530.000 Euro Eigenleistung: Im dritten Quartal 2027 startet der Breitband-Ausbau in Haslach

Über den aktuellen Stand beim Glasfaserausbau wurde im Haslacher Gemeinderat informiert.
BreithauptDer Glasfaser-Ausbau nimmt Fahrt auf: Nachdem die Glasfaser Plus mit dem Ausbau des Stadtgebiets (Haslach Süd) begonnen hat (wir berichteten), informierte Josef Glöckl-Frohnholzer, der Geschäftsführer der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG (BOKG), in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend über den geplanten Ausbau der Außenlagen. Während die Telekom und die Glasfaser Plus die dichter besiedelten Gebiete auf eigene Kosten erschließen, übernimmt die BOKG den Ausbau dort, wo sich ein privatwirtschaftlicher Ausbau nicht rechnet.
Insgesamt umfasst das Ausbaugebiet in Haslach 1899 Gebäude. Den größten Anteil übernimmt dabei Glasfaser Plus mit 1259 Gebäuden, während die Telekom weitere 595 Gebäude erschließt. Für die verbleibenden 45 Adressen in den Außenlagen ist die Breitband Ortenau im Rahmen des geförderten Ausbaus verantwortlich, darunter auch Gebäude, die sich im Eigentum der Stadt befinden.
Haslach muss die Ausbaukosten mittragen
Zu den Gebäuden, die durch die BOKG angebunden werden, gehören auch Gebäude in der Hofstetter Straße, die ursprünglich im Ausbaubereich der Telekom lagen, von der inzwischen aber signalisiert wurde, dass sie von einem Ausbau Abstand nimmt.
Die Kosten dafür tragen zu 90 Prozent Bund und Land, zehn Prozent (rund 530.000 Euro) muss die Stadt als Eigenanteil leisten. „Ab 2035 werden die Kupfernetze in Deutschland abgeschaltet“, machte Glöckl-Frohnholzer die Dringlichkeit des Ausbaus deutlich. Sofern die Eigentümer einen Ausbau wünschen, müsse er auch erfolgen. Was die Gebäude der Stadt betrifft, kann der Gemeinderat entscheiden, ob sie einen Glasfaseranschluss erhalten sollen. Konkret ging es um das Schützenhaus, die Mülldeponie Vulkan und die Sportanlagen beim Stadion. Da der Backbone, der nach Hofstetten führt, in der Nähe des Schützenhauses verlaufen soll, sind die Kosten dafür vergleichsweise gering.
Ähnliches gilt für das Sportzentrum, sofern der Besitzer eines dahinterliegenden Gebäudes den Ausbau wünscht. In beiden Fällen sprachen sich die Gemeinderäte für einen Ausbau aus. Anders verhält es sich mit der Deponie Vulkan: Sollte sie nicht ans Glasfasernetz angeschlossen werden, würde sich der Eigenanteil auf Basis der aktuellen Kostenschätzung auf rund 475.000 Euro verringern.
19 Tiefbau-Unternehmen zeigen sich interessiert
Werner Bosch (FWV) fragte, ob eine Anbindung der Deponie auch durch eine 5G-SIM-Karte möglich wäre. Glöckl-Frohnholzer bestätigte das, auch Starlink wäre eine Option. „Wenn dort später nichts hinkommen soll, wäre es eine tote Investition.“
Der Gemeinderat war sich am Ende einig, dass Sportstätten und Schützenhaus ans Glasfasernetz angebunden werden sollen, die Deponie Vulkan hingegen nicht. Der aktuelle Zeitplan sieht laut Glöckl-Frohnholzer vor, dass nach Abschluss der Ausschreibung und Vergabe der Netzbau im dritten Quartal 2027 beginnen soll. Es gebe aktuell 19 interessierte Tiefbau-Unternehmen – anders als noch vor fünf Jahren also keinen Mangel an Kapazitäten. Die Bereitstellung der Telekommunikationsdienste ist ab Ende 2028 vorgesehen. Der künftige Netzbetreiber steht noch nicht fest, aber es gibt mehrere Interessenten, darunter die Telekom, Vodafone, Stiegeler und Netcom BW.