Abteilung Geoinformation
: Sie sammeln Daten zu jedem einzelnen Gebäude in Lahr

Die städtische Abteilung für Geoinformation feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Das Team unterstützt fast alle städtischen Einheiten mit wichtigen Infos.
Von
Pascal Lienhard
Lahr
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Blicken zurück und voraus (von oben und von links): Nils Schneckenburger, Markus Nerz, Nico Baumann, Nico Börschig, Simone Hug, Irena Lamand, Annette Lienhart, Martina Migneault und Manuel Nübel. Seit September beschäftigt die Abteilung zusätzlich einen Auszubildenden.

Stadt

Um verlässliche lokale Daten zu erhalten, wurde bei der Stadt 2015 die Abteilung für Geoinformation geschaffen. Sie ging aus der Abteilung Vermessung hervor. Heute umfasst die Abteilung zusätzlich die Themenfelder Geodaten und Kommunalstatistik.

Zum Zehnjährigen lud die Verwaltung zu einer Pressekonferenz. Auf dieser skizzierten Abteilungsleiter Markus Nerz, Nico Börschig (Kommunalstatistik und GIS) und Annette Lienhart (GIS und 3D-Visualisierung) ihre Arbeit. Das Team hat zehn Mitarbeiter, seit September gibt es einen Auszubildenden für den Beruf Geomatiker. „Wir sind bestrebt, dem Fachkräftemangel selbst aktiv entgegenzuwirken“, berichtet Nerz.

Abteilung erfüllt vielePflichtaufgaben

Die Grundlage der Arbeit ist eine Geodateninfrastruktur zur einheitlichen Verwaltung der städtischen Daten mit Raumbezug. Über ein geografisches Informationssystem (GIS) werden die Daten analysiert und grafisch als Informationen aufbereitet. Geodaten beschreiben anhand von Koordinaten die exakte Lage eines Objekts. Die Verbindung mit Sachdaten steigert den Informationsgehalt. So können etwa städtische Bäume neben ihrer Lage mit Infos über die Art, das Pflanzdatum und weitere Merkmale beschrieben werden. „Gut aufbereitete und visualisierte Daten mit Raumbezug sind für kommunale Planungen ebenso wie für wirtschaftliche und private Vorhaben eine unverzichtbare Entscheidungsgrundlage“, so Baubürgermeister Tilman Petters.

Viele Kollegen hätten noch mit analogen Messgeräten gelernt und gearbeitet, blickt er zurück. „Inzwischen sind wir voll digital, was die Planung angeht“, freut sich der Bürgermeister. Die Abteilung Geoinformation erfülle verschiedene Pflichtaufgaben. Um Gebäude zu erhalten seien die digitalisierten Pläne zwingend notwendig. Es gebe kaum eine Abteilung, die nicht von der Arbeit der Geoinformation profitiere. Sie fungiert als Dienstleister für die politischen Gremien, Verwaltungsstellen und die Bürger.

Auch Nerz verdeutlicht, dass man nahezu alle städtischen Fachabteilungen unterstütze. Man sei für unabdingbare Verwaltungsaufgaben wie Hausnummernvergabe, Straßenbenennung oder Einteilung in Wahl- oder Schulbezirke zuständig. Zudem wird das Baulastenbuch geführt.

Ein wichtiges Arbeitsfeld bleibt die Vermessung – unter anderem als Grundlage für städtische Bauvorhaben sowie für Bestandsaufnahmen städtischer Einrichtungen. Dabei kommen etwa Luftbildfotografie und Laserscanning zum Einsatz. Auch Drohnen werden zu verschiedenen Zwecken verwendet. In regelmäßigen Abständen gibt es – in Kooperation mit der Stadt Offenburg und der Stadt Kehl – digitale Straßenbefahrungen zur Erfassung des Stadtbilds. So lässt sich etwa herausfinden, wo Schäden vorliegen

Digitaler Stadtplan liefert wertvolle Informationen

Die Kommunalstatistik gehört zur amtlichen Statistik und wird geführt, um Zahlen und Infos über die Lebensverhältnisse und Entwicklungen vor Ort bereitzustellen. Man sei, so Börschig, Mitglied im Verbund deutscher Städtestatistiker. „Somit haben wir methodisch einheitliche Standards“, erklärt er. Die Kommunalstatistik analysiert Daten zu Bereichen wie Bevölkerung, Wirtschaft, sozialem Leben, Umwelt, Flächennutzung und weiteren Themen, die für Planungen und Entscheidungen wichtig sind. Aktuelle Veröffentlichungen sind der Zensus- und der Sozialreport.

Lahr sei eine sehr agile und dynamische Stadt, so Petters. Darum sei es wichtig, Entwicklungen wie die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung im Blick zu behalten: „Wir müssen wissen, was passiert, um reagieren können.“

Mit dem von der Abteilung betreuten digitalen Stadtplan können Bürger auf viele verschiedene Daten zugreifen. Er bietet etwa thematische Karten zu Bodenrichtwerten, E-Ladesäulen, Spielplätzen oder Defibrillatoren. In naher Zukunft werde es auch einen neuen Plan geben, der nicht nur als Faltplan, sondern an auch an verschiedenen Stellen der Stadt als Schild angebracht wird.

Hinzu kommt die 3D-Modellierung. Für diese wurden alle Gebäude der Stadt 3D-erstellt. Dieser Prozess habe vier Jahre gedauert, so Lienhart. Dank einer Verknüpfung kann der Storchenturm auch digital erkundet werden. „Das 3D-Modell dient als Grundlage für verschiedene Planungszwecke“, erläutert Nerz.

Aktuell plane man, das Team personell zu erweitern, berichtet Börschig. Zudem betont Nerz, dass man unter anderem die Kompetenzen im Bereich Fernerkundung mit KI weiter ausbauen wolle. Zudem suche man sich weiter Partner, etwa an Hochschulen, um neue Methoden effektiv einbinden zu können.

Das Geoportal ist über https://lahr.terragis.de zu erreichen, das 3D-Stadtmodell finden Interessierte auf https://lahr.terragis.de/vcm. Auch den Zensus- und den Sozialreport gibt’s auf dem Onlineauftritt der Stadt.

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