Wandergruppe aus Ergenzingen
: Folgen der Ahrtal-Flutkatastrophe sind klar zu erkennen

Die Wandergruppe des TuS Ergenzingen erlebt ein Tal, das noch immer mit den Folgen der Flut kämpft. Das sind ihre Eindrücke.
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(red/pm)
Oberndorf
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Noch immer sind die Zerstörungen der Flut sichtbar.

TuS Ergenzingen

Nach 2024 ging es für 16 Wanderinnen und Wanderer mit zwei Kleinbussen ins Ahrtal. Erstes Ziel war das Sportgelände in Adenau, wo Dieter und Martha Sesterheim zu einem Imbiss einluden. Sehenswert war der neue Kunstrasenplatz, der nach dreimonatiger Bauzeit im Mai dieses Jahres eingeweiht wurde. Nach der Stärkung ging es weiter in den kleinen Ort Fuchshofen, wo die Gruppe in der Eifelpension „Brückenschenke“ Quartier bezog.

Am Nachmittag stand bereits die erste Wanderung an: eine Rundtour von Schuld nach Insul und zurück. Unterwegs wurden die Schornkapelle und die Freilichtbühne Schuld passiert, auf der an Wochenenden im Juli und August Vorstellungen stattfinden – 600 überdachte Plätze machen sie wetterunabhängig.

Die Wandergruppe aus Ergenzingen

Foto: TuS Ergenzingen

Der kleine Ort Insul mit rund 450 Einwohnern wurde bei der Flutkatastrophe schwer getroffen.

Ergenzinger erleben Ausmaß der Katastrophe

Über 120 Häuser wurden stark beschädigt, einige mussten abgerissen werden. Entlang der Strecke lag die Bergbau-Informationsstätte „Goldloch“ mit der Bergmannshütte und Schautafeln zur Flut. Nach rund zwei Stunden Wanderzeit kehrte die Gruppe nach Schuld zurück – ein Ort, der nach der Flut häufig in den Medien war. Noch heute zeugen viele beschädigte Gebäude vom Ausmaß der Katastrophe.

Am nächsten Tag führte die Tour auf den berühmten Rotweinwanderweg, Startpunkt war Dernau. Auch hier richtete die Flut 2021 große Schäden an. Vor der Flut hatte der Ort rund 1.800 Einwohner, heute sind es noch etwa 1.400. Elf Menschen kamen ums Leben. 90 Prozent der Häuser wurden beschädigt, 50 mussten abgerissen werden. Alle zehn Weingüter wurden in Mitleidenschaft gezogen. Beim Aufstieg in die Weinberge war die Weinlese in vollem Gange – mit Traktoren, Lesewagen und Handarbeit.

Weite Ausblicke ins Ahrtal

Immer wieder boten sich weite Ausblicke ins Ahrtal, wo noch an der Bahnlinie gearbeitet wird. Nächstes Ziel war die Klosterruine Marienthal. Am Altenwegshof wurde eine verdiente Mittagspause eingelegt, bevor es weiter zur „Bunten Kuh“ ging – einem Aussichtspunkt mit Blick auf Walporzheim und Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Ahrweiler beeindruckte die fast vollständig erhaltene Stadtmauer (1.800 Meter lang) sowie die renovierte Laurentiuskirche, die bei der Flut stark beschädigt wurde und seit kurzem als einzige Kirche im Ort wieder geöffnet ist. In Bad Neuenahr-Ahrweiler starben bei der Flut 68 Menschen.

Viele Häuser noch unbewohnt

Auch am dritten Tag spielte das Wetter mit. Vom Bahnhof im Weinort Mayschoß startete die Gruppe zur nächsten Rundwanderung. Es ging steil durch Weinberge hinauf zur Saffenburg und durch herbstlich gefärbten Laubwald bis nach Rech. Die berühmte Nepomukbrücke, einst Wahrzeichen von Rech und Hauptverbindung der beiden Ortsteile, wurde in der Flutnacht stark beschädigt und 2023 abgerissen. Nach einer Einkehr in einem Weingut führte der Rotweinwanderweg zurück nach Mayschoß. Entlang der Strecke waren viele Häuser noch unbewohnt – besonders an der Hauptstraße ist das Ausmaß der Flut nach wie vor sichtbar. Am letzten Tag fuhr die Gruppe nochmals durch das Ahrtal und dann weiter zum Geysir-Erlebniszentrum nach Andernach. Der Geysir-Ausbruch gilt als spektakulärstes Naturschauspiel am Mittelrhein. Seit 2009 ist der weltweit höchste Kaltwasser-Geysir (20 °C) in Betrieb – mit einer Ausbruchshöhe von bis zu 60 Metern und einer Dauer von rund 15 Minuten.

Der Besuch im Ahrtal war für die Wandergruppe erneut sehr erlebnisreich. Alle waren begeistert von der Landschaft, den Wanderungen – und den Einblicken in eine Region, die noch immer mit den Folgen der Flut kämpft.

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