Nach zwölf Jahren
: So wurde Pfarrer Christian Meyer in Haslach verabschiedet

Wie verbunden Meyer mit der Gemeinde gewesen ist, zeigte die Vielzahl wertschätzender Worte, die ihm mit auf seinen weiteren Weg gegeben wurden.
Von
Christine Aberle
Oberndorf
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Die evangelische Kirchengemeinde verabschiedete ihren Pfarrer Christian Meyer (Fünfter von links).

Aberle

Mit einem feierlichen und würdigen Festgottesdienst wurde der evangelische Pfarrer Christian Meyer am Samstagabend in der Stadtkirche Haslach verabschiedet. Viele Weggefährten, Vertreter aus Politik und Religionsgemeinschaften sowie eine große Anzahl an Gemeindemitgliedern, füllten die gesamte Kirche und erhoben sich von ihren Plätzen, als die Kirchengemeinderäte mit Pfarrer Christian Meyer und Dekan Rainer Becker einzogen.

Der Dekan sagte: „Wir feiern nicht den Weggang, wir sind dankbar für die vergangenen zwölf Jahre, in denen wir gemeinsam unterwegs waren und Gemeinde gestaltet haben.“ Stichworte seien Abschied und Aufbruch. Dazu passend gab es ein Loblied des Chores „Jesus is the solid rock I stand“, dem die Solostimme Monika Wartmann-Bührers eine ganz besondere Note gab.

Zwölf Jahre mit Pfarrer Christian Meyer unterwegs

Dekan Becker entpflichtete anschließend Pfarrer Meyer von seinen Aufgaben in Haslach. Er erinnerte an Menschen der Bibel, die sich ebenfalls aus vertrauter Umgebung gelöst hätten. Auch sie wurden geprägt durch das, was ihnen auf dem Weg begegnete. „Vieles hat hier in Haslach wachsen und reifen dürfen“, erinnerte er auch an innovative Ideen, die vor Ort umgesetzt wurden.

Auch plauderte Becker aus dem Nähkästchen, dass Meyer in Offenburg an höherer Stelle immer wieder um Geld für den Fehrenbacherhof gebettelt hätte. „Das hat echt genervt“ , lacht er heute über die Hartnäckigkeit Meyers, die sich ausgezahlt habe. Dass der scheidende Pfarrer ein Verfechter der Ökumene war, ist hinlänglich bekannt.

Meyer habe tiefe Spuren hinterlassen

Angelika Spitzmüller und Veronika Rost als Vertreter der Seelsorgeeinheit Haslach waren mit Pfarrer Klaus Klinger gekommen. Spitzmüller betonte die große Verbundenheit, es hätten auch regelmäßige Gespräche zwischen den beiden großen Kirchen stattgefunden. „Du hast tiefe Spuren hinterlassen“, meinte sie und schrieb Meyer die Charaktereigenschaften Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Offenheit zu.

Merican Durmus, die Dialogbeauftragte der Ditib Moscheegemeinde Haslach, lobte den Pfarrer als einen Menschen, der über seine Konfession hinaus Brücken gebaut habe. „Gemeinsam haben wir viel bewegt“, erinnerte sie an Diskussionsrunden oder Projekte, in denen der Verschiedenheit mit Respekt begegnet wurde.

Bürgermeister Armin Hansmann erinnerte an den Begriff „Gemeinwesen“, der eine dürre Definition im Lexikon habe. Letztendlich gehe es um die Menschen, die sich zugehörig fühlen würden. Anders als in der politischen Gemeinde, hätten die Menschen kirchlich gesehen die Wahl, sich zugehörig zu fühlen. „Ein Pfarrer muss sich also anstrengen, die Kirche lebendig zu erhalten.“

Der Abschied fiel Meyer nicht leicht

Pfarrer Meyer hätte sich jedenfalls um das Gemeinwesen verdient gemacht, lobte er. Moritz Martiny vom Kooperationsraum Mittlere Täler (Gengenbach, Haslach und Zell) zeigte sich dankbar für viele Begegnungen. Gottes Licht habe dabei oft hervorgeleuchtet. Diesen hellen Schein wünschte er Meyer auf seinem weiteren Weg.

Der Vorsitzende des Haslacher Kirchengemeinderats, Bernd Rechenbach, erinnerte an zwölf gute Jahre, die nicht nur den Menschen, sondern auch der Gemeinde gutgetan hätten. Mit bewegenden Worten sagte er: „Ich bin stolz, den Weg mit dir gegangen zu sein“. Dabei erinnerte er an Meilensteine, die diese Jahre ausgemacht hätten, seien es Ausstellungen oder Begegnungen in der Ökumene.

In seiner Abschiedspredigt sagte Pfarrer Christian Meyer: „Es fällt mir viel Gutes ein, wenn ich zurückschaue.“ Viele Begegnungen, wertvolle Kontakte, engagierte Menschen im Kirchengemeinderat und darüber hinaus seien etwas Besonderes gewesen. Der Kirchenchor sei, entgegen dem allgemeinen Trend, gewachsen und die Ökumene vorangekommen. Er habe viele schöne Momente genießen können, der Abschied falle ihm nicht leicht, bekannte er.

Abschiedsbotschaft

Zu der besinnlichen Abschiedsstimmung passte der anschließend auf Französisch gesungene Chanson von Friedhelm Bals, der Wehmut aufkommen ließ. Dem Kirchenchor, der im Laufe des Abends mehrere passende Lieder sang, oblag der Abschluss des Gottesdienstes mit einer Interpretation des Udo Lindenberg-Stücks „Hinterm Horizont geht’s weiter“. Chorleiterin Christiane Bergsträsser gab den Besuchern und besonders Pfarrer Christian Meyer mit auf den Weg, dass Christen darauf vertrauen könnten, dass Gott mitgehe auf allen Wegen.

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