Neuer in St. Jakob: Pater Günther Kames will auch bei der Seelsorge helfen

Pater Günther Kames fühlt sich in seinem neuen Heim wohl.
StörrWolfach - Für Pater Kames ist es etwas Außergewöhnliches, dass er ein ganzes Jahr lang – und vielleicht auch darüber hinaus – außerhalb seiner Ordensgemeinschaft "Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria" lebt. Doch mit Genehmigung seines Provinzials und des Rates im Mutterhaus (Hünfeld, Bistum Fulda) wurde ihm diese Auszeit auf eigenen Wunsch hin ermöglicht. Er wird die Stille auf St. Jakob für sich nutzen, um zu beten, zu meditieren und zur inneren Einkehr zu finden.
Hilfe auch bei der Seelsorge
Aber er will auch für die Menschen da sein und wird deshalb seelsorgerische Aufgaben wahrnehmen. So ist er mit einer viertel Diözesan-Stelle in erster Linie Pfarrer Hannes Rümmele zugeordnet, der sich die – durch Bruder Ottos Tod im September – notwendig gewordene Nachbesetzung der Klause mit einem Priester gewünscht hatte. "Einen Teil dieser Arbeitszeit werde ich für Küster-Dienste in der St. Jakob-Kapelle verwenden, den überwiegenden Teil aber für die Seelsorge", erklärte Pater Kames.
Mit einer viertel Arbeitsstelle wird er seine Ordensgemeinschaft unterstützen, indem er ein äußerst umfangreiches Bildarchiv neu konzipiert. Von einem Fotografen, der für die ordenseigenen Zeitung gearbeitet hatte und bei der auch Pater Kames 15 Jahre lang Redakteur in Mainz war, bekamen die Missionare zahlreiche Bilder. "Da ich ein großes Hintergrundwissen zum Entstehen der Bilder habe und diese Arbeit online stattfinden kann, ist das für beide Seiten ein Gewinn", beschreibt Kames die Aufgabe.
Er könne sich die Zeit frei einteilen und habe somit keinen Termindruck. Diesen möchte er auch vermeiden, schließlich soll der Großteil seines Aufenthalts dem Beten und der inneren Einkehr gelten. Dafür hat er sich drei feste Gebetszeiten morgens um sieben Uhr, mittags um 11.45 Uhr und abends um 17.30 Uhr vorgesehen. "Die Zeiten richten sich nach Radio Horeb, weil dort Wechsel-Gebete aus Kirchen und Klöstern übertragen werden", erklärt der Pater. Der Vorteil liege in der vorgegebenen Struktur und dem gemeinschaftlichen Gebet, für persönliche Gebete sei aber auch noch Zeit.
Gartenarbeit steht im Frühjahr an
Doch Pater Günther Kames will auch praktisch arbeiten. So soll es neben den im Haushalt anfallenden Handgriffen wie kochen, putzen und waschen im Frühjahr auch im Garten losgehen. Ein bisschen Gemüse soll angepflanzt werden und vielleicht ein paar Blumen.
Über die wohlwollende Aufnahme in Wolfach hat sich Pater Kames bisher sehr gefreut. "Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass einen Menschen vor Ort unterstützten. Gerade, wenn man fremd ist", bedankt er sich.
Der Weg von Pater Kames in den Orden hatten von frühester Kindheit an verschiedene Aspekte. Stark beeindruckt habe ihn das zwischenmenschliche Miteinander seines Lehrmeisters. Zunächst hatte Kames nämlich den Beruf des Dekorateurs erlernt, absolvierte dann von einem Kloster aus das Abitur und schloss sich 1987 schließlich durch sein Gelübde endgültig den Oblaten-Missionaren an.