Unterhaltsamer Spaziergang
: Amüsante Anekdoten in Walke

Ein Spaziergang mit Wolfgang Sum bot Einblicke in die Vergangenheit des Oberwolfacher Teilorts.
Von
Hans-Gottfried Haas
Oberndorf
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Die Teilnehmer passierten unter anderem das Gasthaus „Zum Walkenstein“, das Steinkreuz beim Felixenhof sowie das alte Schulhaus.

Haas

Für Heimatfreude war der sich an der Historie orientierende Rundgang durch den Kernbereich des Ortsteils Walke mit dem Fachwart für Heimatpflege im Schwarzwaldverein Oberwolfach, Wolfgang Sum, ein Höhepunkt innerhalb der Veranstaltungen zum 750-jährigen Gemeindejubiläum.

So hatten dies auch an die 50 interessierte Teilnehmer erwartet. Und sie wurden nicht enttäuscht. Im Ortsteil Kirche war man bekanntlich zuvor schon zweimal mit Albert Schrempp in ähnlicher Weise unterwegs gewesen.

Gestartet wurde am vergangenen Sonntag bei sonnigem Wetter am Rathaus. Dort bot es sich an, sich auf die Entstehung des Ortsteils, wohl im 13. Jahrhundert, unterhalb des Wehrturms Walkenstein zu besinnen. An Ort und Stelle mit einbezogen wurde die Rathausgeschichte mit dem Bau des Gebäudes im vorigen Jahrhundert an dem Standort des 1921 abgebrannten Spinnerhofes. Auf diesem Hofgut, an das noch die Bezeichnung Spinnerberg erinnert, entwickelte sich in den fünfziger und sechziger Jahren eine rege Bautätigkeit. Aber auch weniger Bekanntes kam zur Sprache. So etwa der einstmals oben auf dem Spinnerberg errichtete „Hans-Gottfried-Aussichtsturm“.

Der ist zwar schon in den 30er-Jahren marode geworden, aber aus dem Teilnehmerkreis kam die Erinnerung, letzte Reste von diesem Bauwerk in früher Kindheit noch gesehen zu haben.

Bei zahlreichen Gebäuden konnte Sum von der Entstehung erzählen

Überhaupt war der gesamte Rundgang so offen und „publikumsfreundlich“ organisiert, dass immer wieder Fragen und Anregungen der Mitwandernden mit einfließen konnten. Und davon wurde rege Gebrauch gemacht, was viele Facetten der Walker Geschichte ans Licht brachte. Für den im wahrsten Sinne des Wortes „gut bewanderten“ Wolfgang Sum ergab sich so manche Anregung zum vertiefenden Weiterforschen.

Baiersbauernhof und Jungbauernhof waren schon seit Menschengedenken stattliche Höfe. Sie gaben Anlass zur Entstehung und auch zur Namensgebung Auskunft zu geben. Wolfgang Sum, dessen Vorfahren vom Hansenbauernhof stammen, der am Ende der Runde auch noch ins Blickfeld rückte, erwies sich dabei als Kenner auch der baulichen Entwicklung dieser Höfe und der Schwarzwaldhöfe generell.

Der Blick ging dann auch noch in Richtung der Steigkapelle am Standort des „Steigbarthlehäusle“ und die gebührende Erwähnung fand natürlich auch das 1951 niedergebrannte „Steighäusle“.

Die Gasthäuser „Walkenstein“ und „Hirschen“ können auf eine lange und abwechslungsreiche Tradition verweisen. Und mit Anekdoten wurde vor allem auch die „Walker-Geschäfts-City“ der 60er-Jahre wieder richtig lebendig. Aus eigener früher Lebenserfahrung konnte der versierte Wanderführer sowohl informativ wie auch köstlich amüsierend „Einkaufstaktik“ und Einkaufserlebnisse aus jener Zeit zum Besten geben. Als ein Kapitel für sich wurde der Speicher beim Felixenhof und vor allem das nach Plan vom damaligen Gemeinderechner Salomon Thüringer erbaute noch immer markante alte Schulhaus gebührend gewürdigt.

Weiter ging es auf dem Fuß-und Radweg mit dem großen Fundus an Informationen in Richtung Lorenzenhof mit der Geschichte des Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach und auch mit dem Blick zur Schmiede und späteren Tankstelle Holzer.

Das Sammeln alter Ansichtskarten motivierte Sum zu Nachforschungen

Als abschließendes Highlight erwies sich die einstige Rote Mühle und ihr vorausgehend die Mariannen-Erzschmelze mit dem nachfolgenden stetigen Wechsel von Produktionsform und Bezeichnung. Dies alles auch im Blick auf mehrere Neugründungsanläufe auf industrieller Ebene konnte Sum mit einer Genauigkeit beschreiben, die die Teilnehmer in Staunen versetzte. Man konnte spüren, dass dieser Bereich für den Heimatforscher gewissermaßen eine Art Initialzündung für sein Befassen mit der heimatbezogenen Geschichte in Oberwolfach bedeutet hat. Nebenbei hatte ihn nach seinem Bekunden auch das Sammeln alter Ansichtskarten auf den Weg des Suchens und Nachforschens geführt.

Die Teilnehmer spendeten anerkennend dankbareren Beifall. Das Lob von Gemeinderechner Thomas Springmann, ganz im Sinne auch von Bürgermeister-Stellvertreterin Regina Sum, die aus terminlichen Gründen vor dem Abschluss an der Hansenbauernbrücke „aussteigen“ musste, wird Wolfgang Sum gewiss ermuntern, seinem Hobby weiterhin so sachkundig und zugleich zielstrebig auch zum Wohle der Allgemeinheit treu zu bleiben.

Termine

Weitere Termine im Veranstaltungskalender der Gemeinde Oberwolfach sind online auf der Website unter oberwolfach.de zu finden.

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