Soziales Engagement in Rottenburg
: Vesperkirche ist eine Heimat auf Zeit

Eine heiße Suppe, danach Salat und ein tolles warmes Essen – mit oder ohne Fleisch. Und als Dreingabe noch ein süßer Nachtisch, Kaffee und Kuchen.
Von
Angela Baum
Oberndorf
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Im Gemeindesaal ist für Jedermann die warme Stube geöffnet - es gibt ein warmes Mittagsmenü.

Angela Baum

Dazu gute Gespräche, immer ein offenes Ohr – etwa von Gemeindediakonin Barbara Zaiser oder Pfarrer Tilman Just-Deus oder den Helfern der Vesperkirche.

In der Rottenburger Vesperkirche arbeiten noch bis zum 13. Februar 160 Helferinnen und Helfer mit – darunter auch Sozialpraktikanten des Eugen-Bolz-Gymnasiums. In den drei Wochen finden viele Menschen in der Vesperkirche eine „Heimat auf Zeit“ - man trifft Menschen, die man selten trifft.

Der Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Rottenburg ist beheizt und angenehm warm. Warm ist auch die Atmosphäre: Musik wird ab und an gespielt – am Klavier oder an der Mundharmonika. Kerzen stehen an einigen Stellen, Vasen mit Blumen auf dem Tisch. Eine Friseurin schneidet sogar dem, der mag die Haare, und vor einigen Jahren war sogar eine Schneiderin mit im Boot.

Tagtäglich von 11 bis 14 Uhr geöffnet

Von 11 bis 14 Uhr ist die Vesperkirche tagtäglich geöffnet, das Mittagessen kommt von einer Metzgerei. Der Apfelsaft stammt vom Obstbau Däuble in Eckenweiler, der einige der vielen Bag in Box-Pakete auch spendet.

Der Posaunenchor lädt zur Vesperkirche ein, die die Evangelische Kirchengemeinde organisiert.

Foto: Angela Baum

Gemeindediakonin Barbara Zaiser freut sich, dass bereits am Eröffnungstag über 200 Gäste in die Vesperkirche kamen – und sich verwöhnen ließen von den Helfern. Mit dem leckeren Mittagessen, dem Weltladen-Kaffee und mit gespendeten Kuchen. Denn: Die Mitarbeitenden bringen oftmals auch Kuchen mit. Und: Viele Rottenburger spenden Geld für die Vesperkirche, und man komme auch jedes Jahr Null auf Null raus.

Zaiser dazu: „Wir sind nicht auf Gewinn aus, und sind froh, dass wir im vergangenen Jahr eine neue Spülmaschine aus den Spenden finanzieren konnten.“

Die Initiatorin der Vesperkirche, Heide Mattheis, hat eine rote Schürze umgebunden und schaut, dass alles gut funktioniert. Heide Mattheis macht ihre Arbeit in der Vesperkirche mit viel Herzblut, und Barbara Zaiser ist im dritten Jahr mit dabei.

Die Besucher werden am Eingang zum Gemeindesaal von Helfern begrüßt und dann auch zu einem freien Platz geleitet. Am Sonntag spielte der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde im Hof ein Ständchen – zur Freude der Gäste.

Ein bunter Mix aus der Bevölkerung

Die Besucher sind ein bunter Mix aus der Bevölkerung – manch einer hat mehr Geld zur Verfügung, andere haben weniger oder sind vielleicht geflüchtet oder haben einen Migrationshintergrund. Jeder ist willkommen, und am Ende legt man noch ein wenig Geld in das Spendenglas, das auf dem Tisch steht. „Offen für Neues“ ist das Motto der diesjährigen Vesperkirche, und immer um die Mittagszeit gibt es einen geistlichen Impuls, genau zu diesem Thema.

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