Straßensperrung in Rottenburg
: In den Pfingstferien beginnen die Vorarbeiten für den EBG-Umbau

Eine gemeinsame Heizzentrale soll künftig das Rottenburger Eugen-Bolz-Gymnasium und das Martinihaus mit Wärme versorgen. Dafür wird die Eberhardstraße für längere Zeit gesperrt.
Von
Michael Hahn
Oberndorf
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Der Altbau des Eugen-Bolz-Gymnasiums (vorne rechts) wird in den Sommerferien abgerissen. Im Keller befindet sich die bisherige Heizzentrale. Sie wird verlegt ins Martinihaus (hinten rechts, der Flachbau ist die Kapelle des katholischen Internats). Da die Eberhardstraße (rechts, aber auf dem Foto nicht zu erkennen) für längere Zeit unterbrochen wird, werden Elterntaxis voraussichtlich vor allem die Mechthildstraße (links) benutzen.

Carolin Albers

Es sind die zwei größten Bauprojekte der Rottenburger Geschichte: der Umbau des Eugen-Bolz-Gymnasiums (EBG) und der Bau eines Nahwärme-Netzes in der Altstadt. Beide Projekte werden viele Jahre lang dauern und zig Millionen Euro kosten. Sie sind unabhängig voneinander. Aber in den kommenden Monaten gibt es eine Überschneidung. In den Pfingstferien beginnen die Vorarbeiten für eine neue Heizzentrale an der Eberhardstraße. Sie soll das EBG mit Wärme versorgen, und könnte eines Tages auch als Back-Up für das Nahwärmenetz dienen.

Aktueller Auslöser ist der für die Sommerferien geplante Abriss des EBG-Altbaus. Die ehemalige Landwirtschaftsschule aus dem Jahr 1928 und das frühere Forstamtsgebäude müssen einem Neubau für Fachklassenzimmer und eine Aula weichen. Der Schutt kommt weg. Aber noch vor dem Abriss müssen die Stadtwerke ihr bisheriges gas-betriebenes Mini-Heizkraftwerk im Keller ausbauen, das in den vergangenen Jahrzehnten das EBG beheizt und nebenher Strom produziert hat. „Die Demontage machen wir in den Schulferien“, sagt Sebastian Wütz, der Bereichsleiter für Energieerzeugung bei den Stadtwerken. Denn dann werde der Unterrichtsbetrieb nicht gestört.

Wechsel auf die andere Straßenseite

Das Hauptgebäude des EBG soll stehenbleiben. Es wird in den kommenden sechs Jahren grundlegend umgebaut und saniert – bei laufendem Schulbetrieb. Damit die Klassenzimmer auch in der kommenden Heizperiode beheizt werden können, braucht es schnell eine neue Heizzentrale.

Dafür wechseln die Stadtwerke die Straßenseite: Sie bauen im Laufe des Sommers im Keller des Martinihauses an der Eberhardstraße eine neue große Holzpellet-Heizzentrale ein. Denn auch die bisherige Gasheizung des katholischen Internats (plus Domsingschule) ist in die Jahre gekommen und muss dringend ersetzt werden. Die neue Heizzentrale soll nun nicht nur das Martinihaus, sondern eben auch das EBG und vielleicht auch einige private Anlieger mit Nahwärme versorgen.

Blaue Markierungen zeigen, wo die Nahwärme-Rohre von der Eberhardstraße ins Martinihaus abbiegen werden.

Foto: Michael Hahn

Im Auftrag der Stadtwerke wird die Firma Omexom nach den Pfingstferien die neuen Rohrleitungen unter der Eberhardstraße verlegen, auf etwa 100 Metern Länge. Die Wohnstraße wird dafür komplett gesperrt, auch für Fußgänger und Radfahrer. Es werde auch keine „Schlupflöcher“ geben, durch die man sein Fahrrad an der Baustelle vorbeischieben könnte, betont die städtische Pressestelle. Auch die Parkbuchten am Martinihaus sind dann blockiert, und die Gäste der beliebten Mensa (darunter sind auch etliche EBG-Schüler) müssen von der Sprollstraße her zum Mittagstisch gelangen.

