Waldachtal: Jörg Klaus Fischer schmeißt hin

Jörg Klaus Fischer hat die Unternehmensgruppe verlassen.
ArchivWaldachtal - Es ist noch nicht einmal ein Vierteljahr her, als Jörg Klaus Fischer im Rampenlicht stand. Auf einer Bilanzpressekonferenz in einem Hotel direkt am Stadtpark von Stuttgart durfte er als operativer Geschäftsführer der Unternehmensgruppe fischer aus Waldachtal-Tumlingen (Kreis Freudenstadt) die Bilanzzahlen präsentieren. Erstmals wurde der Generationenwechsel so
öffentlich präsentiert, nachdem Jörg Klaus Fischer bereits seit Beginn des Jahres 2011 die Geschäftsführung von seinem Vater Klaus Fischer, dem Eigentümer von fischer, übernommen hatte. Und es war für die Beobachter ein Auftakt nach Maß für den 36-Jährigen.
Unterschiedliche Ansichten zur Unternehmensführung
Nun ist der Generationswechsel im Familienunternehmen im so beschaulichen Waldachtal wieder rückgängig gemacht worden. Jörg Klaus Fischer verlässt das Unternehmen, das vor allem durch seine Dübel bekannt wurde und Spezialist für Befestigungssystem ist, auf eigenen Wunsch, lässt das Unternehmen verlauten. Zwar ist aus dem Umfeld zu hören, dass es schon von Anfang in der Unternehmensführung unterschiedliche Ansichten gegeben haben soll, der endgültige Bruch kommt dennoch plötzlich. »Wir haben in den vergangenen Wochen feststellen müssen, dass unsere Vorstellungen im Hinblick auf Ausrichtung und Führung des Unternehmens gravierend unterschiedlich sind«, so Klaus Fischer. Differenzen in der Personalpolitik deutet Edmund Kammerer, Leiter der Unternehmenskommunikation, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Dagegen soll es keine Meinungsverschiedenheit über die internationale Ausrichtung von fischer gegeben haben, wie im Umfeld gemutmaßt wird. Jörg Klaus Fischer habe laut Kammerer die persönliche Entscheidung getroffen, bevor die Familie Schaden nimmt. Der familiäre Zusammenhalt sei von dem Bruch nicht belastet.
Fischer will Famileinunternehmen bleiben
Für das Unternehmen, das einen Umsatz von 606 Millionen Euro und damit ein Plus von vier Prozent für das vergangene Jahr vermelden konnte, ist es ein schwerer Schlag, denn der Generationswechsel hatte die weitere Zukunft in Familienhand gesichert. Die Botschaft, die gestern ausgegeben wurde: »fischer bleibt ein Familienunternehmen.«