Autokorsos in Lahr
: WM-Spiele führen zu zahlreichen Ruhestörungen – jetzt drohen Strafen

Zu laut, zu lang und zu wild gefeiert: Nach den WM-Spielen der deutschen Fußballer kam es in Lahr zu zahlreichen Beschwerden von Anwohnern. Polizei und Stadt appellieren an die Fans – und drohen mit Strafen.
Von
Felix Bender
Lahr
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Feiern ja, aber bitte mit Maß: Stadt und Polizei appellieren an die Fußballfans.

dpa (Symbol)

Teilweise noch bis zu zwei Stunden nach Ende der bisherigen beiden deutschen WM-Spiele bahnten sich Autokorsos laut hupend ihren Weg durch die Lahrer Straßen. Die Folge: erhebliche Ruhestörungen, besonders nach dem zweiten Gruppenspiel, das erst gegen Mitternacht endete. Polizei und Rathaus berichten von zahlreichen Beschwerden von Anwohnern.

Pünktlich vor dem letzten Gruppenspiel der DFB-Elf – Anpfiff ist am Donnerstag um 22 Uhr – appellieren die Behörden daher in einer gemeinsamen Pressemitteilung: „Eine fröhliche WM-Stimmung, die Freude über gewonnene Spiele und auch der Stolz auf den Lahrer Bezug zu einem deutschen Nationalspieler sind ein schöner Anlass zum gemeinsamen Feiern. Gleichzeitig muss mit Blick auf die Spielzeiten das Ruhebedürfnis der Anwohnerinnen und Anwohner ernst genommen werden.“ Zur Erklärung: Die Frau von National-Stürmer Deniz Undav stammt aus Lahr.

Polizei: „gewisse Toleranzphase“

Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst kündigen an, nach den kommenden WM-Spielen im Stadtgebiet präsent zu sein – und bei Bedarf auch zu handeln. Nach einer „gewissen Toleranzphase“ werde man Verstöße gegen ordnungsrechtliche Vorgaben – beispielsweise Hupen oder Verstöße gegen die Gurtpflicht – ahnden, gegebenenfalls auch durch Videoaufzeichnungen. „Gefährdungsrelevante Situationen werden von der Polizei konsequent unterbunden und verfolgt“, heißt es.

Gefährdendes Handeln wird sanktioniert 

Erste Priorität habe die „unmittelbare Unterbindung oder Verhinderung von selbst- oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen von Korso-Teilnehmenden sowie die Minimierung von Verkehrsstörungen“. Konkret will die Polizei einschreiten, „wenn Personen während des Korsos auf Fahrzeugdächern oder Motorhauben sitzen, auf Fußgänger oder Personengruppen zugefahren wird, sich Insassen aus den Fenstern oder dem Schiebedach lehnen, in Bereiche mit Fußgängerverkehr gefahren oder Pyrotechnik eingesetzt wird“.

Gemeinsam bitten Verwaltung und Polizei Fußballfans um Rücksichtnahme. Man freue sich, wenn es nicht notwendig wird, Verstöße mit Bußgeldverfahren zu ahnden.

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