Wolfacher Gemeinderat: Archiv soll weiter aufgearbeitet werden

Die Diskussion um die Fortführung von Mitteln für das Gemeindearchiv will Wolfachs Gemeinderat nicht wieder aufwärmen.
LupferZum Start der Haushaltsberatung flammte im Gemeinderat einmal mehr die Frage der Notwendigkeit der Archiv-Neuordnung auf. Dabei hatte der Rat den Auftrag nach den Diskussionen der Vorjahre und langer Suche erst vor einem halben Jahr an das Büro Fachwerk aus Vöhringen vergeben.
Nach langen Debatten hatte der Rat im Haushalt 2025 für den Einstieg in die Neuordnung des Archivs 40 000 Euro eingestellt – wahlweise für eine befristete interne Stelle oder für externe Dienstleister. Nichtöffentlich hatte der Rat Anfang Juli das Büro beauftragt, ein Archivkonzept zu erarbeiten, die Bestände zu sichten und zu trennen sowie archivwürdige Unterlagen aufzuarbeiten. Auf zunächst drei bis vier Jahre sei das Projekt ausgelegt, hieß es bei der Bekanntgabe des Beschlusses im August.
Auch 2026 will Kommune 40 000 Euro einstellen
Im Entwurf des Ergebnishaushalts 2026 stehen erneut 40 000 Euro, um das Projekt weiterzuführen. „Dass man dran bleiben kann“, erklärte Bürgermeister Thomas Geppert. Das Historiker-Paar Yvonne Arras und Michael Walther wäre zwar interessiert, in größerem Umfang anzupacken. „Aber dann reden wir über 60 000 Euro oder mehr.“
„Wir müssen aufpassen, dass uns das nicht aus dem Ruder läuft“, mahnte Peter Ludwig (CDU) in der Haushaltsberatung und plädierte dafür, sich noch einmal darüber zu unterhalten, „wo man da konkret was einsparen kann. Das addiert sich, bis man endgültig fertig ist, zu einer Riesensumme.“
„Das sind erstmal pure Mann- oder Fraustunden“, sagte Geppert. So gehe es zu Beginn etwa um die Entmetallisierung etlicher Laufmeter Akten. Seit 1980 sei im Archiv nichts mehr passiert. „Die Zahlen in dem Feld schockieren mich nicht. Wenn wir ehrlich sind: 80 000 Euro, das ist im Prinzip ein Jahr Vollzeit-Archivar“, sagte Geppert. „Wir können uns doch wenigstens mal gedanklich auf die Schulter klopfen: Wir haben ein top Unternehmen. Bessere kriegen wir nicht.“ Ludwig hielt dagegen: „Wir haben 40 Jahre ohne geordnetes Archiv gelebt.“
„Ich denke, es ist wichtig, dass man das jetzt macht“, bekräftigte Henning Hermes (Grüne). „Es wird ja auch nicht fertig in dem Sinn – sondern wir arbeiten die Bugwelle ab.“ Auch Georg Schmieder (FWV) wollte die Diskussion nicht neu beleben: „Wenn wir das anfangen, dann müssen wir es auch durchziehen. Es war uns doch allen bewusst: Es kostet uns viel Geld. Eine breite Mehrheit war dafür, dann brauchen wir das nicht mehr zu diskutieren.“
Dokumente im Archiv
In den Regalreihen des Wolfacher Stadtarchivs lagern alte Gemeinde-, Pfand- sowie Kauf- und Tauschbücher. Außerdem gibt es dort historische Fotografien, etwa von den Ruinen nach dem Rathausbrand von 1892 oder vom Eisgang von 1830 sowie die 19 Freiheitsbriefe der Stadt. Dort finden sich auch neuere Unterlagen wie Einwohnerverzeichnisse von 1920 bis 1950.