„Die Geduld ist am Ende“
: Radweg-Stillstand in Wolfach sorgt für Kritik

Der BUND Schiltach/Schenkenzell kritisiert den ausbleibenden Baustart für den neuen Radweg. „Die Geduld ist am Ende“, sagt der Vorsitzende.
Von
Tobias Lupfer
Oberndorf
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Der direkt an der B294 gelegene Radweg zwischen Wolfach und Schiltach sei für Familien nicht nutzbar, darum fordert der BUND den baldigen Bau der neuen Trasse.

Lupfer

In zwei Abschnitten soll der geplante neue Radweg von Wolfachs Stadtteil Halbmeil aus nach Schiltach führen. Hitzig wurde Ende 2024 insbesondere über die Anbindung des Wegs an Halbmeil per Bedarfsampel über die B294 diskutiert. Seither wurde es öffentlich ruhig um den Fortgang des Projekts, das aus einem Bundesförderprogramm finanziert wird. Für den BUND Schiltach/ Schenkenzell zu ruhig.

Mit einem offenen Brief, unterzeichnet vom Vorsitzenden Gerhard Gaiser, wandte sich der BUND-Ortsverein am Mittwoch unter anderem an die Stadtverwaltungen in Wolfach und Schiltach sowie das Regierungspräsidium Freiburg. „Seit nun mehr als zehn Jahren versuchen wir, als BUND-Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell, auf die Notwendigkeit der Verlegung des Radwegs zwischen Schiltach und Wolfach aufmerksam zu machen.“

Wer nach den Diskussionen 2024 gedacht habe, die Maßnahme würde begonnen, „täuschte sich, denn neue Hürden wurden offensichtlich aufgebaut beziehungsweise nicht ausreichend bedacht“. Laut Bund gebe es aus Halbmeil nach wie vor Kritik am geplanten Rückbau der Abbiegespur. „Weitere Stolpersteine sind wohl noch in Aussicht“, da die Einwilligungen der vom Radweg betroffenen Grundstückseigentümer noch nicht abschließend vorlägen.

Seit zehn Jahren mahnt der Bund Gefahren an

Völlig untergegangen sei dabei, „dass der Radweg von Schiltach bis Halbmeil, mit seiner direkten Nähe zur viel befahrenen Bundesstraße, der gefährlichste Streckenabschnitt“ des Kinzigtalradwegs sei. Beide Städte kritisiert der BUND. Für Wolfach sei „die Sache nur ein unbeliebtes Randthema“. Der Brief schließt so: „Manche glauben, den veränderten Radweg nicht mehr zu erleben – ein Armutszeugnis für das touristisch so attraktiv sein wollende Kinzigtal.“

Für Familien sei der Radweg nicht zu benutzen, legt Gaiser nach. „Der ist hochgradig gefährlich, zumindest in Teilen.“ Man wolle endlich vorankommen: „Das Allerschlimmste wäre, wenn da mal ein Unfall passiert, wenn da mal ein Mensch zu Schaden kommen würde. Wir machen schon seit zehn Jahren daran rum. Irgendwann verliert man ein bisschen die Geduld, auch mit den politisch Handelnden.“

Ein ungeliebtes Randthema? „Das ist mitnichten der Fall“, stellt Wolfachs Bürgermeister Thomas Geppert klar. Schiltach und Wolfach stünden in engem Austausch. Doch bleibe das Projekt komplex, und alle Planungsschritte müssten durch Ingenieurbüro und Straßenverkehrsbehörde „nach geltenden Regeln der Technik geprüft werden“, betont Geppert.

Das Projekt läuft seit drei Jahren konkret

Die Stadtverwaltungen hätten darauf keinen Einfluss: „Das ist das, was die Leute so schwerlich verstehen mögen. Weil jeder meint, die Stadt soll mal voran machen.“ Das Projekt laufe seit drei Jahren konkret. Der zeitliche Verlauf der Planung, „das ist der Gang der Dinge, wie wir ihn bei uns im Land erleben“.

Geppert verweist auf die Bürgerinfoveranstaltung im Oktober, in der auch transparent über den Sachstand zum Radweg informiert worden sei: Der erste Bauabschnitt könne, wenn alles weiter laufe, aus Sicht der Fachleute in der zweiten Jahreshälfte 2026 begonnen werden. „Bei so einem Projekt ist das normal.“

Hintergrund

Es sei richtig, dass man in die abschließenden Grundstücksverhandlungen noch nicht eingestiegen sei, sagt Josef Vetterer, Projektleiter im Rathaus. „Weil die Feinplanung noch läuft.“ Erst müsse mit Ingenieurbüro und Regierungspräsidium festgelegt werden, wo wie viel Fläche der einzelnen Grundstücke benötigt werde. Jedoch habe es im Vorfeld Gespräche mit den Eigentümern gegeben: „Das ist für die nichts Überraschendes.“ Parallel liefen die natur- und artenschutzrechtlichen Prüfungen. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, wo und welcher Ausgleich für die Versiegelung neuer Flächen geschaffen werden müsse. Auch die Planung zur Taktung der Bedarfsampel liefe, um Haltezeiten gering zu halten. Zu den Fragen zur Abbiegespur sagt Geppert: „Das ist kein Fallstrick mehr.“ Die Bauzeit für den ersten Abschnitt? „Ein halbes Jahr, Jahr wird es sein“, schätzt Vetterer. Parallel laufe für den zweiten Abschnitt „alles auf vollen Touren mit der Bahn“, um in der für 2027 geplanten Streckensperrung möglichst viel Radweg bauenzu können.

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