Von Marsch bis Metal
: So vielfältig war das Jahreskonzert des Musikverein Trachtenkapelle Kirnbach

Einen weiten Bogen durch diverse Genres spannte die Trachtenkapelle Kirnbach am Samstag in der Gemeindehalle.
Von
Christine Aberle
Oberndorf
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Mit großer stilistischer Vielfalt begeisterte die Trachtenkapelle Kirnbach am Samstag ihr Publikum.

Aberle

In der voll besetzten Gemeindehalle präsentierte der Musikverein Trachtenkapelle Kirnbach am Samstag sein Jahreskonzert. Dirigent Siegfried Weisser hatte ein sehr abwechslungsreiches Programm mit den Musikern einstudiert, durch das Luisa Lutz die Zuhörer mit Witz und Charme führte.

Das erste Werk „Invicta“ war eine tolle Ouvertüre, die geradezu überschäumte vor Energie. Der Mittelteil ruhiger, schon fast romantisch, während der Schluss volle Power hervorbrachte. „Invicta“, auf Deutsch „Die Unbesiegte“, war ein treffender Titel.

Kapelle bricht Tradition für neuen Komponisten

Zu „Midnight Ride“ baute die Ansagerin Spannung auf: „In dunkler Nacht ist ein Reiter unterwegs.“ Tatsächlich waren das Trappeln des Pferds und seine Schönheit aus der Musik herauszuhören. Romantische Klänge, auch mal kalte Trommelschläge, ein Stück voller Dynamik, das Fahrt aufnahm und sehr gut umgesetzt wurde.

„Music for a Solemnity“ war eine Herausforderung. Dabei brach die Kapelle mit ihrer Tradition, zum Jahreskonzert ein Stück von Jacob de Haan zu spielen, und gab dessen Bruder Jan de Haan den Vorzug. Eine sehr festliche Komposition, voller Tradition und doch mit modernen Rhythmen und melodischen Klängen, was eine tolle Kombination darstellte. Diese musikalische Leistung bekam großen Applaus.

Vor der Pause gab es dann noch „Alcazar“, ein spanisches Konzertstück, das die Musiker besonders rhythmisch stark forderte. Wer glaubte, dass sich solche Klänge nicht mit Blasmusik verbinden lassen, wurde eines Besseren belehrt. Unverkennbare Klänge aus Andalusien, Kastagnetten, Flamenco und spanische Leichtigkeit ließen Bilder aufkommen von Urlaub, Sonne und Meer. Mal schnell und mal romantisch verträumt, wie das Leben, so war auch dieses Stück.

Film-Medley macht großen Spaß beim Zuhören

Im zweiten Teil kamen etwas leichtere Stücke zum Zug, die sich aber ebenfalls durch eine große Vielfalt auszeichneten. Es begann mit „Nemo“, einem Hit der finnischen Metal-Band „Nightwish“. Auch hier eine unerwartete Genre-Kombination mit der Blasmusik, sehr schwungvoll und fetzig gespielt, ein toller Auftakt.

„The greatest Showman“ bot ein Medley aus dem Soundtrack des gleichnamigen Erfolgsfilms, was großen Spaß zum Zuhören bereitete. Mal dramatisch und aufregend, mal melodisch und ruhig.

Beim nächsten Stück wäre jedem im Saal auch ohne Ansage schon nach den ersten Klängen klar gewesen: Es handelte sich um ein Stück der Beatles. „Something“ war ein kurzer, toller Abstecher in die 60er-Jahre.

Publikum bekommt zwei Zugaben

Mit vier Hits von Nena ging es in die nächste Runde. Den Auftakt machte „99 Luftballons“. Ein langes, aber toll umgesetztes Werk, das mit „Bravo“-Rufen honoriert wurde.

„The Blues Brothers Revue“ zum Schluss ging in eine ganz andere Richtung. Zu Blues und Soul gaben die Musiker nochmals alles, und auch der Dirigent war voll in seinem Element. Mit begeistertem Applaus ließ das Publikum die Musiker erst nach zwei Zugaben von der Bühne gehen.

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