Toter Schwan: Vogelgrippe trifft den Landkreis Tübingen
Im Landkreis Tübingen ist bei einem toten Höckerschwan das Vogelgrippevirus nachgewiesen worden. Behörden sehen keinen erhöhten Handlungsbedarf und verzichten auf eine Stallpflicht.

Dieser Höckerschwan macht ein Nickerchen. An den Kirchentellinsfurter Baggerseen wurde bei einem Schwan das Vogelgrippevirus nachgewiesen.
Patrick Pleul/dpaDas Geschehen in der aktuellen Vogelgrippesaison ist bundesweit dynamisch. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt das Risiko einer Ausbreitung der Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – insgesamt als hoch ein. Nun wurde auch im Landkreis Tübingen bei einem toten Höckerschwan an den Kirchentellinsfurter Baggerseen das Influenzavirus Subtyp H5 – Vogelgrippevirus – nachgewiesen. Das gibt das Landratsamt Tübingen in einer Pressemitteilung bekannt.
Die Abteilung Veterinärwesen des Landratsamts Tübingen hat die Lage bewertet und ist gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Tübingen und dem zuständigen Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz BW zu der Einschätzung gekommen, dass sich das Infektionsrisiko vor Ort aufgrund dieses Einzelfalles nicht erhöht habe.
Keine Stallpflicht
Zum jetzigen Zeitpunkt wird daher von einer Anordnung zur allgemeinen Stallpflicht abgesehen.
Alle Geflügelhalterinnen und -halter werden jedoch dazu aufgerufen, die bereits seit längerer Zeit in Baden-Württemberg geltenden Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung eines Geflügelpesteintrags in die Hausgeflügelpopulation weiter strikt einzuhalten.
In Deutschland kam es in den vergangenen Wochen sprunghaft zu vermehrten Vogelgrippe-Ausbrüchen bei gehaltenem Geflügel und Wildvögeln.
Mehrere Ausbrüche
In Baden-Württemberg wurden zuletzt in mehreren Landkreisen Ausbrüche bei Wildvögeln gemeldet. Im Oktober 2025 wurde im Alb-Donau-Kreis in einem größeren Geflügelbetrieb das Influenzavirus vom Subtyp H5N1 nachgewiesen.
Für die allgemeine Bevölkerung schätzt das Friedrich-Loeffler-Institut das Risiko einer Ansteckung als sehr gering ein. In Deutschland ist bislang kein Fall einer Infektion beim Menschen bekannt geworden.