Rexinger Synagogenverein ändert Satzung
: Mitglieder definieren Einsatz für eine offene Gesellschaft als Ziel

Der Rexinger Synagogenverein bekennt sich in seiner neuen Satzung klar gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. In seiner Mitgliederversammlung blickt der Verein auf die vielfältige Bildungs- und Gedenkarbeit.
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(red/pm)
Oberndorf
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Das Schulteam des Rexinger Synagogenvereins bereitet zusammen mit Lehrern und Schülern Formate vor, um die aktuelle Ausstellung „Von christlicher Judenfeindschaft“ im Horber Betsaal im Unterricht einzusetzen.

Synagogenverein

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Träger- und Fördervereins Ehemalige Synagoge Rexingen stand im Zeichen eines deutlichen Bekenntnisses zur Demokratie und zum Engagement gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Mit großer Mehrheit beschlossen die Mitglieder die vorgeschlagene Satzungsänderung, die den Einsatz für eine offene Gesellschaft und gegen jede Form von Diskriminierung fest in den Vereinszielen verankert.

Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung sei dieser Schritt ein wichtiges Signal der Positionierung des Vereins, betonte die Vorsitzende Andrea Dettling in ihrer Begrüßung. Dettling, die den Vereinsvorsitz im Juli 2024 übernommen hatte, hob in ihrer Rede die Bedeutung eines sensiblen Generationswechsels hervor. Noch sei der Übergabeprozess nicht abgeschlossen, doch der neue Vorstand arbeite engagiert daran, die Vereinsarbeit neu zu strukturieren und zu modernisieren. Dank galt insbesondere dem langjährigen Vorsitzenden Heinz Högerle sowie Barbara Staudacher, die weiterhin beratend unterstützen.

Die Vereinsarbeit im vergangenen Jahr war von einer beeindruckenden Bandbreite geprägt: Regelmäßige Öffnungen der Gedenkstätten, zahlreiche Führungen, Bildungsangebote und kulturelle Veranstaltungen machten das jüdische Erbe in der Region erlebbar. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit im Bereich Schule und Bildung. Bildungsreferentin Linda Huber berichtete, dass 2024 über 650 Schüler in 27 Angeboten in unterschiedlichen Formaten erreicht wurden – von Friedhofspatenschaften bis hin zu Workshops zur jüdischen Religionspraxis und zur NS-Geschichte in der Region. Die Zusammenarbeit mit Schulen bleibt ein wichtiger Schwerpunkt des Vereins und soll durch neue Bildungspartnerschaften langfristig gesichert werden.

Interkultureller Dialog

Ein weiterer Fokus lag im interkulturellen Dialog. Studienabende, Betreuung von Nachkommen jüdischer Familien und neue Beiträge zur Familiengeschichte zeigten, wie der Verein Brücken in die Vergangenheit und Gegenwart schlägt. Auch erinnerungskulturelle Formate fanden großen Anklang: Die Ausstellung „Verräter oder Helden?“ beleuchtete den Prozess von Fritz Bauer gegen den Holocaust-Leugner Otto Ernst Remer und thematisierte das schwierige Gedenken an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Einen besonderen Höhepunkt stellte das Konzert zum Gedenktag an die Novemberpogrome dar: Schüler des Christophorus-Gymnasiums Altensteig ehrten die ermordete jüdische Dichterin Ilse Weber mit einer bewegenden Lesung und Musikdarbietungen. Ebenso beeindruckte die Vorstellung des Buches „Hier gilt der deutsche Gruß!“ – ein neues Grundlagenwerk zur NS-Geschichte im Kreis Horb, erarbeitet von Schülern unter der Leitung von Beiratsmitglied Gabriel Stängle.

Neue Impulse in Außendarstellung

Organisatorisch wurde der Verein digitaler: Eine neue Vereinscloud erleichtert die Zusammenarbeit im Vorstand, ein digitales Kassen- und Mitgliederverwaltungssystem sorgt für Effizienz. Auch in der Außendarstellung wurden neue Impulse gesetzt – mit einer Broschüre und einem Flyer.

Die Vorsitzende gab noch einen Ausblick auf das Jahr 2025. Neben neuen Schulprojekten – darunter Angebote zur derzeitigen Ausstellung im Horber Betsaal zum Thema „Von christlicher Judenfeindschaft“ – stehen zahlreiche Führungen, Gedenkveranstaltungen und ein Veranstaltungsprogramm auf dem Plan.

Weitere Informationen

Öffnungszeiten
Jüdischer Betsaal mit Ausstellung „Von christlicher Judenfeindschaft“ Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr; ehemalige Synagoge in Rexingen mit Isenberg Bibliothek und Shavei Zion Ausstellung Sonntag, 14 bis 17 Uhr

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