14. Ausgabe: Abend der Extraklasse beim Sulzer Spitalmahl

Die Akteure des Einakters mit Autor und Regisseur Walter Caroli (Mitte) begeisterten beim Spitalmahl in der Sulzberghalle.
BeckDas Spitalmahl hat am Mittwoch mehr als 300 Gäste in die Sulzberghalle gelockt. Den Rahmen für die Benefizveranstaltung, deren Erlös dem Spital zugutekommt, bestimmten klassische Musik in der festlich illuminierten Kulturhalle, ein mehrgängiges Menü und ein schon zur Tradition gewordenes Theaterstück aus der Feder von Caroli, dem Vorsitzenden des Fördervereins Spital Vital.
Dichtung und Wahrheit treffen aufeinander
Es war das zwölfte Theaterstück von Caroli und trug den Titel „Gräfin Adelheid rettet das Spital“. Das Szenenspiel, das als Einakter auf das Mahl in der Sulzberghalle folgte, spielte im 15. Jahrhundert und bestand aus großartiger Dramatik der Laiendarsteller. Dass die Zustände im Spital eher an Sodom und Gomorrah erinnerten, verlieh dem Stück eine ganz besondere Dramatik.
Es ging darum, dass die Landesherrin Gräfin Adelheid, Tochter Heinrichs III. von Geroldseck und Witwe des Grafen Johann I. von Moers-Saarwerden, das Spital besuchte und in eine spannende Geschichte verstrickt wurde. Es deutete sich ein Mordanschlag an. Wie in den Vorjahren gab es eine gewollte Mischung aus Dichtung und Wahrheit. Genauer gesagt, war es so wie immer beim Spitalmahl: Der Autor schuf eine abwechslungsreiche Melange aus historischen Fakten und fantasievoller Schreibkunst mit Humor und jeder Menge Dramatik.
Der Einakter mit Erlebnischarakter, der mit dem Spitalmahl und den musikalischen Beiträgen einmal mehr Kultstatus bewies, gefiel dem Publikum, das von Sozialbürgermeister Guido Schöneboom und der Ortsvorsteherin von Sulz, Nicole Baur, begrüßt wurde.
Kulinarische Klassiker als feste Größe
Den Vertretern der Verwaltung einschließlich Autor und Regisseur Caroli war anzumerken, dass in Lahr die Regel gilt: Nach der Chrysanthemenschau ist vor dem Spitalmahl. Passend dazu präsentierte sich auch die Chrysanthemenkönigin Birgit I. bei der Kultveranstaltung, die einmal mehr vortrefflich bewies, dass in der Sulzberghalle Kulinarik auf Kultur trifft – und dies für einen ganz besonderen sozialen Zweck. Der Förderverein initiierte mit den Akteuren des Spitals aus Küche und Keller, der Sängerin Alina Wentland und den Musikern der Lahrer Musikschule unter der Leitung von Andrej Melik, die mit einer klassischen Sinfonietta überzeugten, einmal mehr einen Abend der Extraklasse.
Neben dem Rahmenprogramm, das in diesem Jahr durch die Gesangssolistin Alina Wentland sowie das Streicherorchester der Musikschule aufgewertet wurde, erwies sich der kulinarische Klassiker beim Candle-Light-Dinner als feste Größe: Zum Drei-Gängemenü mit Roggentaler und Griebenschmalz wurde Hirschgulasch aus heimischer Jagd mit Knödel und Apfelrotkraut serviert, dazu gab es als Nachspeise Panna Cotta garniert mit Pflaumen.
Viel Beifall bekamen nicht nur die Bediensteten des Spitals, die ihre Freizeit für das Spitalmahl opferten, sondern auch die Akteure. Das waren Sprecher Hermann Burger, Gräfin Adelheid von Geroldseck (Dorothee Granderath), Prior Wernhart (Reinhard Kattinger), Spitalpflegerin Elspeth (Mia Braun), Mönch Eberlin (Stephan Müller), Mönch Berchtold (Harry Herzog), Mönch Bartholomäus (Michael Ständer) sowie Wächter Kunbert (Roland Hirsch). Autor und Regisseur war Caroli, Regieassistentin Ehefrau Hannelore Caroli, als Souffleuse wirkte Heike Wieseke.
Spenden
Für die Resonanz des Publikums (und die Spendenfreude) bedankten sich die Vorsitzenden von Spital Vital, Caroli und dessen Vize Hermann Burger. Mit Stolz wurde darauf hingewiesen, dass bereits zum 14. Spitalmahl eingeladen wurde. Das verankerte Ziel habe sich seit den Anfängen nicht verändert: nämlich die Lebensqualität der Bewohner im Spital zu verbessern. Seit Bestehen habe der Förderverein dem Spital für fast 100 000 Euro nützliche Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände gespendet, zeigte der Blick in die Protokolle des Fördervereins.