Rottenburg: Narrenzunft Hailfingen feiert Jubiläumswochenende

Der Name der Hailfinger Gayra-Hexa kommt von einem Waldstück in der Nähe des Orts.
NarrenzunftRottenburg-Hailfingen - Vor 20 Jahren wurde die Narrenzunft Hailfingen von einigen Hailfinger Bürgern gegründet. Schnell wuchs die Zunft auf 63 Mitglieder an und war Garant für tolle Umzüge und beste Fasnets-unterhaltung.
Heute sind 45 Mitglieder als Hexen und Steuerböck unterwegs, und schon die Allerkleinsten dürfen mitmachen, wie Zunftmeister Martin Breining erzählt. 1995 gegründet, erfolgte bereits im Juni des Jahres der Eintrag ins Vereinsregister. Zunächst gab es die Formation der "Geesger", die damit den Ortsnecknamen von Hailfingen in eine Fasnetsfigur kleideten. Die Narrengruppe war als Gänse verkleidet und sorgte bei Umzügen für viel Aufsehen.
Bereits im Oktober gründeten sich in Hailfingen die Gayra-Hexa als eigene Fasnetsgruppe. Man setzte sich zusammen und war der einhelligen Meinung, etwas gemeinsam fürs Dorf machen zu wollen. So firmierten künftig Hexen und Geesger als Narrenzunft Hailfingen.
Alle drei Figuren beziehen sich auf kleine Anekdoten
1996 liefen die Gayra-Hexa bereits bei vier, fünf Umzügen mit. Die Geesger traten am Rosenmontag 1996 zum ersten Mal beim Rosenmontagsumzug in Seebronn in Erscheinung. Im selben Jahr wurde auch eine neue Gruppe der Narrenzunft ins Leben gerufen, die Steuerböck wurden aus der Taufe gehoben. Erstmals liefen die Steuerböck in der Fasnetssaison 1997 als Laufgruppe der Narrenzunft Hailfingen mit.
Alle drei Figuren der Hailfinger Fasnet beziehen sich auf kleine Anekdoten und Geschichten. Die Geesger nahmen den Ortsnecknamen als Anlass, und die Gayra-Hexa beziehen sich auf ein Waldstück in der Nähe von Hailfingen.
Vier Hailfingerinnen waren 1592 als Hexen vor dem Hexentribunal in Rottenburg angeklagt, man warf ihnen vor, Unzucht mit dem Teufel getrieben zu haben. Dies soll im Gayra-Wald zwischen Oberndorf und Hailfingen geschehen sein.
Die Steuerböck nehmen ihren Namen aus einer Geschichte, die in der Nachkriegszeit gespielt haben soll. Damals ging der Viehzähler von Haus zu Haus und ermittelte so die Steuerabgaben. Eine findige Bäuerin versteckte ihren besten Bock im Schlafzimmer, und er wurde nicht gezählt. Doch mähte der Bock dem Steuerzähler nach, und so hatte die Bäuerin das Nachsehen.
2005 erfolgte ein Bruch im Verein, die Geesger trennten sich von der Narrenzunft und firmierten künftig als freie Gruppe. Heute ist der Streit begraben, und man arbeitet wieder zusammen.
Am heutigen Zunftball wird das Jubiläumswochenende mit einem Jubiläumszunftball eingeläutet, der um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle beginnt. Am Samstag startet der Jubiläumsumzug um 14 Uhr und läuft an der gesamten Ortsdurchfahrt entlang.