Weihnachtstradition in Horb
: Heimelige Musik bei frostigem Wetter

Eine Delegation der Musikvereine aus Horb und Bildechingen pflegte die Tradition des „Spielens unterm Weihnachtsbaum“.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Erst nach viel Überredungskunst wurde im Freien musiziert – Im Feuerwehrhaus wäre es wärmer gewesen

Peter Morlok

Das bekannte Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ tönte am Nachmittag des Heiligabends über den Dorfplatz von Bildechingen. Gespielt von einer Delegation der Musikvereine aus Horb und Bildechingen, die seit langen Jahren die schöne Tradition des „Spielen unterm Weihnachtsbaum“ pflegen.

Ob man nun mit dem Traum von den weißen Weihnachten den Wunsch aller Zuhörer traf, lassen wir an dieser Stelle einfach offen. Sicher sind viele Besucher dieses Platzkonzerts froh, wenn sie keinen Schnee schippen müssen und über die Feiertage auf schneefreien Straßen zu ihren Lieben fahren können.

Trotz der Kälte musiziert

Natürlich wäre ein Christbaum im Schnee viel romantischer und auch der Jahreszeit entsprechend, doch selbst an Weihnachten kann man nicht alles haben, was man sich wünscht. Oder man bekommt es in der Form, die der Wettergott in diesem Jahr ausgewählt hat. Eisiges Schneetreiben und bittere Kälte. Da war man sich sogar von Seiten der Musikanten nicht einig, ob man nicht lieber in der warmen Halle des Bildechinger Feuerwehrhauses spielen sollte oder draußen unterm Weihnachtsbaum.

Darauf hatten sie schon lange gewartet – es gab Geschenke.

Foto: Peter Morlok

Im Inneren des Feuerwehrhauses bewirteten die freiwilligen Helfer vom Musikverein die Gäste wie all die Jahre mit Glühwein und Kinderpunsch und hatten aufgrund der Temperaturen alle Hände voll zu tun, die feurigen Wärmespender in die Becher abzufüllen. Die Stehtische in der Gerätehalle waren umlagert und draußen, vor dem Feuerwehrmagazin, standen die Bildechinger in Gruppen zusammen, tauschten den neusten Dorfklatsch aus, wünschten sich frohe Weihnacht und freuten sich auf die bevorstehende Christmette in der Wallfahrtskirche.

Es ist zwar kalt aber doch irgendwie gemütlich.

Foto: Peter Morlok

Das freundliche Machtwort

Bildechingens Vereinsvorstand Maiky Götz sprach dann ein freundliches Machtwort und raus ging es für Besucher und Musikanten vor das Feuerwehrhaus. Wie jedes Jahr freute er sich „granatenmäßig“, dass wieder so viele Bildechinger – es war fast das halbe Dorf da – den Weg zu dieser gemeinsamen Feierstunde fanden. Und dass bei nicht wirklich idealem Heiligabend-Wetter.

Die Bildechinger lassen sich ihre weihnachtliches Treffen unterm Baum nicht nehmen.

Foto: Peter Morlok

Jung und Alt kamen bei diesem Auftritt auf ihre Kosten. Ulrich Münnich, der auch in Bildechingen die Abordnung der Musikvereine dirigierte, hatte sich ein paar echte Weihnachts-Klassiker ausgesucht. Das dargebotene Repertoire reichte von „Alle Jahre wieder“ über „O du fröhliche“ bis zum finalen „Stille Nacht, heilige Nacht“. Dieses wohl bekannteste Weihnachtslied wurde besonders laut mitgesungen, verbreitet es doch die Ahnung einer friedlichen Weihnachtsnacht. Wichtig in so einem Moment ist doch die Gemeinsamkeit, die kollektive Freude über die Geburt Christi und der kurze Moment des Durchatmens, wenn man den Musikanten beim Spielen der bekannten Weihnachtslieder zuhört.

Nikolaus und Knecht Ruprecht

Zwei gerngesehene Besucher
  kamen wieder von weit her, um mit dabei zu sein. Der Heilige St. Nikolaus (Ulrich Beuter) und sein Knecht Ruprecht (Armin Weber) durften wieder kleine Päckchen, die von der Jugendabteilung des Musikvereins liebevoll verpackt wurden, an die Dorfkinder verteilen. Und auch in diesem Jahr ließen sie sich nicht lumpen und sorgten für strahlende Kindergesichter. Zuvor meinte jedoch der Ruprecht, er müsste einigen Leuten zeigen, wie gut seine Rute funktioniert.

Nicht nur die Kinder, auch Nikolaus und sein Knecht Ruprecht wurden dieses Jahr beschenkt.

Foto: Peter Morlok
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