, als die Suche schließlich eingestellt wurde. „Aber auch wenn wir die Kapsel und Proben verloren haben, ziehe ich ein positives Fazit: Unsere Studierenden haben in der interdisziplinären Zusammenarbeit, in der detaillierten Missionsplanung sowie im Umgang mit Mess- und Kommunikationstechnik sowie 3D‑Druck wertvolle Praxiserfahrung gesammelt. Auch die mehrtägige Suche im Gelände hat ihnen wichtige Erkenntnisse gebracht – damit haben sie auch ohne Messdaten viel gelernt

Das Experiment

Untersuchungen an den Bakterien, Hefezellen und Sprossen vor und nach dem Flug sollten Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen die extremen, marsähnlichen Bedingungen in der Stratosphäre auf Organismen haben, um daraus Hinweise für den Bau von Raumstationen oder Transportraketen abzuleiten.

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