Hirtensingen in Haslach
: Neue Klängen bereichern Tradition

Beim Hirtensingen erklangen Haslacher Weihnachtslieder, alpenländische Weisen und Gedichte, die von den Gästen mit viel Applaus bedacht wurden.
Von
Sybille Wölfle
Oberndorf
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Das Hirtensingen lockte viele Zuhörer in Haslachs „Goldenen Winkel“. Um die Tradition des Hirtensingens aufrechtzuerhalten, werden neue Sänger gesucht.

Wölfle

Die Hirtensänger im Haslacher „Goldenen Winkel“ begeistern seit 1984, jeweils am Tag vor Silvester, mit Haslacher Weihnachtsliedern und alpenländischen Weisen. Michael Hagenburger bereicherte die beliebte Veranstaltung mit seinem Spiel auf der Great Highland Bagpipe, Andrea Kuntze entlockte ihrer Querflöte anmutige Töne und Martin Müller begleitete die Lieder mit der Gitarre. Die Zuhörer belohnten die Akteure während der musikalischen Stunde mit 13 Liedern immer wieder mit reichlich Applaus.

Die beiden Schafe im Pferch standen still, das Hirtenfeuer prasselte, das Jesuskind lag in der Krippe, der Christbaum leuchtete und die Haslacher Glocken läuteten aus den Lautsprechern als Rolf Grießbaum die Bühne betrat. Er warb unter anderem für das Gebildbrot „Duwe-Schneck“, das eigens für das Hirtensingen von der Bäckerei Kaltenbach aus Hofstetten gebacken wurde.

„Die Duwe-Schneck stellt die christliche Friedenstaube dar, und sie soll uns auch im kommenden Jahr Frieden bringen“, schickte Grießbaum seinen Wunsch gen Himmel. Beim Aufbau des Hirtenstalls habe es eine besondere Überraschung gegeben: den Besuch von Stadtoberhaupt Armin Hansmann, der sich nebst Familie über den Arbeitsaufwand fürs Hirtensingen erkundigte. „Heute ist zum ersten Mal überhaupt ein Bürgermeister zum Hirtensingen gekommen“, betonte Grießbaum. Norbert Grießbaum stimmte mit dem Gedicht „Die Hirten bei Nacht“ von Rudolf Alexander Schröder dann auf die weihnachtliche Stunde ein, bevor die 15 urig gekleideten Hirten die Bühne betraten. Ihr erstes Haslacher Weihnachtslied widmeten die Sänger ihrem verstorbenen Gründungsmitglied Henry Kasper, der nach 37 Jahren als aktiver Sänger im Sommer verstarb. Zum ersten Mal präsentierten die Hirtensänger, und das gleich vierstimmig, die „Hymne an die Nacht“, bevor Michael Hagenburger, trotz der eisigen Kälte, seinem „Dudelsack“ die herrlichen Töne für das „Dreikönigslied“ aus Lothringen und das bayrische Liedgut „Sie trogt an goldnen Mantel“, das Maria als die Himmelskönigin feiert, entlockte. „Ei Brüder seht ihr nicht“, das alpenländische Volkslied „Oh wachet, nicht schlafet“ und „Ach, was für große Freude“ folgten, bevor Norbert Grießbaum die „Christbescherung“ von Luise Otto Peters vortrug. „Die Liebe solle die Welt regieren“, schickte er dabei den frommen Wunsch in die Welt hinaus.

„Ei was hunderttausend Freuden“ sangen kurz darauf alle im Chor. Mit den Songs „Let it snow“ und dem bekannten Ohrwurm „Winter Wonderland“ zog Andrea Kuntze dann mit ihrem Spiel auf der Querflöte alle in ihren Bann.

Krönender Abschluss

Zum Schluss ließen die Hirten die „Weihnachtsglocken“ erklingen. Mit dem immer wieder begeistert klatschenden und mitsingenden Publikum fand das Singen mit „Oh du fröhliche, oh du selige“ einen krönenden Abschluss. Das Programm hatte Dirigent Volker Abt zusammengestellt, der mit Rolf Grießbaum die Gesamtleitung übernahm. Um die Tradition zu erhalten, warb dieser dringend für neue Sänger.

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