Jahreskonzert in Wolfach: Ein gelungenes Dirigenten-Debüt

Die Wolfacher Stadtkapelle begeisterte mit Dirigent Thomas Rauber das Publikum in der Festhalle.
Buchta„Volles Haus“ hieß es am Samstag, als der neue Dirigent der Stadtkapelle, Thomas Rauber, sein Jahreskonzert-Debüt gab.
Vier neue Jungmusiker spielten erstmals mit: Lena Schmider und Luna Schwendemann am Saxofon, Sofia Meud an der Oboe und, mit 14 Jahren die Jüngste, Sophie Schmieder an der Percussion.
Es war ein exzellentes Programm, das Dirigent und Orchester für dieses Konzert zusammengestellt hatten. Durchweg anspruchsvolle Stücke, die alle nur denkbaren Genres symphonischer Blasmusik abdeckten. Auch die komplexesten Titel wurden von den Musikern mit Können und Genauigkeit interpretiert. „What an event!“, hieß es zu Beginn des Konzerts mit dem gleichnamigen Stück von Pascal Devroye. Mit Yosuke Fukudas „Symphonic Dances“ hielten die Musiker mit Tänzen den verschiedenen Kulturen ihren musikalischen Spiegel vor, wie etwa mit der höfischen Courante oder der Pavane aus der Renaissance, mit dem von tiefer Sehnsucht durchdrungenen Tango oder mit dem Rodeo-Tanz Hoedwon, der mit einem hervorragenden Klarinetten-Part von Stefan Kammerlander und überraschenden Spezialeffekten ziemlich „schräg“ war.
Den Höhepunkt musikalischen Könnens aber erreichte das Orchester zweifellos mit José Suner-Oriolas „Images“, einem 14-minütigen Werk mit beeindruckenden Klangbildern, in denen spanisches Lokalkolorit in Musik übersetzt wurde. Zu hören war eine virtuos gespielte Musik, die mit fremdartigen, ja befremdlichen Klängen begann, um sich dann in die symphonische Breite au szuweiten.
Orientalisch anmutende Zwischenspiele zeigten den maurischen Einfluss, farbenfrohe Töne erinnerten an die Malerei El Grecos und gregorianisch anmutende Gesänge rundeten die Musik ab. Insgesamt ein absoluter Höhepunkt des Konzerts und musikalischen Könnens.
Mit John Williams’ Filmmusik zu „The March from 1941“ kam durchaus Bemerkenswertes: Eine scheinbar martialische Musik mit den ironisch zeichnenden Brüchen der Glorifizierung, die vor allem von den Blechbläsern hörbar ausgekostet wurde.
„Welcome“ hieß es nach der Pause mit einem volltönenden Titel von Toshio Mashima, bei dem vor allem die große Präzision des Spiels überzeugte. Tief in die fernöstliche Musikkultur tauchten die Musiker mit Hardy Mertens’ „Land of thousand flavours“, bei dem Bernd Kasper mit einem faszinierenden Solopart auf dem Sopransaxophon begeisterte.
Filmmusik der dramatischen Sorte ertönte mit Lalo Schifrins Soundtrack zu „Mission Impossible“, das sehr kraftvoll, sehr akzentuiert und dynamisch gespielt wurde.
Als offiziell letztes Stück erklang Filmmusik der traumhaften Sorte mit „Songs of the Wizz“ von Quincy Jones: eine märchenhaft gestimmte Musik mit durchaus dramatischen, hinreißenden rhythmischen Momenten.
Reaktion und Zugaben
Der Beifall der begeisterten Zuhörer war gewaltig, an ein Aufhören gar nicht zu denken. Erst wollte das Publikum noch zwei Zugaben hören. Zuerst gab es noch einen Titel von Michael Jackson und zum Schluss zur Beruhigung noch die Polka „Unter Donner und Blitz“.