Windkraftdiskussion in Horb: Nabu: Windrad-Standorte nachhaltig auswählen

Bäume und Sträucher im „Großen Hau“ – dem Nabu geht es in der Windkraftdiskussion nicht nur um diesen Wald.
Lambert Straub„Die Aussagen Herrn Daikers verzerren die Position des Nabu und verkennen das Ziel des Bürgerentscheids am 30. November 2025: den Schutz der kommunalen Wälder in Horb“, teilt der Nabu Horb zur privaten Meinungsäußerung von Peter Daiker mit.
Der Bürgerentscheid, so der Nabu, richte sich gegen die Nutzung aller kommunalen Waldflächen in Horb für Windkraftanlagen – nicht nur gegen das Gebiet Großer Hau. Ziel sei es, die städtischen Wälder als Lebensräume, Klimaregulatoren, Wasserspeicher, CO₂-Senken und Erholungsräume zu bewahren. Angesichts zunehmender Hitzeperioden komme dieser Funktion eine immer größere Bedeutung zu.
„Falsche Behauptung“
Lambert Straub, Vorsitzender des Nabu Horb, schreibt: „Der Nabu Horb hat nie behauptet, alle Waldflächen seien ökologisch gleichwertig. Grundlage unserer Position sind fachlich fundierte Analysen und Stellungnahmen. In den vergangenen zwei Jahren haben wir mehrfach versucht, sachorientierte Lösungen zu fördern – etwa durch drei Stellungnahmen an den Regionalverband Nordschwarzwald, um sensible Gebiete aus den Vorrangflächen herauszunehmen. Auch im Gemeinderat appellierten wir im Mai 2024 erfolglos, das wertvolle Gebiet WF14 (Großer Hau/Ihlinger Berg) zu streichen.“

Lambert Straub in einer Gemeinderatssitzung
Foto: Jürgen LückMehrere Versuche, mit der Verwaltung in den Dialog zu treten, wurden erschwert oder verhindert, argumentiert Straub. „So untersagte diese im März 2024 Ortsvorstehern, dem Nabu in Ortschaftsratssitzungen Gehör zu geben. Auch Einladungen zu Besichtigungen der geplanten Vorrangflächen wurden weitgehend ignoriert. Selbst Herr Daiker, den wir als früheren Förster für eine Waldführung gewinnen konnten, musste seine Zusage auf Wunsch der Verwaltung zurückziehen. Ein offener Austausch über eine nachhaltige Standortwahl wurde so leider verhindert.“
Kompromiss verhindert?
In der Gemeinderatssitzung am 30. September 2025 sei ein möglicher Kompromiss endgültig verhindert worden. „Die zunächst beschlossene Herausnahme von WF14 wurde durch eine erneute Abstimmung auf Initiative des scheidenden OB Peter Rosenberger wieder aufgehoben.“
Der Nabu Horb sieht nach eigenem Bekunden im Bürgerentscheid jetzt die „einzige Möglichkeit, die Wälder zu schützen. Ein Nein beim Bürgerentscheid bedeutet kein Nein zur Windenergie, sondern ein Ja zu einem naturverträglichen Ausbau im Offenland. Auch ohne Waldflächen stehen in Horb rund 2,2 Prozent der Gemeindefläche zur Verfügung – Platz für etwa 13 große Windräder.“
Der Nabu Horb ruft auf, bei der Wahl am 30. November 2025 für den Schutz der kommunalen Wälder zu stimmen.