23 Veranstaltungen geplant: So sieht das Jubiläumsprogramm für Wallburgs 800-Jähriges aus

Der Ettenheimer Stadtteil Wallburg feiert in diesem Jahr sein 800-Jähriges.
DecouxSchon im März 2025 habe man mit Blick auf das anstehende Jubiläum Einwohner befragt, was ihnen am Dorf gefällt oder verbessert werden kann. Daraus habe sich eine Ideenwerkstatt zur Bedarfsanalyse entwickelt, schließlich entstanden einige Arbeitsgruppen zur Vorbereitung der anstehenden Feierlichkeiten. Denn: Es sollte nicht ein Fest des Ortschaftsrates, sondern der Bürger werden. Was dabei heraus kam, könne sich jetzt sehen lassen, erklärte Ortsvorsteherin Marion Ibert den rund 60 interessierten im Vereinsheim des Sportclubs.
Inhaltlicher Kern der Faltbroschüre ist das Jubiläums-Jahresprogramm mit derzeit 23 monatlichen (außer zu den Ferien August und September) Terminen plus Festwochenende. Die wurden in verteilten Rollen jetzt auszugsweise vorgestellt. So berichtete Ibert in Sachen Bewegungsaktionen von einer Jubiläums-Radtour von der Halle aus (3. Mai) sowie mehreren fußläufigen Ereignissen: Wein- und Genusswanderung (17. Mai), historische Wanderung auf den Spuren der Wilden Christen (24. Oktober) und einer Pilzwanderung mit der VHS im selben Monat.
Theater soll das damalige Leben im 12. Jahrhundert darstellen
Zur Jugend berichtete Stefan Hunn, dass die sich mit der Entwicklung eines neuen „Grünen Treffpunktes“ auf dem SC-Gelände am Ortsrand schon mit installierter Tischtennisplatte und Basketballkorb arbeitseinsatzmäßig hervorgetan habe. Eine Boule-Bahn und ein hölzerner Pavillon sollen noch dazu kommen. Kim Hoefer erläuterte etwa eine historische Kirchenführung (21. April) samt späterem Kirchengeschichtsvortrag (9. November) und einem Friedenstreffen mit Reden und ökumenischem Gottesdienst an der Friedenskapelle, dabei auch erwartete Gäste aus Frankreich (21. Juni).
Franziska Schaub ging näher auf das zentrale Jubiläumsfest am 26. und 27. September ein. Da wird am Samstag ein Sternmarsch aller Ettenheimer Musikkapellen zum SC-Sportgelände mit Fassanstich erfolgen, abends dann einen Zapfenstreich der Wallburger Musikkapelle. Der Sonntag beginnt als Heimattag mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Halle und dem Revival Chor Bergeneck. Ein detailliertes Festprogramm für alle Generationen sei längst in Arbeit, einschließlich einer historischen Foto- und Dokumentenausstellung im Gemeindehaus. Geplant ist überdies, eine Wallburger Geschichte auf die Bühne zu bringen, möglicherweise als Musical mit Kindern, die dann „per Zeitmaschine ins alte Wallburg“ reisen werden. Dazu werden derzeit noch weitere junge Akteure gesucht. Auf dem Hallengelände wird es ansonsten mehrere Stationen insbesondere für Kinder geben.

Ortsvorsteherin Marion Ibert (links) stellte gemeinsam mit Vertretern des Ortschaftsrats und des Orga-Teams das Jubiläumsprogramm vor.
Foto: DecouxÜberdies ist dem Programm zu entnehmen, dass auch weitere Begebenheiten unter der Fahne des Jubiläumsjahres für Unterhaltung sorgen werden. So geben die Herzblutmusikanten ein Hallenkonzert (22. Februar), auf dem Bergeneck findet eine Walpurgisnacht (30. April) und ein Maihock (1. Mai) statt, später dort auch ein Vatertagshock (14. Mai). Ansonsten gibt die Musikkapelle ein Muttertagskonzert (9. Mai) und am 16. Mai wird „Partyalarm“ mit mehreren Bands ausgelöst. Der Sportclub lädt am 3. bis 5. Juli zu seinem Sportwochenende ein, die Musikkapelle am 24. Juli zu ihrem „Hock unter dem Lindenbaum“. Ansonsten gibt es noch ein Arbogast-Patroziniumsfest (26. Juli), Kinderkissenkonzert (22. November) und schließlich ein „Adventsopening“ (28. November) und einen Vortrag mit Dietmar Obert, der mit seinem Motorrad durch Asien und Afrika reiste.
Ortsvorsteherin zeigt sich begeistert
Zusammenfassend zeigte sich die Ortsvorsteherin begeistert darüber, was man bis jetzt gemeinsam erarbeitet habe. Das sei ein ganz besonderer Schwung, den man weiterhin für nachhaltige Ideen und neue Wallburger Projekte nutzen wolle, damit das Dorfleben auch in Zukunft von Zusammenhalt, Gemeinsamkeit und Engagement geprägt werde.
Nach einer eingelegten Gesprächspause blieben die meisten der erschienenen Bürger da, um anschließend noch ein organisiertes „Wohnzimmerkonzert“ mit Matt Woosey und John Parker zu genießen.
Info – Das Dorf im Mittelalter
Zur Einstimmung blickte Ortsvorsteherin Marion Ibert auf Wallburg im Jahre 1226 zurück, als das zwar schon länger existiert hatte, jedoch zum ersten Mal als „Valberc“ urkundlich erwähnt wurde. Ein normaler Tag begann damals in Hütten aus Holz mit gestampften Lehmböden. Am rauchenden Herd wurde dünnes und hartes Roggenbrot gebacken, denn Fleisch gab es höchstens zu Festtagen. Das bearbeitete Land gehörte Grundherren, die dafür große Abgaben verlangten. Geackert wurde mit hölzernem Ochsenpflug. Missernten bedeuteten Hunger. Fürstenkriege und Raubrittertum mussten erduldet werden. Die Bauern lebten damals in Abhängigkeit von Adel und Kirche ohne politische Rechte mit harter körperlicher Arbeit, starkem Glauben, aber wenig Sicherheit.