Reparierwerkstatt in Empfingen: Reparieren statt wegwerfen

Zahlreiche interessierte Gäste waren gekommen.
Jürgen BaikerEs soll kein normales Repaircafé sein und werden, wie man es immer wieder in den Medien liest. Vielmehr sollen junge Menschen selbst entdeckend lernen wie Technik, Maschinen, Geräte, Möbel, Kleidung und vieles mehr oft mit ganz einfachen Mitteln repariert werden können.
Die Älteren sollen reparieren, die Jungen begleiten und ihnen mit ihren wertvollen Erfahrungen helfen. Die Jungen sollen aber auch ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen. Dazu gehört ganz bewusst, dass man auch mal scheitern darf, aber auch tolle Erfolgserlebnisse hat, wenn etwas Kaputtes wieder funktioniert.
Die Gemeinde Empfingen hatte zu dieser neuen Reparier- und Lernwerkstatt in die Schule eingeladen. Es ist kein Projekt der Schule, sondern die Schule hat dafür nur Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Ferdinand Truffner begrüßte. Ein neues Projekt soll starten. Die Empfinger Lernwerkstatt will dazu beitragen nicht alles wegzuwerfen.
Das Interesse an diesem neuen Projekt war groß
Ralph Munz aus Empfingen und seine Schwester Claudia Munz aus München waren die Moderatoren dieses Abends. Ralph Munz, ehemaliger Unternehmer, bezeichnet sich als leidenschaftlicher Handwerker, Reparierer und Möglichmacher. Claudia Munz begleitet in München seit neun Jahren die erste Schülerreparaturwerkstatt wissenschaftlich mit. Sie hat jahrelange Erfahrungen in der Bildungsforschung und Bildungsarbeit. Das Interesse an diesem neuen Projekt war groß, wie die Anwesenheit zeigte.

Claudia Munz hat den wissenschaftlichen Blick.
Foto: BaikerDie Anwesenden wurden gefragt: Was ist schon alles kaputt gegangen? Wer hat schon mal etwas repariert? Hat die Reparatur geklappt?
Ralph Munz: „Wir haben schon Müllberge ohne Ende. Handwerk ist praktisches Tun.“ Was möchten wir mit der Reparier- und Lernwerkstatt erreichen? „Freude fördern an handwerklichen Arbeiten, vor allem am Reparieren durch eigene Erfahrungen. Viel Spaß haben bei Jung und Alt. Guten Dingen ein zweites Leben geben, unnötiges Wegwerfen verhindern, Nachhaltigkeit fördern. Selbst reparieren und ausprobieren macht neugierig und zeigt, dass der einzelne viel mehr kann, als er glaubt.“
Junge Menschen sollen ihre Erfahrungen selbst machen
Und weiter: „Wir möchten aber nicht, dass den Jungen alles von anderen beigebracht wird, denn sie sollen ihre Erfahrungen selbst machen und herausfinden, wie etwas funktioniert oder repariert werden kann.“

Ralph Munz erklärt das Projekt.
Foto: BaikerVon den Anwesenden war viel Begeisterung für das Projekt zu hören. Das Interesse am Mitarbeiten war groß. Einige trugen sich gleich in eine Mitmachliste ein, beschrieben auch gleich, in welchen Bereichen sie unterstützen wollen, so Fahrradreparaturen, Batteriewechsel bei Uhren, Brillenreparaturen, Upcycling, Elektro, Mechaniker.Dass sie in naher Zeit auch mit genügend Werkzeugen ausgerüstet sind, da sind die „Macher“ zuversichtlich.
Die Reparier- und Lernwerkstatt soll vierzehntägig immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr stattfinden. Start soll am Donnerstag, 8. Mai sein.
Kontakt und Infos bei Ralph Munz, Telefon 07485/71671, repalern@gmx.de