Jubiläum in Oberwolfach
: Wie ein altes Silberbergwerk zur touristischen Attraktion wurde

25 Jahre nach der Eröffnung blickt die Grube Wenzel in Frohnbach auf eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte zurück.
Von
Martina Baumgartner
Oberndorf
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Kordula Kovac (vorne, gelbe Jacke) hatte die Einrichtung eines Besucherbergwerks angestoßen. Unter den geladenen Gästen waren auch die Politikerinnen Sandra Boser und Marion Gentges (vorne, Zweite und Dritte von rechts).

Baumgärtner

Oberwolfachs Bürgermeister Jürgen Nowak hatte am Sonntag im Frohnbach vermutlich beinahe so viel zu tun wie am 6. Mai 2001: Damals eröffnete er gemeinsam mit Kordula Kovac das heutige Besucherbergwerk Grube Wenzel und durchschnitt mit ihr das rote Band. Die Wolfacher Gemeinderätin feierte nun mit Nowak und zahlreichen Wegbegleitern 25 Jahre Erfolgsgeschichte – das Silberjubiläum einer anfangs ebenso kühnen wie oft belächelten Idee, aus einer seit vielen Jahren stillgelegten Grube ein Besucherbergwerk zu machen.

Das sogenannte „Berggeschrei“, das in der Geschichte ansonsten rasch Glücksritter anlockte, blieb beim Adelshaus Fürstenberg – Eigentümer der Grube – jedoch zunächst aus, als Nowak 1991 erstmals anklopfte. Es ging damals lediglich um die Verschönerung des Grubeneingangs, erinnerte Jörg Martin, Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs in Donaueschingen, in seinem Grußwort mit historischem Rückblick. Bis zur Unterzeichnung des Gestattungsvertrags durch das Fürstenhaus sollten schließlich acht Jahre vergehen.

Vertrag ist hinfällig, wenn Silber gefunden wird

Der Vertrag enthielt einige eher ungewöhnliche, bemerkenswerte Klauseln: Sollte in der Grube Wenzel doch noch Silber gefunden werden, wäre die Vereinbarung hinfällig; beim möglichen Getränkeausschank sei die Fürstenberg- Brauerei zu bevorzugen; das Ewigkeitsrecht – also die Haftungsverpflichtung – müsse der Förderverein tragen; und die Sicherung sowie Instandhaltung der Besucherschächte seien durch Bergbaufachleute zu gewährleisten. Damit begann erst die Phase der „Hacke, Schüppe, Fronarbeit“, wie die ehemalige Fördervereinsvorsitzende Kovac die harte körperliche Arbeit „ihrer Männer“ beschrieb.

Mit Fotos erinnerte sie an die erste Machbarkeitsprüfung, als die Verbindung zu den Männern im Schacht nur ein Seil war; an die spontane Zustimmung der Anwohner, im Frohnbach etwas Großes entstehen zu lassen; an die mühsame händische Beräumung; und an die Widerstände, die auf dem Weg zur Realisierung der Vision zu überwinden waren.

Landesjustizministerin Marion Gentges und Gästeführer Alfred Droll schrubben nach dem Bergwerksbesuch ihre Stiefel sauber.

Foto: Baumgärtner

Der frühere Bergbauingenieur Hans-Jörg Kovac, heute für die technische Sicherheit zuständig, sowie Grubenpfleger Herbert Mattes und Gästeführer Alfred Droll führten die Gäste anschließend durch die Stollen. Ausgerüstet mit Schutzkleidung erlebten sie das Besucherbergwerk aus der Perspektive der einstigen Grubenarbeiter und der Pioniere der 1990er-Jahre.

Vor Ort berichteten Mattes und Hans-Jörg Kovac von der damaligen Mischung aus Neugier und Abenteuergeist, vom mühsamen Vorankommen durch tonnenweise Schutt und vom kriechenden Arbeiten in engen Räumen. Sie erinnerten an waghalsige Abseilaktionen, marode Podeste, abrutschende Drahtseile, an die schwierige Platzierung von Sicherungshaken – und an jene Glücksmomente, die nur Entdecker kennen.

Besucher tauschten sich aus

Die Heilige Barbara sei stets ihre Beschützerin gewesen. Ihr zu Ehren wird an der Statue im Grubeneingang bis heute bei allen Führungen ein besonderer Moment eingelegt.

Am Nachmittag herrschte reger Betrieb: Die Gäste gaben sich die Klinke in die Hand, besuchten den Pavillon, nahmen an Stollenführungen teil, informierten sich beim Oberwolfacher Mineralienverein über Funde und tauschten sich mit den ehrenamtlich Aktiven von damals und heute aus.

Geburtstagsführungen

 Zum Jubiläum der Grube Wenzel wurden besondere Führungen angeboten. Bis auf einen Euro mehr glichen die Preise hierfür denen bei der Eröffnung im Jahr 2001.

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