Hausach
: Laborversuche statt Kuchenessen

Dr. Ernst Grieshaber geht in Ruhestand / 37 Dienstjahre am Robert-Gerwig-Gymnasium / Weiter Lernen geplant
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Schwarzwälder-Bote
Oberndorf
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Der Hausacher Gymnasiallehrer Dr. Ernst Grieshaber geht nach 37 Jahren in den Ruhestand. Foto: C. Agüera

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Von Christiane Agüera Oliver Hausach. Mit dem Ruhestand der Lehrer Elisabeth Mair und Dr. Ernst Grieshaber endet zu Ferienbeginn eine Ära am Robert-Gerwig-Gymnasium. Heute im Porträt: Dr. Ernst Grieshaber. Dass es in Hausach überhaupt ein Gymnasium gab, wusste der Chemie- und Physiklehrer zuvor nicht. Nach Chemie- und Physik-Studium und Referendariat in Freiburg wurde Dr. Ernst Grieshaber nach Hausach geschickt.

"Es hat alles gleich gepasst", blickt der frisch Pensionierte heute zurück. Das war im Jahr 1975. Während seiner ersten Zeit als Gymnasiallehrer in Hausach promovierte er nebenbei im Fach Chemie. Anfangs gependelt er noch zum Schul- und Arbeitsort im Kinzigtal. 1978 zog er dann nach Hausach und blieb. "Ich wollte nie weg", erklärt er knapp, schließlich hätte er sich stets mit Schülern, Kollegen und Chefs gut zurechtgefunden. Und Grieshaber witzelt: "Außerdem hat Schwefelsäure woanders auch keine andere Formel." Mit seinem Elztäler Dialekt eckte der gebürtige Kollnauer jedoch manchmal bei Kollegen an. Doch geändert hat das nichts. Bis heute hat er seinen heimatlichen Zungenschlag nicht abgelegt. "Warum auch?", fragt Grieshaber selbstbewusst.

In seinem Fach Chemie sei die Schule stets sehr gut ausgerüstet gewesen, überhaupt in allen naturwissenschaftlichen Fächern ließ es sich immer sehr gut schaffen. "Versuche, die wir in Hausach nicht machen können, gibt es nicht", berichtet er von den noch aktuellen Möglichkeiten. Und er schwärmt: Mit der Sanierung des Robert-Gerwig-Gymnasiums hätte sich die Technik sogar noch mehr verbessert.

Einen Wandel bei den Schülern konnte der Pädagoge innerhalb der 37 Jahre am Hausacher Gymnasium feststellen, obwohl etwa 90 Prozent "ganz normal" seien. Bei den verbleibenden zehn Prozent stellte er eine "gewisse Wehleidigkeit", was das Lernen anginge, fest. Auch seien einige Schüler genauso wie deren Eltern "notenfixierter" als früher.

"Fürs Fördern sind sie dankbar, fürs Fordern nicht", meint Grieshaber und betont, dass das nur ein paar wenige seien. "Doch dafür sind diese umso lauter", meint er und spielt damit auf eine "gewisse Selbstüberschätzung" an, die manche Schüler an den Tag legen würden. Sie könnten mitunter "das Klima verderben".

Die korrekte Strenge des Chemie- und Physiklehrers wurde von den Schülern stets geschätzt. Auch, dass der Pädagoge nach Jahrzehnten noch ihre Namen kennt. Schmunzelnd blickt Grieshaber zurück: "Kuchenessen gab es bei mir im Unterricht nie." Der respektvolle Umgang miteinander war ihm immer sehr wichtig.

In seinem Ruhestand hat Ernst Grieshaber, der auch für die SPD im Hausacher Gemeinderat ist, viel vor. Angefangenes will er "endlich" fertigmachen. Dazu zählt er auch "happige" Dinge, die man gerne vor sich herschiebe. Und er will: "Einen ganzen Tag mal an einer Sache dranbleiben." Eine neue Karriere plant er allerdings nicht, vielmehr möchte er viel Neues lernen.

"Der Umgang mit den Kollegen und der Unterricht wird mir sicher fehlen, doch irgendwann muss man aufhören", meint Ernst Grieshaber. Seine beiden älteren Töchter Annette und Loretta besuchten bereits das Hausacher Gymnasium. Nun ist Nesthäkchen Julia noch an der Schule und auch durch Ehefrau Dorothea, die Französisch am Robert-Gerwig-Gymnasium unterrichtet, bleibt er nah dran. Einmischen will er sich jedoch nicht: "Mit guten Tipps sollte man nicht unterwegs sein, das habe ich nicht vor".

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