Senioren-Modenschau in Horb: Der Herbst bringt aufregende Looks

Die Top-Models der Seniorenmodeschau 2024 mit ihrer Ausstatterin in der Mitte.
Peter MorlokWenn dann auch noch Hans Schick, einer von Horbs profiliertesten Alleinunterhaltern, in die Tasten seines Akkordeons greift, dann steigt die Stimmung im Steinhaus in Richtung fröhliche Ausgelassenheit.
So auch in diesem Jahr, als sich der Stadtseniorenrat und seine fleißigen Helfer im Rahmen der diesjährigen Seniorenwoche wieder über ein vollständig gefülltes Steinhaus freuen durften.
„Que sera, sera“ (Was kann schöner sein) spielte Schick gleich zum Auftakt der Modenschau, die in diesem Herbst mit kräftigen Farben, eleganten Shirts, Jacken in jeder Art und Form sowie Westen überzeugen konnte. Dazu kamen Strickwaren aus dem Hause „Rabe“ und Hosen von Toni Dress, in denen die modebewusste Dame Wind und Wetter trotzen kann.
Besonderheiten der diesjährigen Kollektion
Ursula Tillery von Mode Gramer, die die Modells ausstattete, führte fachkundig durch die Show und machte immer wieder auf Besonderheiten der diesjährigen Kollektion aufmerksam. „Der Herbst bringt nicht nur die Farbe an die Blätter der Bäume, sondern bringt uns auch aufregende Looks. Er wird bunt“, so ihr Statement zu Beginn einer Modenschau. Einer Show, bei der man sogar mit den Modells, den sogenannten „Vorführdamen“, während ihres Gangs über den imaginären Catwalk ein Schwätzchen halten konnte oder auch mal mit den Fingern das vorgeführte Stöffle prüfen durfte, denn man muss ja wissen, was man da kaufen soll.
„Am besten ist es aber, wenn man es selbst anprobiert“, wusste eine Lady aus dem Bildechinger Experten-Team, dass dieses Mal statt beim Musikcocktail bei der Modenschau mit dabei war.
„Die Jacken sind alle pflegeleicht und waschmaschinengeeignet“, erläuterte Ursula Tillery und Hans Schick spielte passend zur Herbstmode Wolfgang Petrys Hit „Sommer in der Stadt“. Zu so einem flotten Song tänzelt es sich einfach leichter an den eng zusammengestellten Tischen vorbei als zu einer traurig, schweren Herbstmelodie in Moll.
Knapp 100 Seniorinnen und wenig Männer
In insgesamt drei Durchgängen durften sich die knapp 100 Seniorinnen – Männer sah man nur sehr wenige – die auf ihre Zielgruppe zugeschnitten Produkte ansehen. Die Vorführdamen hatten sich die von ihnen präsentierten Stücke vorher nach eigenem Geschmack aus dem reichen Angebot von Mode Gramer ausgesucht und repräsentierten so den Trend, der jeweils zu ihnen passte. Und dass ein kräftiges Pink oder ein sattes Grün in der Kombination mit einer schwarzen Garderobe prima zusammenpasst, das sah man an diesem Nachmittag sehr deutlich.
Auch die anderen Kombinationen, die vom Royalen Blau bis zum farblich abgestimmten Zwiebel-Look und Outfits für Anlässlichkeiten, wie es die Modeexpertin nannte, reichten, gefielen mehrheitlich. Mode ist halt auch Geschmacksache und Vorführdame Gerda Patulski scherzte, dass sie ganz zufrieden sei, dass sie nichts von diesem chinesischen Modeschöpfer Namens Awengzueng anziehen musste.
Erinnerungen führen tief in die Kindheit zurück
Zwischen den Vorführungen las der Dettinger Heimatforscher Karl-Josef Sickler aus seinem Erzählband „Dettinger G’schichtle“ vor. „Wenn man das heute hörte, wie es in der Altheimer Straße vor 70 Jahren zuging, ist es so, als erinnert man sich an einen längst ausgestorbenen Stamm im tiefsten Afrika“, sagte er zu Beginn seiner Erinnerungen, die ihn tief in seine Kindheit zurückführten.
Auch für ein junges Mädchen, das seine Oma an diesem Nachmittag begleiten durfte, war diese Modenschau wie eine Begegnung mit einem anderen Universum. Einer Welt, in der man Klamotten noch nach ihrem Nutzten aussucht und in dem die Hosen weder vorne noch hinten Löcher haben, sondern am Stück das Bein bedeckten.
Insgesamt war es wieder einmal eine sehr gut organisierte Veranstaltung, zu der der Horber Stadtseniorenrat eingeladen hatte und die inzwischen zur Horber Tradition gehört und sehr gerne von den Senioreninnen besucht wird.