Grundstück im gemeinsamen Gewerbegebiet Haslach und Steinach: Neuer Anlauf zur Vergabe

Die freie Fläche im Gewerbegebiet Weiherdamm/Strickerfeld soll vermarktet werden. Der Zweckverband hat nun ein externes Büro beauftragt, die Erstellung eines Kriterienkatalogs zu begleiten.
BenzEinmal mehr befasste sich der Zweckverband Gemeinsames Gewerbegebiet Haslach/Steinach (Weiherdamm und Strickerfeld) in seiner Sitzung am Mittwochabend im Haslacher Rathaus mit der Vermarktung der letzten freien Fläche in diesem Gebiet.
Eigentlich hatten sich die beiden Kommunen bereits vor Jahren darauf verständigt, die rund 5500 Quadratmeter große Fläche im Anschluss an den Hagebaumarkt an Kaufwillige aus dem klassischen Handelsbereich zu veräußern.
Da Anfragen aus diesem Bereich jedoch ausgeblieben sind, wurde sie 2020 öffentlich ausgeschrieben. Es seien sieben fristgerechte Bewerbungen eingegangen, Favoriten waren wie berichtet das Autohaus Staiger und die Firma Uhl. Allerdings konnten sich die Vertreter aus Haslach und Steinach nicht auf einen Interessenten einigen, so dass die Vergabe lang in der Schwebe hing.
Vor gut einem Jahr gab Verbandsvorsitzender Philipp Saar in der Zweckverbandsversammlung bekannt, dass die Vermarktung erneut angegangen und ein externes Büro beauftragt werden soll, um eine Vergabematrix zu erstellen.
Darum ging es nun in der Sitzung am Mittwoch. Magnus Kirchner und Oliver Zimmermann von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) zeigten auf, wie sie vorgehen wollen, damit sich die beiden Kommunen später auf einen Käufer einigen können.
Ziele und Kriterienkatalog werden festgelegt
Ihr Vergabekonzept sieht vor, dass sich die Zweckverbandsmitglieder zunächst in einer Klausur darauf verständigen, welche Ziele mit der Vergabe der Fläche verbunden sind, zum Beispiel möglichst viele Arbeitsplätze anzusiedeln, einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen oder die höchste Gewerbesteuer generieren zu können.
Danach soll ein Kriterienkatalog erstellt werden, wobei der Zweckverband festlegt, welche Kriterien mit wie vielen Punkten belegt und wie sie gewichtet werden.
Anschließend wird ein Punktwert ermittelt und ein Scoringwert (gewichteter Punktwert über alle Kriterien). Zuletzt könne dann der Rang der Kaufinteressenten ermittelt werden.
„Sie hatten ja bereits einen Fragebogen erstellt. So etwas Ähnliches würde man neu machen müssen“, schilderte Kirchner und Zimmermann ergänzte: „Der Zweckverband war auf dem richtigen Weg. Wichtig ist, dass es einen klaren Prozess gibt mit klaren Vorgaben. Wir sehen das bisherige Formular nicht als abschließend zielführend an.“ Es gelte, den Bewerber zu ermitteln, der die Ziele am besten erfüllt. „Mit der Festlegung der Kriterien legt man sich schon weitgehend fest“, erklärte Kirchner.
Die Zweckverbandsmitglieder stimmten einstimmig zu, die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH mit der Betreuung des Verfahrens zur Erstellung, Abstimmung und Festlegung der Vergabeziele und -kriterien zu beauftragen.
Maik Schwendemann von der Stadtverwaltung Haslach wollte wissen, wie das weitere Vorgehen seitens der Steinacher geplant ist – vor allem, ob die Ergebnisse nach den geplanten Workshops dann zuerst noch mal den Gemeinderat passieren müssen.
In Workshops sollen Lösungen gefunden werden
„Ich glaube, wir bekommen es nicht anders hin, aber ich denke, wenn wir im Workshop eine tragfähige Lösung finden, würde der Rat mitgehen“, sagte Steinachs Bürgermeister Nicolai Bischler.
Haslachs Rathauschef Philipp Saar drängte hingegen auf eine möglichst schnelle Lösung, um nicht noch einmal von vorn anfangen zu müssen, sollte der Steinacher Gemeinderat das Workshop-Ergebnis ablehnen. „Die Alternative wäre, der gesamte Gemeinderat kommt zum Workshop“, schlug er vor. Eine schnellstmögliche Entscheidung hinzubekommen, „das sollte in unser aller Interesse sein“. Bischler versprach: „Wir finden eine Lösung.“
Wirtschaftsplan 2025
Der Zweckverband hat die zum Verkauf angedachte Fläche laut Sitzungsvorlage 2004 schuldrechtlich erworben. Die Kosten unter anderem für den Grunderwerb können erst durch einen Verkauf des Baugrundstücks refinanziert werden. An die Gemeinde Steinach sind im Zuge dessen noch Beiträge für Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung sowie der Kostenerstattungsbetrag abzulösen. In den Wirtschaftsplan 2025 wurde die Veräußerung des Grundstücks vorerst mit 370 000 Euro aufgenommen. Dies entspricht dem aktuellen Bodenrichtwert des Grundstücks (65 Euro pro Quadratmeter) zuzüglich der vorveranschlagten Kosten für die externe Betreuung des Vergabeverfahrens in Höhe von rund 15 000 bis 18 000 Euro netto. Der endgültige Veräußerungspreis muss im Rahmen des weiteren Verfahrens von der Verbandsversammlung festgelegt werden.