Ausschuss wurde gegründet: Standortsuche für gemeinsames Gerätehaus beschäftigt Oberwolfacher Rat

Die Gerätehäuser im Ortsteil Walke (hier im Bild) und Kirche sollen mittelfristig durch einen zentralen Standort ersetzt werden.
Anna Teresa Agüera„Das hat eine gewisse Vorgeschichte“, bilanzierte Bürgermeister Jürgen Nowak im Gemeinderat die seit Jahren geführte Diskussion über ein zentrales Gerätehaus. Das soll perspektivisch die nicht mehr zeitgemäßen und zu klein gewordenen Standorte Kirche und Walke ablösen.
Ein beratender Ausschuss soll den Austausch zum Millionenprojekt beschleunigen und eine Brücke zwischen Kommunalpolitik und Feuerwehr-Fachwissen schlagen. Der Ausschuss, paritätisch mit Mitgliedern des Gemeinderats und der Feuerwehr besetzt, soll Raum bieten, „um diese ganze Thematik rundum zu beleuchten“, kündigte Nowak an. Seine Arbeit soll das Gremium schon bald aufnehmen.
Standort sei auf Anfahrtswege abgestimmt
Angeregt worden sei der Ausschuss aus der Feuerwehr heraus, erinnerte Martin Dieterle: „Ich finde das auch wichtig und gut.“ Zur Besetzung seitens des Gemeinderats schlug er ohne vorherige Absprache „die jungen Räte“ vor, die noch nicht so lange am Ratstisch dabei seien.
Im Zuge der Haushaltsberatung skizzierte Kämmerer Thomas Springmann ab 2027 über die folgenden Jahre hinweg allein aus Zuschüssen des sogenannten Sondervermögens Investitionen von rund 1,6 Millionen Euro für das neue Gerätehaus.
Der in der Vorwoche von Martina Armbruster in der Bürgerfragestunde aufgebrachten Idee, das Areal der Marienkirche im Ortsteil Walke einem Neubau auf der grünen Wiese im Mitteltal vorzuziehen, erteilte Kommandant Markus Spinner eine Abfuhr: „Man sollte grundsätzlich etwas breiter in die Fläche bringen, dass hinter dem ganzen System schon eine Konzeption steht und warum wir diesen Standort gewählt haben – dass es da gewisse Hintergründe gibt“, erklärte Spinner. „Es ist nicht so, dass wir einfach sagen: Wir wollen jetzt dahin. Wir haben uns dazu schon Gedanken gemacht.“

Das Gerätehaus in Kirche
Foto: Anna Teresa Agüera„Es gibt Einsatzzahlen, es gibt Einsatzkonzeptionen“, erklärte Spinner weiter. Bereits im Mai vergangenen Jahres habe das Regierungspräsidium Freiburg im Zuge des angestrebten Zielabweichungsverfahrens Zahlen angefordert, wie viele Feuerwehrleute aus welcher Richtung an die bestehenden Gerätehäuser und an den möglichen neuen Standort fahren.
Bedingt durch die Arbeitsplätze der Aktiven ergebe sich da ein eindeutiges Bild: „80 Prozent der Einsatzkräfte fahren talaufwärts, wenn sie zum Einsatz kommen. Das wirft schon das mit der geografischen Mitte über den Haufen. Gerade, was die Tagbereitschaft angeht.“
Umbau der Marienkirche wäre „enorm aufwendig“
Der Feststellung von Manfred Harter, dass es sich dabei um eine Momentaufnahme handle, widersprach Spinner: Zugrunde lägen der Auswertung Einsatzzahlen über eine Spanne von zehn Jahren. „Selbst wenn ich über 15 oder 20 Jahre gehe, bekomme ich keine anderen Zahlen heraus.“
Ein Umbau der aus Backsteinen gebauten Marienkirche sei enorm aufwendig, so Spinner. Der Kirchenraum allein biete knapp die Fläche für eine Fahrzeughalle. Schulungs- und Sanitärräume seien dann aber noch nicht berücksichtigt. „Von den Platzverhältnissen müssen wir auch gar nicht reden – dann sind wir wieder an dem Punkt, wo wir jetzt sind. Man darf nicht von einer einfachen Garage ausgehen.“ „Es ist von der Umsetzung nicht so einfach, wie man es im ersten Moment vielleicht denkt“, sagte Martin Dieterle. Dennoch gebe es für die Kirchen-Idee Pro und Contra.
Bürgermeister Jürgen Nowak erklärte, er wolle sich im Ausschuss sachgerecht damit beschäftigen und die Argumente zu Papier bringen. „Das gehört in den Ausschuss rein.“
Info – Die personelle Besetzung des Ausschusses
Martin Dieterle schlug Rene Hermann, Christian Sum und Udo Schacher als Mitglieder des Ausschusses vor. „Das wären ideale Kandidaten meiner Meinung nach.“ Als vierten Vertreter schlug das Gremium Roland Haas vor. Hermann, Sum und Haas erklärten sich bereit, den Posten im Ausschuss anzutreten. Udo Schacher war verhindert und wurde vorbehaltlich seiner Zustimmung gewählt. Für die Feuerwehr werden Tobias Harter, Marc Rosenfelder, Frank Roth und Kommandant Markus Spinner dem Ausschuss angehören, die die Sitzung als Zuhörer verfolgten. Den Vorsitz des Gremiums hat Bürgermeister Jürgen Nowak. Der Feuerwehr-Bauausschuss hat beratende Funktion. Beschlüsse bleiben Ratssache.