Hausach: Quirlige Bande bringt Leben ins Haus

Ob Arminia, Almadin oder A’Suna: Dem Charme der elf süßen Briard-Welpen von Bernhard und Michaela Keller kann kaum ein Besucher widerstehen. Machos und Rockerbräute, Kämpfer und Träumerinnen – alles ist im Angebot. Fotos: Agüera Oliver
Schwarzwälder-BoteVon Christiane Agüera Oliver Hausach. Im Haus von Michaela und Bernhard Keller aus Hausach ticken seit dem 7. August die Uhren anders: Der komplette Tagesablauf richtet sich ganz nach dem Hundenachwuchs. Elf süße Welpen sind der erste Wurf der Briard-Zuchtstätte "Vom ersten Wasser". Schon seit 1984 sind Michaela und Bernhard Keller Briard-Fans, seit 1991 Besitzer dieser stolzen französischen Hirtenhund-Rasse. Seitdem sind sie auch aktiv im Briard-Club Deutschland, gründeten im Rahmen ihrer Hundeberatungsstelle eine eigene Hundeschule, schlossen Hundebesitzer-Freundschaften in ganz Europa, besuchten unzählige Schulungen und begannen schließlich mit der Zucht von Briards.
Hündin Lava brachte nun den A-Wurf mit sieben Rüden und vier Hündinnen der Zuchtstätte zur Welt. "Vom ersten Wasser" werden lupenreine Diamanten bezeichnet. "Und genau das ist unser großes Zuchtziel: gesunde, wesensfeste Briards", erklärt Michaela Keller.
Die Nachfrage ist bereits groß, denn schwarze Briards sind eher selten. Aus ganz Deutschland und sogar aus Paris kommen die Käufer, die bei Michaela und Bernhard Keller vorstellig wurden. Ganze Familien reisten an, um den Hundenachwuchs zu begutachten, mit den Kleinen zu Spielen und sie jetzt schon in ihre Herzen zu schließen.
Doch die Züchter bleiben kritisch, auch sie begutachten die künftigen Besitzer danach, ob sie als Hundehalter in Frage kämen. "Jedes der elf hat seinen eigenen Charakter", schmunzelt die Züchterin. Genau werde ausgewählt, welcher Hund zu welchem Besitzer passen würde. "Wir haben auch schon Interessenten abgelehnt", berichtet Michaela Keller.
Die kleine Arminia wird nach Passau ziehen; "die Kleinste und Frechste", Anna-Amalia, verschlägt es nach Hannover. Alou bleibt in der Nähe und geht nach Offenburg, Amish Addy lebt künftig in Pfullendorf, Andrin oder Annael wird an den Titisee geholt. Außerdem tapsen noch Almadin Aiko, Andrachin und A’Frenchie sowie Hündin Ayda herum. Die kleine A’Suna behalten die Kellers selbst.
Die ersten acht Wochen bleiben die Hundekinder jedoch alle in Hausach. In dieser Zeit werden sie geprägt und sozialisiert. Hundemutter Lava begann schon gleich nach der Geburt mit der Erziehung. "Das ist in den ersten Wochen wichtig und eine Sozialisierung auf den Menschen später nicht nachholbar, wenn das versäumt wird", so die Züchterin. Das Urvertrauen könne dann nie mehr entgegengebracht werden. Außerdem gehört zu den Aufgaben eines Züchters, die Hunde auf Alltagsgeräusche wie spielende Kinder, vorbeifahrende Autos, Flugzeuge oder den Rasenmäher aus Nachbars Garten zu sensibilisieren.
"Ein moderner Hund muss viel können und hat es nicht leicht. Hohe Erwartungen werden in ihn gesteckt, er sollte kinderlieb und freundlich sein, trotzdem aber den Einbrecher abschrecken", lacht Michaela Keller.
Mit Toben und Schlafen, Spielen und Kuscheln vergeht der Tag im Nu
Während die Züchter von ihren Hunden erzählen, lassen sie ihre drolligen Tierkinder nicht aus den Augen. Die toben im Garten, schlafen in der Kuschelecke oder spielen miteinander. Sie lassen sich von den vielen Besuchern nicht stören. "Die Welpen wickeln mit ihrem Charme alle um den Finger, ihr Selbstbewusstsein und ihre Unbefangenheit bereiten den Besuchern große Freude", berichten die Hunde-"Eltern". "Da braucht man keinen Fernseher mehr", versichert Michaela Keller.
Der Fliegenvorhang mit seinen vielen Bändern wird als Sparringspartner genutzt, der Balancierkreisel für wacklige Tanzvorführungen, auserkoren und das Hämmern, Bohren und Sägen aus der Werkstatt beeindruckt die Kleinen schon lange nicht mehr. "Und wir können wahrlich alles bieten: Romantiker und Träumerinnen, Machos und Rockerbräute, Spieler und Kämpfer, Jäger und Sportler, Individualisten und Teamworker. Aber eines haben alle gemeinsam: Sie sind unglaublich liebenswert."