Sanierung kostet elf Millionen Euro: So lief Sandra Bosers Baustellen-Besuch bei der Herlinsbachschule Wolfach

Sandra Boser (Dritte von rechts) beim Besuch der Baustelle. Hier hinter dem neuen Anbau beziehungsweise Bau B.
MüllerVom Fortschritt der Sanierung und Erweiterung der Herlinsbachschule machte sich Sandra Boser (Grüne), Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, ein Bild. Beim Rundgang über die Baustelle wurde sie begleitet von Bürgermeister Thomas Geppert, den Amtsleitern Dirk Bregger, Peter Göpferich und Josef Vetterer, Mitgliedern des Gemeinderats, Architekt Christoph Wussler sowie den Schulleiterinnen Sarah Baas (Herlinsbachschule) und Barbara Moser (SBBZ).
Dass dort kräftig angepackt wird, war nicht nur zu sehen, sondern auch deutlich zu hören. Immer wieder musste die Gruppe wegen des Baulärms näher zusammenrücken, um sich verständigen zu können.
Sanierung und Erweiterung der Schule sind Teil des Millionenprojekts Schulentwicklung. Rund elf Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für die Herlinsbach-Schule. Später soll auch die Realschule in Angriff genommen werden. „Der Schulbau ist ein wichtiges Thema“, betonte Boser. Aus dem Grund habe das Land die Schulförderung um 250 Millionen Euro auf 450 Millionen Euro aufgestockt. Wie Architekt Christoph Wussler informierte, werden die drei Gebäude der Grundschule in vier Bauabschnitten auf Vordermann gebracht.
Gesamtinvestition liegt bei elf Millionen Euro
Den Anfang machte man im September mit dem Spatenstich für den Anbau an den A-Bau. „Die Fenster sind schon eingebaut, das Dach ist fertig und die Wärmedämmung steht an. In den Sommerferien wird der Estrich verlegt“, gab Wussler einen Überblick. Bis zum Jahresende soll der Erweiterungsbau fertig sein. Zu sehen war außerdem, wie der Aufzugsschacht Gestalt annimmt. Links neben dem Eingang des B-Baus wird der Aufzug gebaut. Die große Schuluhr muss zu diesem Zweck entfernt werden, doch es ist ein Ersatz geplant. Auch die Innensanierung des A-Baus wurde bereits begonnen. „Das ist eine Herausforderung für Lehrer und Schüler“, ist sich Wussler bewusst. Die Arbeiten finden während des laufenden Betriebs statt. „Eine Auslagerung wäre aber keine Alternative gewesen. Die Kosten für eine Container-Lösung hätten im siebenstelligen Bereich gelegen“, machte er deutlich. Im zweiten Obergeschoss konnten die Besucher sehen, dass die Rohinstallationen abgeschlossen und die alten Bodenbeläge entfernt sind.
Die neuen Böden und Malerarbeiten stehen an. Besichtigt wurde auf dem Stockwerk auch der künftige Kunstraum. „Wir hatten nicht viele Möglichkeiten für Highlights. Zum Großteil ist das Standardware. Der Kunstraum ist eine Ausnahme“, verwies der Architekt auf die offene Decke. In den Sommerferien sollen die Arbeiten im zweiten Obergeschoss beendet werden, dann geht es in den unteren Geschossen mit der Innensanierung weiter. Morgen soll außerdem mit der Sanierung des Daches von Bau B begonnen werden. Geplant ist auch eine PV-Anlage und die Dämmung der Gebäudehülle. Auf energetische Sanierung und Sonnenschutz legt man in Zeiten des Klimawandels übrigens besonderen Wert. Die Klassenzimmer sollen daher mit einer Lüftungsanlage ausgestattet werden. Pausenhalle und Verbindungsgang erhalten eine neue Verglasung, die das Aufheizen verhindert.
Thema Ganztagsbetreuung wurde kritisch beleuchtet
Angesprochen wurde im Rahmen der Baustellen-Besichtigung das Thema Ganztagsbetreuung. Ab 2026 soll diese an der Herlinsbachschule angeboten werden. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Bürgermeister Thomas Geppert. Beim Personal arbeite man mit Hausach zusammen. Er rechnet damit, dass Wolfach die Kosten zu 100 Prozent übernehmen wird. Sandra Boser stellte in Aussicht, dass das Land hierfür eventuell die Gelder aufstockt, machte aber klar, dass die Ganztagsbetreuung eine Entscheidung des Bundes war und das Land bei der Finanzierung nur einspringe. Schulleiterin Sarah Baas gab einen Einblick in die Umsetzung: „Ziel ist es, dass die Kinder ihre Hausaufgaben in der Schule machen. Daher werden Lehr- und Betreuungskräfte zusammenarbeiten.“ Kritik übte sie an den starren Vorgaben, wie der Tag zu gestalten sei: „Schulen, die schon vor längerer Zeit auf Ganztagsschule umgestellt haben, sind flexibler.“ Boser begründete diese Vorgabe damit, dass das Land Verlässlichkeit für Eltern und Lehrer wolle. Bemängelt wurde von Barbara Moser, dass die Kosten für den Fahrdienst nicht übernommen werden und die Eltern oft nicht die Möglichkeit hätten, ihre Kinder am SBBZ abzuholen. Gerade die Erst- bis Viertklässler könnten aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht mit dem ÖPNV fahren. Daher sehen manche Eltern davon ab, ihre Kinder an das SBBZ zu schicken, obwohl sie dort die Förderung erhalten, die sie brauchen. Ihr sei bewusst, dass das Thema des Landkreises sei, wollte aber darauf aufmerksam machen. Die ländlichen Regionen seien im Nachteil.
