Tälesee in Empfingen
: Ein Mähboot soll die Gewässerqualität verbessern

Empfingen testet am Tälesee ein Mähboot: Behutsam werden Seerosen und Schilf entnommen, um die Gewässerqualität zu stabilisieren. Der kostspielige Versuch soll größere Eingriffe wie ein Ablassen vermeiden.
Von
Daniel Begemann
Empfingen
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Ein Mähboot ist auf dem Tälesee in Empfingen im Einsatz.

Ein Mähboot ist auf dem Tälesee in Empfingen im Einsatz.

Gemeinde Empfingen
  • Empfingen testet am Tälesee ein Mähboot, um die Gewässerqualität zu stabilisieren.
  • Seerosen und Schilf werden punktuell entfernt – sensible Uferzonen bleiben unberührt.
  • Ziel ist eine bessere Durchmischung des Wassers und das Vermeiden eines Ablassens des Sees.
  • Der Einsatz ist zeitlich begrenzt, Kosten liegen im oberen vierstelligen Bereich.
  • Aktuell wird wegen hoher Temperaturen vom Baden abgeraten, das Wasser wird laufend geprüft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gemeinde Empfingen startete am Dienstag gemeinsam mit dem Fischerverein Anker Empfingen  einen weiteren Baustein zur ökologischen Entwicklung des Tälesees. Das teilt Bürgermeister Ferdinand Truffner in einer Pressemitteilung mit. „In den nächsten Tagen kommt erstmals testweise ein spezielles Mähboot zum Einsatz, das ausgewählte Bereiche mit starkem Seerosen- und Schilfbewuchs bearbeitet. Ziel der Maßnahme ist es, die natürliche Durchmischung des Gewässers zu verbessern und damit langfristig zu einer Stabilisierung der Wasserqualität beizutragen“, schriebt Truffner.

Der Tälesee ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Naherholungsangebots in Empfingen und zugleich ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wie viele flache Stillgewässer unterliege auch er einem natürlichen Alterungsprozess. Durch den zunehmenden Bewuchs mit Wasserpflanzen und Röhricht sowie die damit verbundene Verlandung würden sich die Strömungsverhältnisse und der Sauerstoffaustausch innerhalb des Gewässers verschlechtern. Insbesondere in den Sommermonaten könne dies zu einer geringeren Durchmischung des Wasserkörpers führen.

Versuch soll Erkenntnisse liefern

Vor diesem Hintergrund haben sich die Gemeinde und der Fischerverein intensiv mit möglichen Maßnahmen beschäftigt. Der nun gestartete Versuch soll Erkenntnisse darüber liefern, ob eine schonende, punktuelle Entnahme von Seerosen und Schilf dazu beitragen kann, die ökologische Situation des Sees nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig auf deutlich umfangreichere Eingriffe – insbesondere ein vollständiges Ablassen des Sees – möglichst verzichten zu können.

Mit der Durchführung wurde ein auf Gewässerpflege spezialisiertes Fachunternehmen beauftragt, das über die notwendige Erfahrung und Technik für derartige Arbeiten verfügt. Zum Einsatz kommt ein speziell für Gewässer entwickeltes Mähboot, das die Pflanzen gezielt aufnimmt und aus dem See entfernt.

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Besonderes Augenmerk liege dabei auf dem Natur- und Artenschutz. Sämtliche Arbeiten würden naturschutzfachlich schonend durchgeführt. Es würden lediglich die hierfür vorgesehenen Bereiche bearbeitet; wertvolle Lebensräume sowie sensible Ufer- und Röhrichtzonen würden unangetastet bleiben. Ziel sei ausdrücklich keine großflächige Entfernung der Vegetation, sondern eine behutsame Pflege zur Unterstützung der ökologischen Entwicklung des Gewässers.

Gewässerqualität im Fokus

Bürgermeister Ferdinand Truffner betont: „Der Tälesee ist ein echtes Kleinod in der Gemeinde. Uns ist bewusst, dass wir hier Verantwortung für Natur, Artenvielfalt und Naherholung gleichermaßen tragen. Deshalb setzen wir bewusst auf einen schonenden Versuch und nicht auf einen massiven Eingriff. Wir möchten prüfen, ob wir die Gewässerqualität, welche mehrmals im Jahr beprobt wird und für sehr gut bewertet wird, mit möglichst schonenden Mitteln auch während der Hitzewelle konstant zu halten.“

Auch der enge Austausch mit dem Fischerverein spiele dabei eine wichtige Rolle. „Der Fischerverein kennt den Tälesee seit Jahrzehnten und begleitet seine Entwicklung mit großem Engagement. Dieses Wissen ist für uns äußerst wertvoll. Gemeinsam möchten wir Lösungen finden, die sowohl den ökologischen Anforderungen als auch den Interessen des Naturschutzes gerecht werden.“

Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um einen zeitlich begrenzten Testeinsatz handelt. Nach Abschluss der Arbeiten werden die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet und das weitere Vorgehen gemeinsam bewertet. „Wir wollen nicht vorschnell handeln, sondern belastbare Erfahrungen sammeln. Wenn dieser Versuch dazu beiträgt, den See langfristig ökologisch zu stabilisieren und gleichzeitig auf ein Ablassen des Gewässers verzichten zu können, wäre das ein großer Gewinn – sowohl für die Natur als auch für die Menschen, die den Tälesee als Erholungsraum schätzen“, so Truffner.

Hoher vierstelliger Betrag

Das am Uferrand abgelegte Mähgut werde in den kommenden Tagen durch den Bauhof abtransportiert. Durch die zwischenzeitliche Lagerung könne das Material noch abtropfen, und Kleinstlebewesen gelangten so wieder in den See zurück. Auch die Entsorgung werde dadurch wirtschaftlicher, da das Gewicht durch das ablaufende Wasser geringer wird, so Ortsbaumeister Jochen Seibold. Die Kosten für die Maßnahme beliefen sich auf einen oberen vierstelligen Betrag, der so Seibold, hoffentlich auch nachhaltig Erkenntnisse bringe und man von einer größeren Baumaßnahme abkomme.

Aktuell wird aufgrund der hohen Temperaturen seitens der Gemeindeverwaltung und des Gesundheitsamtes das Baden im See nicht empfohlen. „Es bestehen Gesundheitsrisiken. Das Wasser wird stetig geprüft und eine Entwarnung dann natürlich auch weitergegeben. Die Beschilderung ist entsprechend zu beachten“, teilt Truffner mit.