Für die unmittelbaren Baustellen-Anwohner (sechs Wohngebäude) soll es Zuwege geben. Die Stadtwerke seien in „gutem, vertrauensvollen Kontakt“ mit den Nachbarn, sagt Bereichsleiter Wütz. Mehrere Eigentümer hätten auch schon Interesse an einem eigenen Hausanschluss an die künftige Nahwärme-Leitung bekundet.

Wie lange bleibt der Fußweg offen?

Bis Ende Juli soll die neue Rohrleitung zwischen Martinihaus und EBG fertig sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass dann die Eberhardstraße wieder durchgängig befahrbar wäre. Denn im August soll der Abriss des EBG-Altbaus beginnen, und dafür werden weitere Sperrungen notwendig sein. Den genauen Ablauf konnte die städtische Pressestelle aber auf Nachfrage noch nicht mitteilen.

Fast noch ärgerlicher: Auch die etwa 50 Meter Fußweg zwischen EBG-Schulhof und Eberhardstraße werden nach den Pfingstferien voraussichtlich komplett gesperrt. Zunächst wegen der Wärme-Rohrleitung, anschließend wegen des Forstamt-Abrisses und des Neubaus, also wohl für mehrere Jahre. In dieser Zeit können die Schüler und Schülerinnen dann nur noch via Sofienstraße oder Schuhstraße zur Sprollstraße gelangen.

Die Wärme-Rohre von der Eberhardstraße zum EBG werden auf dem Fußweg zunächst nur provisorisch verlegt, erklärt Stadtwerke-Mann Wütz: oberirdisch, mit Holzbrettern abgedeckt. Erst wenn der Fachklassen-Neubau fertig ist (also in etwa zwei Jahren), wird Omexom dort auch die Rohrleitungen wieder unter die Erde verlegen. Eine Skizze der Stadtverwaltung zeigt allerdings, dass das Fußweg-Stück zum EBG zunächst offenbleiben soll. Wie sich das mit der Rohrverlegung vereinbaren lässt, wird sich zeigen.

Back-up fürs gesamte Altstadt-Netz

Wütz bezeichnet das Eberhardstraßen-Projekt als „Mini-Insel“ für eine zukunftstaugliche Wärmeversorgung, zumindest für ein paar Jahre. Wenn genügend Interesse besteht, könnte man die Rohrleitungen auch in beide Richtungen verlängern und weitere Gebäude anschließen. Die Pellet-Zentrale im Martinihaus reiche auch für eine größere „Insel“ aus.

Die Martini-Heizzentrale könnte dann auch als „Back-up“ für das weitere Altstadtnetz dienen. Dieses soll vorrangig mit Flusswärme gespeist werden, mit einer Wärmepumpe am Neckarufer. Wenn es im Winter extrem kalt wird, oder wenn man das große Netz für Bauarbeiten mal irgendwo unterbrechen muss, könnte die Pellet-Heizung einspringen, ebenso wie andere Kleinkraftwerke im Stadtgebiet.

Im September zieht die Oberstufe aus

Und der Schulbetrieb?
Im EBG tüftelt man schon seit vielen Monaten daran, wie der Unterricht trotz Großbaustelle weiterlaufen kann. Im September sollen die neuen Oberstufenklassen am neuen EBG-Ableger „Eugen-Neckar“ starten: Das sind die Container-Klassenzimmer an der Tübinger Straße, die auch schon der Beruflichen Schule und der Josef-Eberle-Schule als Interims-Standort gedient haben.

Die Klassen 5 bis 10
werden weiterhin am Hauptstandort „Eugen-City“ unterrichtet. Nur die Elterntaxis können ab Juni nicht mehr durch die Eber-hardstraße fahren, sondern müssen die Mechthildstraße benutzen.

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