Umzug in Ahldorf
: Die „Freien und Illegalen“ treiben sich herum

Eine Ahldorfer Gruppe pflegt ihre Tradition – ganz ohne Zunft- und Vereinsfasnet.
Von
Jürgen Baiker
Oberndorf
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Die Splittergruppe aus dem Tennisclub zelebrierte das Aufstellen eines Maibaums.

Jürgen Baiker

Anders als bei den Umzügen der Vorjahre standen beim fünfzehnten Ahldorfer Fleckenumzug zum traditionellen Fasnetsamstag ohne Narrenzunft und Gastzünfte erstmals keine kommunalen Begebenheiten oder Flecken-Themen im Vordergrund.

Eine rein interne Ahldorfer Angelegenheit, wäre da nicht noch Ahldorfs Ortsvorsteher Hartmut Göttler. Seit dem Schmotzigen aus dem Rathaus ausgesperrt, begrüßte er die Narren freundlich aus dem Schlauchturm der Feuerwehr heraus.

Horbs wahre Narren?

Der Umzug stand heuer nicht im Zeichen der bekannt kritikfreudigen freien Ahldorfer Narren oder „Illegalen“, wie sie Ahldorfs Ortsvorsteher Hartmut Göttler in seinen „salbenden“ Worten vor Jahren und heuer wieder bezeichnet hatte.

Die Großfamilie Hank bereicherte den Zug mit einer Schneewittchen-Darstellung.

Foto: Jürgen Baiker

Zurückzuführen ist die Titulierung auf jegliche Ablehnung von Verantwortung der Narren, die kein eingetragener Verein und keine Zunft sind und bei denen somit jeder Einzelne für sich allein Verantwortung trägt. Man kommt einfach zur Fasnets-Demonstration am Fasnetsamstag zusammen.

Doppelter Genuss

Der Umzug wendete nach dem katholischen Gemeindehaus, beziehungsweise ging hinter dem Gemeindehaus vorbei, um dann wieder auf die Hauptstraße einzubiegen und dann ein zweites Mal an den Zuschauern in Richtung des von der örtlichen Feuerwehr bewirteten Feuerwehrhauses samt Verpflegungsstand vorbeizuziehen, was den unbestreitbaren Vorteil hatte, dass die Zuschauer sich den Umzug von beiden Seiten ansehen konnten.

Die „Urgesteine“ trugen Trauer: Sie hatten wie all die Jahre nichts aus dem Dorfleben zu berichten.

Foto: Jürgen Baiker

Die Zuschauer, postiert am Straßenrand zwischen Rathaus und katholischem Gemeindehaus, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Der Umzug wurde vom Büttel Manuel Leins und dem Täfelesbua vor der Ahldorfer Narrenkapelle „Die Feediga“ angeführt. Im Schlepptau bemerkenswerte elf Motiv-Gruppen. Neben verschiedenen „Mädel-Gruppen“ und der Schneewittchen-Inszenierung der Großfamilie Hank ist besonders die neue Gruppe der „Krabbe“ hervorzuheben. Die Splittergruppe aus dem Tennisclub zelebrierte das Aufstellen eines Maibaumes und verteilte für Interessierte Aufsteller sogar unerprobte Checklisten.

Die Kapelle „Die Feediga“ sorgte beim Umzug in Ahldorf für den richtigen Sound.

Foto: Jürgen Baiker

Zum Schluss des Umzugs hatte sich unverhofft ein Trauerzug der fünf Ahldorfer „Urgesteine“ angehängt. Seit 53 Jahren fand sich keine Begebenheit im Flecken, die würdig gewesen wäre, um von den Urgesteinen näher beleuchtet zu werden.

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