“ZiSch“ im Kreis Freudenstadt: Journalismus zum Anfassen – Projekt bringt Schülern die Medienwelt näher

Die Klassen 9b und 9c des Martin-Gerbert-Gymnasiums in Horb bekamen Besuch aus der Redaktion
Florian GanswindMit vielen Fragen und großem Interesse ist das Projekt „Zeitung in der Schule“ (ZiSch) in eine neue Runde gestartet. Das gemeinsame Projekt des Schwarzwälder Boten mit der Volksbank Nordschwarzwald eG bringt Schülerinnen und Schülern den Journalismus näher.
In den Klassen 9b und 9c des Martin-Gerbert-Gymnasiums in Horb bekamen die Schülerinnen und Schüler Besuch aus der Redaktion. Zu Gast war Florian Ganswind, Redaktionsleiter des Schwarzwälder Boten in Horb. Seit 20 Jahren arbeitet er für die Zeitung, seit 17 Jahren leitet er die Redaktion vor Ort. Den Jugendlichen gab er einen praxisnahen Einblick in den Alltag eines Redakteurs.
Aktuelle Themen und grundlegende Fragen
Nach einem kurzen Überblick über seinen Werdegang stand vor allem der Austausch mit den Schülern im Mittelpunkt. Dabei ging es nicht nur um aktuelle Themen, sondern auch um ganz grundlegende Fragen zum Beruf.
Ein zentrales Thema: Wie finden Journalisten eigentlich ihre Geschichten? Ganswind erklärte dies anhand konkreter Beispiele und bezog die Klasse aktiv mit ein. Auf die Frage nach aktuell wichtigen Themen nannten die Jugendlichen unter anderem den Iran-Konflikt und den Krieg im Nahen Osten.
Globale Entwicklungen werden zu Lokalthemen
Gemeinsam wurde anschließend überlegt, wie sich solche globalen Entwicklungen auf die Region auswirken können. Die steigenden Benzinpreise waren für einen Schüler ein naheliegendes Beispiel.
Auch ganz praktische Aspekte des journalistischen Arbeitens interessierten die Klassen. So wollten die Schüler wissen, wie man an passende Ansprechpartner kommt. Ganswind erklärte, dass Redaktionen dafür unter anderem Behörden, Organisationen und andere Institutionen kontaktieren, aber auch direkt mit Betroffenen sprechen.
Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz
Darüber hinaus kamen Zukunftsthemen zur Sprache. Diskutiert wurde unter anderem die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, die auch in Redaktionen eine Rolle spielen wird. Gleichzeitig wurde deutlich, dass journalistische Kernaufgaben wie Recherche, Einordnung und kritisches Nachfragen weiterhin unverzichtbar bleiben. Auch Fragen zu Ausbildung, Arbeitszeiten und dem Berufsalltag eines Redakteurs wurden offen beantwortet.
Begleitet werden die Klassen von ihren Lehrerinnen Mareike Küenzelen und Ann-Marie Trick, die das Projekt im Unterricht unterstützen. In den kommenden Wochen werden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv und verfassen eigene Artikel.
In diesem Jahr nehmen insgesamt 24 Klassen aus dem Kreis Freudenstadt am Projekt teil, darunter 15 im Bereich „LeseSpaß“ und 8 bei „ZiSch“. Mehr als 500 Schüler sind damit beteiligt.
Das Ziel bleibt dabei unverändert: junge Menschen für Journalismus zu begeistern, ihre Medienkompetenz zu stärken und ihnen eine eigene Stimme zu geben.