Artenvielfalt auf dem Langenhard: Förderverein erkundet Naturparadies

Walter Caroli (Dritter von links) führte die interessierten Gästen vom Förderverein Sulzer Heimatgut durch das Nationale Naturerbe Lagenhard.
FleigWalter Caroli vom Naturschutzbund (NABU) Lahr hat die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Sulzer Heimatgut durch das 109 Hektar große, ehemals militärisch genutzte Gelände auf dem Langenhard geführt, das 2012 zum Nationalen Naturerbe ernannt worden ist.
Während des rund zweieinhalbstündigen Rundgangs gab Caroli Aufschluss über die bewegte Entwicklung des Areals – vom Ursprung als Siedlungsplatz zum Nationalen Naturerbe mit faszinierender Tier- und Pflanzenwelt. Auf dem einstigen Truppenübungsplatz hat sich in kürzester Zeit eine artenreiche Landschaft entwickelt, die ihresgleichen sucht. Mit seiner besonderen ökologischen Stellung verspricht das beliebte Wandergebiet auf dem Sulzer Hochplateau atemberaubende Aussichten in die Rheinebene mit den Vogesen im Hintergrund und entspannte Stunden in einzigartiger Natur.
Durch seinen Status als Nationales Naturerbe soll das Areal ausschließlich für den Naturschutz und damit zur Sicherung der biologischen Vielfalt zur Verfügung stehen. Der Natur wird großflächig Raum für eigenständige Dynamik und Entwicklung gegeben. Und davon konnten sich die Sulzer Teilnehmer bei bestem Frühlingswetter selbst überzeugen. Derzeit steht auf dem Langenhard alles in voller Blüte und auch die Hinterwälder Rinder grasen ganz friedlich im satten Grün.
Zu sehen waren auch schützenswerte Lebensräume, extensive Mähwiesen und Weiden feuchter bis nasser Ausprägung mit periodischen Kleingewässern. Bestaunen konnte man ebenso die imposanten Streuobstwiesen mit ihrer Saumvegetation der Waldränder und Buchenwälder.
Wie Walter Caroli fachkundig mitteilte, sind auf diesem Naturgelände auch besondere Vogelarten wie Neuntöter, Grauspecht, Schwarzspecht, Hohltaube und Rotmilan angesiedelt. Des Weiteren findet man immer wieder Insekten, wie die Große Keulhornbiene, die Spitzzähnige Zottelbiene, den Weißen Waldportier, den Kleinen Würfel-und Dickkopffalter oder den seltenen Hirschkäfer. Auch Amphibien wie Gelbbauchunke, Bergmolch und Fadenmolch konnten schon beobachtet werden. Ebenso hat die Ringelnatter auf dem Langenhard eine neue Heimat gefunden.
Bei den Pflanzen kann man die Sumpfquendel, das Echte Tausendgüldenkraut oder die Kreuzblume erwähnen, so Caroli bei seinen detaillierten Ausführungen.
Die Zeit verrann bei der kurzweiligen Erkundung wie im Fluge. Nach Beendigung fand der gemeinsame Abschluss im Gasthaus „Zur Eiche“ statt, wobei weitere Fragen zum Naturerbe Langenhard von Caroli bis ins letzte Detail beantwortet wurden.
Naturerbe Langenhard
Alle Flächen der NABU-Stiftung auf dem Langenhard wurden im Jahr 2012 unentgeltlich aus dem Flächenpool der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben; ihre Gesamtgröße beträgt 108,37 Hektar.