Viel Applaus in Wolfach: So lief das Konzert des Kinzigtäler Kammerchors

Der Kammerchor Kinzigtal zeigte sich beim Konzert in der Wolfacher Kirche St. Laurentius von verschiedensten Seiten.
Buchta„Sanctus – was ist uns heilig?“ nannte Chorleiter Michael Hartenberg das Konzert, das der Kammerchor Kinzigtal am Samstag in der Kirche St. Laurentius aufführte. Ein Konzert, in dem sich verschiedene Zeitebenen vom Barock bis zur Moderne miteinander kreuzten und sich musikalisch die Frage nach dem Heiligen und Wesentlichen im Leben stellte.
Im Mittelpunkt des Konzerts standen drei Teile aus der „Messe pour Double Choeur a Cappella“ von Frank Martin, einem eindrucksvollen, meditativen Werk für zwei vierstimmige Chöre – es war dem Komponisten so heilig, dass er es ursprünglich nicht veröffentlichen wollte. Das Konzert gewann dadurch, dass die Ordinarien der Messe, Kyrie, Sanctus und Agnus Dei, in die weiteren Werke des Abends eingebettet waren, an Dramatik. Zusätzliche Dynamik erhielt der Programmablauf durch Odile Meyer-Siats und Wilfried Busses Beiträge für Violine und Orgel.
Heiliges und Wesentliches stehen im Mittelpunkt
Wesentlich zum Verständnis trugen die beigegebenen Texte samt Übersetzung bei, obwohl die Artikulation des Chors verständlich war.
Das Konzert begann mit dem Kyrie aus Frank Martins Messe, deren tiefgründigen Klänge eindringlich „Kyrie eleison, Christe eleison“ verkündeten, gefolgt von zwei Chorälen Jehan Alains, gespielt von Wilfried Busse auf der Orgel in ungewohnter und eingängiger Registrierung. Deren Harmonie wurde durch überraschende Akkorde unterbrochen.
Von Anton Bruckner erklang das Chorwerk „Vexilla Regis“: Aus der Tiefe erhoben strahlende Klänge das Kreuz, um dann jäh zu verstummen. Etwas verloren und umso geheimnisvoller wirkte zunächst Odile Meyer-Siats Solovioline in den Weiten des Klangraums bei „Zwölf Fantasien“ von Georg Philipp Telemann. In kunstvoller Gestaltung zeigte sie die Fantasien in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit. Von ihr waren noch drei Sätze aus Nicola Matteis’ „Assyrs for the Violin“, bei denen besonders die Sarabande mit ihrer Schönheit berührte.
Violine fiel in die tiefsten Orgeltöne ein
Auch zusammen traten Violine und Orgel in „Cantabile“ von Marie Bertault auf. In die tiefsten Orgeltöne fiel fast unhörbar die Violine ein, gewann an Kraft und ergänzte wirkungsvoll den Klang.
Es folgte das Sanctus aus der Martin-Messe, ein sanft beginnendes Gotteslob, das eine ungeheure Kraft entwickelte und in einer Art Echo-Gesang mit„Hosanna in excelsis“ endete.
Mit der kraft- und hoffnungsvollen Frage „Warum?“ begannen zwei Motetten von Johannes Brahms und endeten mit der berührenden Todeserfahrung „Der Tod ist mir Schlaf worden“. Mit dem kunstvoll gestalteten „Agnus Dei“ der Martin-Messe und Heinrich Schütz’ Vertonung des 100. Psalms „Jauchzet dem Herren alle Welt“ endete das Konzert unter großem Beifall.
Zugabe
Der Chor seinerseits bedankte sich für den Applaus mit einer kleinen, aber feinen Zugabe - „Adoramus te“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina.