Ältestes Modell stammt aus 1952
: Mofa-Treffen lockt zahlreiche Besucher nach Kappel

Egal, ob historische Mopeds oder Muskelkraft beim Mofa-Weitwurf: Beim Treffen der Kappler Mofa-Gäng“ gab es einiges zu sehen.
Von
Michael Masson
Kappel Grafenhausen
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Zahlreiche Mofa-Besitzer kamen nach Kappel, um sich über ihr gemeinsames Hobby auszutauschen.

Hiller

Wie weit kann man eigentlich ein Mofa mit seinen bloßen Händen werfen? Stolze 17 Meter können es schon mal sein. Das erwies sich nämlich beim mittlerweile sechsten Mofa-Treffen in der idyllischen Kappeler Oberau hinter dem Baggersee.

Veranstaltet hatte das Ganze erneut die „Mofa-Gäng Kappel“, die zahlreiche Gäste begrüßen durfte. Viele von ihnen waren stilgerecht mit Motorkraft angereist, nämlich mit den „motorisierten Fahrrädern“. Bei richtigen Rückenwind bringen diese bei maximal erlaubten 49 Kubikzentimern Hubraum des einzigen Zylinders gelegentlich mehr als die erlaubten 25 Stundenkilometer auf die Piste. Unter solch beeindruckenden Rennmaschinen fanden sich auch in Kappel erneut viele tuckernden Veteranen von den Herstellern Hercules, Kreidler, Rixe, DKW oder Puch.

Bei Wiesenbesitzer Gernot Mau, Vater des „Gäng“-Vereinsrechners, reicht das Grundstück samt Obstbäumen nicht nur, um gelegentlich eigene Zusammenkünfte zu zelebrieren, sondern insbesondere auch für die besuchermäßig immer größer werdenden Mofa-Treffen. Dort ist man auch dank Stromaggregat autark und autonom, nutzt den Geräteschuppen für den Thekenbetrieb.

Helmut Engel kam gemeinsam mit seiner Frau auf einer „NSU Fox“ aus dem Jahr 1952 zum großen Treffen.

Foto: Hiller

Natürlich fanden auch zahlreiche auswärtige feierfreudige Mofa-Fans den ausgeschilderten Seitenweg Richtung Baggersee zur Festwiese. So etwa einige „Slowracers“ aus der südlichen Ortenau, ganz wie echte Rocker stilgerecht in entsprechend bestickte Kutten gewandet. Auch sie eint die Moped-Leidenschaft als gemeinsames Hobby. Und wenn man nicht an Mofas herumschraubt, unternimmt man mit ihnen vor allem Ausfahrten – unlängst sogar, wie Sebastian Rietsche von den „rockigen Langsamfahrern“ berichtete, zu einem Schwarzwald-Marathon und in den Vorarlberg.

Zwar nicht mit Mini-Zweitakter, aber tagesaktuell ältestem Gefährt war indes Helmut Engel mit seiner gepflegten „NSU Fox“, Baujahr 1952, im Viertakt angereist.

Das traditionelle Mofa-Weitwerfen zog sich über viele Stunden hin.

Besucher haben bis 3 Uhr morgens gefeiert

Dabei galt es einen komplett von Zubehör befreiten Metallrahmen mit einem Gewicht von 15 Kilogramm möglichst weit auf eine abgesperrte Bahn zu schleudern – allerdings ohne mehr Umdrehungen wie beim Hammerwurf. Sonst wäre das losgelassene Wurfgeschoss eventuell ganz woanders gelandet. Spätes Ergebnis der vielen Wurfbemühungen: Sämtliche Sieger kamen aus Kappel. Auch weibliche, denn in Extra-Klasse warfen sich hier drei Frauen ganz nach vorne. Erstere mit 10,7 Metern. Bei den Herren wurde das Mofa-Gestell beeindruckende 17,3 Meter weit geworfen.

Anschließend wurde bis in die Nacht hinein über die historischen Zweiräder geplauscht. Dafür hatte der Verein extra eine polizeiliche Erlaubnis eingeholt, wodurch bis 3 Uhr morgens gefeiert werden konnte.

Info – Exklusiver Verein

Wer Teil der Kappler „Mofa-Gäng“ ist, gehört einer exklusiven Gruppe an. Ihnen beizutreten ist schwerer als in anderen Vereinen – für Frauen ist es sogar unmöglich. Sie dürfen bei ihnen nämlich nicht Mitglied werden. Das ist schon seit der Vereinsgründung 2017 in der Kappeler Krone so gewesen, als die ersten zwölf Gründungsmitglieder eines vorherigen Kappeler Freundeskreises beschlossen hatten, ihre jeweiligen Frauen zwar lieb zu haben, aber bei künftigen Mofa-Ausflügen zu Hause zu lassen. „Dann haben wir doppelten Spaß bei halben Kosten“, erklärte „Gäng“-Chef Matthias Weber bereits beim Mofa-Treffen im vergangenen Jahr augenzwinkernd. Aber auch interessierte Herren haben nur geringe Chancen, um aufgenommen zu werden. Denn der Verein hat sein eigenes Mitgliederlimit auf 20 festgeschrieben. Demnach muss also erst jemand die „Mofa-Gäng“ verlassen, bevor ein neues Mitglied von der Warteliste nachrücken kann. Jungmitglied Robin Biechele: „Wir nehmen nicht jeden einfach so dazu.“

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