Konzert in Wolfach: Eine wahre Sternstunde für Jazz-Freunde

Das „Moritz Grübel Quartett“ mit Victor Möhmel (von links), Moritz Grübel, Kevin Knödler und Heinrich Eißmann begeisterte ein großes Publikum bei der Auftaktveranstaltung von Mittwochs im Museum in der Schlosshalle.
BuchtaDas „Moritz Grübel Quartett“, das sind neben dem exzellenten, aus Wolfach stammenden Saxofonisten Moritz Grübel der quirlige Pianist Victor Möhmel, der Schlagzeuger Heinrich Eißmann mit seinen komplexen, durchdringenden Rhythmen und der Bassist Kevin Knödler, der in bewundernswerter Gelassenheit seinen Kontrabass zu enormem Tempo treibt.
Kennengelernt haben sich die vier bei ihrem Masterstudium in Leipzig. Ganz unprätentiös kamen die Vier auf die Bühne und legten gleich los mit dem Eigengewächs „The Peak“, mit dem Grübel auf dem Altsaxofon gleich kraftvoll auf seine eigene musikalische Handschrift einstimmte.
Diebische Freude beim Hauen in die Tasten
In faszinierendem Drive schien das Piano mit seinen bunt geschmückten Akkorden allen vorauszueilen und der Pianist schien sich diebisch zu freuen, wenn er besonders gewagt in die Tasten haute. Der Bass steuerte unterschwellig die Grundmelodie bei und das Schlagzeug unterlegte das Ganze mit farbigen, komplexen Rhythmen: Zusammen ein Stück, das gleich zu Beginn großen Applaus erntete. Für die allesamt bemerkenswerten Soli der einzelnen Musiker gab’s Szenenapplaus. Bemerkenswert im Übrigen, dass die Musiker, mit Ausnahme des Bass, ganz ohne Technik auskamen und „naturbelassen“ allein mit ihrem Können überzeugen mussten. Es gab im ersten Set noch eine ganze Reihe aufregender Songs und Balladen aus Moritz Grübels Feder, etwas das eher lyrisch gestimmte „Northern Light“ oder die tiefgründige Ballade „Oh Boy“ mit ihrem eigenwilligen Schluss.
Dazwischen war Count Basies berühmte Ballade „Mambo Inn“ in eigenwilliger Interpretation zu hören. Beim vitalen, übermütigen „Mambo“ zogen die Musiker alle Register ihres Könnens. Unter minutenlangem Applaus endete das erste Set des Konzerts. Im zweiten Teil stimmte Moritz Grübel auf dem markant klingenden Tenorsaxofon „Madame Toulouse“ des großen Saxofonisten Michael Brecker an: Langsam und umso ausdrucksstärker begleiteten die drei Musiker das in der Melodie schwelgende Saxofon. Ebenfalls von Brecker stammt „Strings and Arrows“, bei dem die Soli besonders viel Szenenapplaus ernteten.
Die Musiker spielten zwei Zugaben
Erlesen interpretierten das Quartett Don Grolnicks „The Cost of Living“, ehe sie mit dem ausgelassenen, fast schon unmäßig kraftvollen Eigengewächs „The Pine and the Apple“ zum offiziell letzten Stück kamen. Der Beifall war überwältigend und bei zwei Zugaben demonstrierten die Musiker noch einmal alle Facetten ihres Könnens.
So geht’s weiter
In der Reihe Mittwochs bringen am 7. Mai der elsässische Mundart-Sänger Armand Geber und Gitarrist Eric Garcia als „Armand Geber Duo“ den besonderen Zungenschlag des Elsass zusammen mit Pop und Rock’n’Roll auf die Bühne.