Waldachtaler Haushaltsplan: Die finanzielle Rücklage ist bald aufgebraucht

Die Waldachtaler Rücklage schrumpft deutlich.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDie Gemeinde rechnet demnach mit 17.583.464 Euro Erträgen, denen eine Plansumme von 19.781.767 Euro an „Ordentlichen Aufwendungen“ gegenüber steht. Daher rechnet die Kommune mit einem Defizit von 2.198.303 Euro (Vorjahr: -1.017.449 Euro). Im Gesamtfinanzhaushalt stehen Einzahlungen von 17.197.483 Euro Auszahlungen von 19.632.419 Euro gegenüber – der Zahlungsmittelbedarf beträgt demnach 2.434.936 Euro. Stand 30. Juni 2025 zählte Waldachtal 6.335 Einwohner - die Steuerkraftmesszahl beträgt 9.537.146.
Kreditaufnahme von fast 3,8 Millionen Euro geplant
Der Hebesatz der Grundsteuer A beträgt 390 Prozent und B 475 Prozent. Der Hebesatz der Gewerbesteuer liegt bei 360 Prozent. Die Gemeinde plant in 2026 eine Kreditaufnahme von 3.783.822 Euro - der Stand der Schulden betrage dann gegen Ende des Haushaltsjahres 2026 9.455.190 Euro. Im Vorjahr (Vj) rechnete Gemeindekämmerin Chiara Bill mit einem Schuldenstand von 4.619.039 Euro. Im Haushaltsplan 2025 nahm die Gemeinde 9.628.189 Euro an „FAG-Zulagen“ (Familienlastenausgleich, Schlüsselzuweisungen, etc.) ein. Nach Abzug der von der Gemeinde zu zahlenden Umlagen (5.681.233 Euro) wie etwa an den Landkreis bleiben 3.946.956 Euro übrig. Im kommenden Jahr geht die Kommune von 9.009.402 Euro an FAG-Zuweisungen aus. Nach Abzug der zu zahlenden Umlagen in Höhe von 7.693.815 Euro würden der Gemeinde nur noch 1.315.587 Euro verbleiben.
Dennoch muss die Gemeinde im kommenden Jahr einige Investitionen schultern. Darunter die Beschaffung einer neuen Drehleiter, die Sanierung der Grundschule und Kindergartens in Salzstetten und den Breitbandausbau in der Gemeinde. Ebenso im Plan ist der Neubau der Mensa an der Waldachtalschule. Abzüglich der Investitionseinzahlungen muss die Gemeinde für ihre Investitionen weitere 3.783.822 Euro aufbringen. Dieser Finanzierungsbedarf soll durch die geplante Kreditaufnahme sowie durch die liquiden Mittel der Kommune gedeckt werden. Zum 1. Januar des kommenden Jahres soll die Gemeinde noch über circa 5.824.585 (Vj: 6.208.555) Euro an liquiden Mitteln verfügen.
Am Ende bleiben knapp 2,6 Millionen Euro Rücklage
Auch die Rücklagen der Gemeinde werden sich wahrscheinlich weiterhin verringern. So plant Bill zu Beginn des Haushaltsjahres mit einer Rücklage von 4.345.047 Euro, die zum Ende des Haushaltsjahres nur noch 2.594.744 Euro betragen soll.
Bürgermeisterin und Kämmerin zum Haushalt 2026
„Es muss sich irgendwann etwas ändern,
sonst ist die Rücklage bald aufgebraucht“, verdeutlichte die Kämmerin.
Bürgermeisterin Annick Grassi
verriet, dass der Haushalt 2024 etwas besser ausfallen werde, jedoch dennoch mit einem Defizit abschneiden wird. Das Haushaltsjahr 2025 werde hingegen „deutlich besser“ ausfallen. Sehr viele Leistungen seien im Zuge der Haushaltsplanung 2026 gestrichen worden. „Es sind alle Bereiche betroffen. Wir haben auch nicht alle Wünsche erfüllt“, so Grassi.
Die Gemeinde sei dennoch zuversichtlich,
dass trotz der Budgetkürzungen die Aufgaben der Gemeinde abgearbeitet werden können. Fast 40 Prozent der Investitionen fließen in die Feuerwehr, Schulen und Kindergärten der Gemeinde, was zu den Pflichtaufgaben der Kommunen gehöre. „Es wird schwieriger für die Zukunft. Wir brauchen ab 2027 andere Rahmenbedingungen und eine bessere Wirtschaft, sonst wird es für die Kommunen nicht mehr stemmbar“, konstatierte Grassi.
Dennoch sei der Tenor bei den Klausurtagungen
klar gewesen, dass sich die Gemeinde nicht kaputt sparen dürfe.