Beschluss im Gemeinderat
: Neue Halle in Steinach wird etwa 9,5 Millionen Euro kosten

Vier Stunden erforderte die Debatte im Gemeinderat. Nun steht fest: Die neue Mehrzweckhalle soll als oberirdische Variante realisiert werden.
Von
Christine Störr
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Eine neue Mehrzweckhalle wird nach jetzigem Stand etwa 9,5 Millionen Euro kosten.

Störr

Die Entscheidung ist gefallen: Steinach wird die neue Mehrzweckhalle als oberirdische Variante für geschätzt 9,5 Millionen Euro bauen. Bei der Sondersitzung des Gemeinderats standen am Montag in der Turn- und Festhalle nur drei Punkte auf der Tagesordnung, am Ende dauerte die Sitzung vier Stunden.

Zu Beginn stellte Bürgermeister Benedikt Eisele klar, dass keiner der Räte in Sachen Hallenneubau und Schulanbau befangen sei, weil es sich um eine Angelegenheit für die Allgemeinheit handle. Die Beratung begann mit einer Rede Eiseles. „Unser größter Gegner ist die Zeit“, erklärte er. Bis April 2029 müsse die Halle, bis September 2029 der Schulanbau abgerechnet sein. In drei Runden seien zusammen mit den Planern Einsparungen aufgelistet worden. 22 Prozent der Baukostenberechnung seien laut Honorarordnung an die Planer zu leisten.

Sanierung der Turn- und Festhalle war keine Option

Die stellvertretende Hauptamtsleiterin Simone Muth bilanzierte, dass eine Sanierung der Turn- und Festhalle keine Option sei. Die Kosten dafür würden laut Kämmerin Petra Meister bei etwa 4,5 Millionen Euro liegen, zuzüglich Schadstoffbeseitigung. Eine Förderung gäbe es dafür nicht, man müsse aber mit zwei Jahren ohne Halle rechnen.

Prokurist Sinan Bingöl und Projektleiter Eckhard Bürling vom Stuttgarter Architekturbüro SCD stellten zunächst die überarbeitete Version des Schulanbaus vor. „Die Schule beginnt mit der Bodenplatte und darauf wird der Holzbau gestellt.“ Für eine Mensa gebe es laut Muth an einer Halbtagsschule keine rechtliche Verpflichtung, derzeit gebe es auch keine große Nachfrage. Die Beschlüsse zum Wegfall der Unterkellerung, dem Anrücken des Anbaus ans Bestandsgebäude sowie die vorgestellte Raumaufteilung wurden jeweils einstimmig gefasst.

Der Betrag zur Schaffung des Mensaraums ohne Ausstattung in Höhe von 48.000 Euro blieb mit zehn Ja-Stimmen im Plan. Die Vorstellung der Änderungen für die Mehrzweckhalle lässt sich mit dem Wegfall der Unterkellerung, einer geänderten Raumaufteilung, dem Wegfall der separaten Aula im Obergeschoss sowie einer Ausgabeküche statt einer Kochküche zusammenfassen.

Allein die Änderung der Küche spare 400.000 Euro. Die teilweise im Erdreich versenkte Variante der Halle würde aufgrund des hohen technischen Aufwands gut 1,5 Millionen Euro mehr als die rein oberirdische Version kosten. Nach den Einsparvorschlägen der Verwaltung lag die Schule bei 3,4 Millionen, die unterirdische Variante bei knapp elf und die oberirdische bei knapp 9,5 Millionen Euro. Durch die Vorsteuer-Abzugsquote könnten für die abgesenkte Variante 1,75 Millionen Euro wegfallen, für die oberirdische Lösung eine Million. „Damit könnten wir ins Rennen gehen“, bilanzierte Eisele.

In der Verwaltung gingen Rückmeldungen zu Trennvorhang und der Bühnentiefe ein. Außerdem lag seitens der Freien Wähler ein ausführlicher Antrag auf Änderungen vor. Katharina Schwendemann (FWV) forderte, dass der Bauausschuss über die Variante beraten sollte. Davon riet Eisele aufgrund verstreichender Zeit ab. Silke Moschberger (FWV) fürchtete das enge Zeitfenster als „Brandbeschleuniger für die Preise“.

Felix Glatz (FWV) wollte wissen, woher der Zeitdruck komme. Eisele verwies auf den Ratsbeschluss, erst den Pfarrgarten zu sanieren, dann die Halle zu bauen.

Erst Pfarrgarten, dann die neue Mehrzweckhalle

Hartmut Schwendemann (Grüne) verwies darauf, dass ein Großteil der Kosten bereits im Haushalt eingestellt sei. Auch die Diskussion um die Bühne wurde nochmal aufgemacht. Julian Faltin (FWV) sah in der Ausgabeküche „einen massiven Einschnitt für die Vereine“. Günter Schmidt (FWV) konnte nicht begreifen, warum die Kosten derart davonliefen. Bingöl erklärte: „Wir haben alle Wünsche und Anregungen eingearbeitet. Jetzt müssen wir einen Konsens finden.“ Eisele erklärte, ein Teil der Kostensteigerung sei durch gleichzeitige Fortschreibung beider Varianten erklärbar. Noch handle es sich um eine Schätzung, es folge die Kostenberechnung. „Was die Angebote dann bringen, wird man sehen.“

Abstimmung

In der Abstimmung zur Variante der Mehrzweckhalle sprachen sich Bürgermeister Benedikt Eisele, Julian Faltin, Christine Haas-Matt, Xaver Rockenstein, Klaus Schöner, Manuel Schöpf, Hartmut Schwendemann und Christian Stulz für die oberirdische Variante aus. Mit Nein zur Festlegung stimmten Felix Glatz, Carina Klemm, Silke Moschberger, Günter Schmidt und Katharina Schwendemann.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Samstag im kompakten Überblick.