Ateliers öffnen für Besucher: Ettenheimer Künstler bieten Einblicke in ihre kreative Arbeitswelt

Die Besucher nahmen sich Zeit, um jedes Werk im Bürgersaal unter die Lupe zu nehmen.
DecouxWie vielfältig Kunst sein kann, das deutete schon der Kunst-Apéro am Samstagnachmittag im Bürgersaal an. Immer wieder bekam man, so erinnerte Bürgermeister Bruno Metz bei seiner Eröffnung, in der Vergangenheit bei Einzelausstellungen Einblicke in das Schaffen Ettenheimer Künstler. „Wir wussten schon immer um die Vielfalt des Kunstschaffens in Ettenheim, nun ergibt sich für uns die Möglichkeit, bei der erstmaligen Aktion ,Offene Ateliers’ in Kontakt zu treten – mit den Kunstschaffenden und ihren Werken.“
Die Idee dahinter: Acht Ettenheimer Künstler öffneten am Samstag und Sonntag von 14 bis 19 Uhr ihre Kreativwerkstatt für Besucher und stellten ihre Arbeit vor. Selbstverständlich waren alle acht Mitwirkenden bei der Eröffnung im stark frequentierten Bürgersaal anwesend – mit einer Einschränkung. „Einer fehlt“, so Marion Bekker als eine der Initiatoren. Gemeint war Kurt Bildstein, der Ettenheims Kunstlandschaft geprägt hat wie kein Zweiter – im eigenen Werk wie in seiner Funktion als Mentor für ganz viele Kunstschaffende. Die Hälfte des Bürgersaals wurde für diesen Tag mit Leihgaben seiner Kunstwerke zur Hommage an den 2025 verstorbenen Hans-Thoma-Preisträger, der in diesem Jahr 98 Jahre alt geworden wäre.
Bildstein war auch im hohen Alter ein Entdecker
Auch Metz stimmte in die posthume Würdigung von Kurt Bildstein ein, der eine Vielzahl von Stadtmotiven aller Zeiten in den verschiedensten Techniken geschaffen und hinterlassen hat. Der Dank des Bürgermeisters galt zudem den beiden Initiatorinnen dieser Ateliertage Andrea Krappitz und Beeker, allen mitwirkenden Künstlern, den Sponsoren sowie dem jungen musikalischen Trio Judith Fink (Gitarre und Gesang), Paul Broßmer (E-Bass) und Leo Krappitz (Cello), das die Apéro eindrucksvoll musikalisch umrahmte.

Die Initiatoren, die Künstler und Bürgermeister Bruno Metz (rechts) freuten sich über die vielen Gäste, die am Ausstellungswochenende teilnahmen.
Foto: DecouxBekker hielt die Laudatio auf Kurt Bildstein, mit dem sie eine intensive kunstbezogene Freundschaft verband. In der Würdigung seines vielfältigen, bis zuletzt neuentdeckenden Kunstschaffens, und den Zügen seiner Persönlichkeit, erkannten ihn die Zuhörer wieder. Als unermüdlichen Entdecker mit Experimentierfreude bis ins hohe Alter, mit Techniken, die oftmals keinen klaren Kategorien zugeordnet werden konnten, mit seiner Direktheit und Offenheit im Dialog, mit der Klarheit, seine Meinung zu sagen – und mit seinem Bekenntnis „Kunst und Genuss gehören zusammen“.
Krappitz als Mitinitiatorin dankte allen, die diese Ausstellung und das Wochenende ermöglicht haben. Die mitwirkenden Künstler stellte sie persönlich vor. In der Stadtverwaltung hätten sie mit ihrer Idee von Planung bis Umsetzung immer offene Ohren und helfende Hände gefunden.
Mit einem erfrischenden Getränk in der Hand nutzten die Besucher anschließend die Besichtigung der ausgestellten Werke für einen Rundgang durch die Ateliers.