Versammlung der FBG: So entwickelt sich der Wald im Forstrevier Haslach

Kurt Weber, Waldservice Ortenau (von links), Forstbezirksleiter Mario Herz, Forstrevierleiter Frank Werstein, Bürgermeister Armin Hansmann und Vorsitzender Jürgen Schmid informierten die Waldbesitzer in der Hauptversammlung.
BuchtaIhre Hauptversammlung veranstaltete die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Haslach in der „Silberstube“. Vorsitzender Jürgen Schmid begrüßte neben zahlreichen Waldbesitzern Kurt Weber von der Waldservice Ortenau, Forstbezirksleiter Mario Herz, Forstrevierleiter Frank Werstein und Bürgermeister Armin Hansmann.
Der Bericht über das FBG-Geschäftsjahr 2025 zeigte eine Gesamtmasse geernteten Holzes von 9831 Festmetern mit einem Gesamterlös von 878 420 Euro und einem Durchschnittserlös von 89,35 Euro. Für Stammholz wurden durchschnittlich 113,81 Euro je Festmeter (FM) erzielt, für Laubholz 150,16 Euro. Auffallend war der große Anteil an Hackholz und Brennholz. Die größte Steigerung wurde bei Laubholz erzielt.
Beim Kassenbericht standen den Einnahmen von 885 868 Euro Ausgaben von 888 443 Euro gegenüber, sodass ein Defizit von 2575 Euro zu verzeichnen war.
Versammlung stimmte einstimmig für Beitritt zur Genossenschaft
Für einen Beitritt der FBG zur neu gegründeten Genossenschaft Wald-Holz-Vermarktung warb Kurt Weber. Es handelt sich dabei um einen genossenschaftlichen Zusammenschluss zur steuerbefreiten Holzvermarktung mit derzeit 66 Mitgliedern aus FBGs und Kommunen mit einer einmaligen Einlage von 100 Euro je Mitglied. Die Versammlung stimmte einstimmig für den Beitritt.
Weber gab einen Überblick über den gegenwärtigen Holzmarkt. Im Leitsortiment Fichtenstammholz wurden zwar 134 Euro je Festmeter erzielt, bei der Douglasie gar 145 Euro. Dennoch müssten zum Ausgleich der Inflation und der gestiegenen Kosten die Preise weiter steigen.
Waldbesitzer sollen ihre Bestände stabilisieren
In seinem Ausblick riet er den Waldbesitzern zur Waldpflege: „Alles was nichts wert ist – weg damit.“ Damit könnte der Wald die nächste Trockenperiode überstehen. „Stabilisiert eure Bestände“, appellierte er an die Waldbesitzer.
Im Übrigen wolle er den CO₂-Zertifikatehandel ausprobieren und in einem Arbeitskreis für klimapositive Waldwirtschaft Premiumpartner aus der Wirtschaft gewinnen. Die Grundidee dabei sei, Wald und Waldbesitz stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
In die gleiche Kerbe hieb der Vorsitzende Jürgen Schmid: „Redet positiv über das Holz und darüber, dass der Preis weiter steigen muss wegen Inflation und Kostensteigerungen. Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel.“
Über Neues aus dem Forstbezirk berichtete dessen Leiter Mario Herz. Er sprach über die aktuellen Fördermöglichkeiten bei Wiederaufforstung, Kultursicherung und Jungbestandspflege sowie über anstehende Vereinfachungen bei der entwaldungsfreien Lieferkette. Er wies auf die Veränderungen bei der Verkehrssicherungspflicht im Privatwald hin und auf die Beschränkung der Haftung der Eigentümer bei naturtypischen Vorfällen: „Bei waldtypischen Gefahren ergibt sich keinerlei Haftung.“ Also auch die Bank im Wald könne bleiben. Er unterstrich die Pflicht zur deutlichen Absperrung auf die doppelte Baumlänge bei der Holzernte und auf die Wichtigkeit der Dokumentierung jeder Baumkontrolle.
Über Aktuelles aus dem Forstrevier berichtete Förster Frank Werstein. Es habe Dürreschäden gegeben, aber der Regen ab Juni habe vieles abgewendet: „Der Wald steht da wie nie.“ Er wies auf Versuche mit exotischem Wertholz hin und auf die Asiatische Hornisse als neue Herausforderung.