Haslacher Stadtwald aufgeforstet: Baumpflanzaktion hilft Teilnehmern bei Sprachkenntnissen

Die Teilnehmer des Projekts kamen aus dem Irak, Nigeria, Syrien, der Türkei und Afghanistan.
BEF-AlphaDie Teilnehmer des BEF-Alpha-Projekts (Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge) haben im Haslacher Stadtwald beim Waldsee Bäume gepflanzt und dabei eine besondere Unterrichtseinheit bekommen. Initiiert wurde die Aktion laut einer Mitteilung durch den Kontakt von Karin Weißer, Leiterin des Projekts bei der Volkshochschule Offenburg, zu Stephan Bruder vom Amt für Waldwirtschaft.
Dieser hatte sich beim Haslacher Förster Frank Werstein nach einer geeigneten Einsatzmöglichkeit im Raum Haslach erkundigt, heißt es weiter. Werstein habe berichtet, dass die Aufforstung eines Waldhangs geplant sei. Insgesamt sollten etwa 100 Pflanzen gesetzt werden, darunter verschiedene Nussbaumarten. Nach der Einführung durch den Förster und Stephan Bruder ging es dann gemeinsam an die Arbeit. Werstein zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf und betonte, dass alles reibungslos funktioniert habe. Er musste weitere Reihen vorbereiten, denn die Bepflanzung verlief laut Mitteilung schneller als geplant.
Nach gut drei Stunden hatten die Teilnehmer aus dem Irak, Nigeria, Syrien, der Türkei und Afghanistan unter Anleitung von Werstein, Bruder sowie den Kursleitern Maximilian Füssel und Natascha Heinkele von der Volkshochschule Offenburg mehrere Reihen bepflanzt. Für die Verpflegung sorgten ebenfalls Kursteilnehmer, die für die Helfer ein reichhaltiges Mittagessen zubereiteten.
Praktische Tätigkeit bringt neue Perspektiven
Karin Weißer erklärte, dass die BEF-Alpha-Projekte durch ein fünfwöchiges Praktikum in Betrieben ergänzt werden. Wegen sprachlicher Hürden sei das in dieser Gruppe jedoch nicht umsetzbar. Deshalb würden stattdessen Themenwochen angeboten. Stephan Bruder hatte die Teilnehmer an zwei Vormittagen gezielt auf den Einsatz im Wald vorbereitet und wichtige Begriffe wie Hacke, lockere Erde, Reihenabstand oder Pause vermittelt. Bruder forderte die Teilnehmer auch immer wieder auf, das Tun mit den gelernten Worten zu beschreiben, also „Learning by doing“.
Für die Teilnehmer sei die gemeinsame Aktion besonders motivierend, so Max Füssel, Coach im Projekt. Sie hätten dadurch die Möglichkeit, die anderen Personen des Projekts aus einer neuen Perspektive besser kennenzulernen. Zudem könnten alle zeigen, dass sie Kompetenzen hätten, die im theoretischen Unterricht nicht so oft zutage kämen. „Dieser praktische Teil ,Thema Wald, Natur, Umwelt‘ ergänzt das Projekt und dient auch der beruflichen Orientierung“, so Füssel.
Das Projekt
Das Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge vermittelt Grundlagen für die Integration in Wirtschaft und Gesellschaft. BEF-Alpha umfasst insgesamt 980 Unterrichtseinheiten mit Sprachförderung, Berufsorientierung, Alltagskompetenzen und fünf Wochen Praktikum. Es dauert ein volles Schuljahr. Das nächste und vorerst letzte Projekt startet im September.